Um Schadenersatz-Forderungen einer Anlegerin nach der Pleite der Hamburger Windkraft- und Solarfirma Energy Consult Holding (EECH AG) zu sichern, hat die Münchener Kanzlei CLLB Rechtsanwälte gegen den Vorstand, Tarik Ersin Yoleri, einen Arrest beim Landgericht Hamburg erwirkt (Az. 328 O 320/08). Das Landgericht Hamburg ordnete einen so genannten „dinglichen Arrest“ in das gesamte Vermögen von Yoleri an.

Sperrung bis zur Entscheidung

Yoleri kann nun nicht mehr über sein Vermögen verfügen, bis über die Forderung der Anlegerin gegen ihn vor Gericht entschieden worden ist. Wie berichtet, hatten bereits vor der Insolvenzeröffnung Hunderte Anleger ihre Inhaberschuldverschreibungen bei dem Unternehmen gekündigt, weil die Firma ihr Geld zweckwidrig verwendet hatte. Anstatt das Anlegergeld in Windkraft- und Solarenergie zu investieren, hatte die EECH AG große Teile des Anlegergelds in den Kunstmarkt investiert.

Insolvenz im Mai 2008

Da die EECH AG die Kündigungen der Anleger nicht anerkannte, klagten mehrere Hundert Betroffene auf Rückzahlung ihres Geldes. Die Kündigungen der Anleger wurden sowohl vom Landgericht Hamburg als auch vom Hanseatischen Oberlandesgericht bestätigt und die EECH AG zur Rückzahlung des Anlegergeldes verurteilt. Dennoch erhielten viele Anleger ihr Geld nicht zurück, weil die EECH AG im Mai 2008 Insolvenz anmeldete.

Vorstand haftet möglicherweise persönlich

Aus der Insolvenzmasse werden Anleger wahrscheinlich nur wenig Geld zurück bekommen. Viele haben daher die CLLB Rechtsanwälte beauftragt, nun den Vorstand der EECH AG Erik Tarik Yoleri persönlich zu verklagen. „Der jetzt für eine Anlegerin durchgesetzte Arrest gegen Yoleri zeigt, dass das Landgericht Hamburg davon ausgeht, dass Yoleri grundsätzlich auch persönlich für Schäden haftbar gemacht werden kann“, erklärte Rechtsanwalt István Cocron von der Kanzlei CLLB Rechtsanwälte.
Tipp: Betroffene Anleger sollten spätestens jetzt ebenfalls direkt gegen Yoleri vorgehen.

Vorstand gilt als Drahtzieher

Yoleri gilt als Drahtzieher aller Anlagegeschäfte des Hamburger Emissionshauses, das Anlegern über seine Firmen verschiedene dubiose Beteiligungen anbot. Als immer mehr Unregelmäßigkeiten bei der Verwendung des Anlegergelds bekannt wurden, hatte Yoleri kurzerhand die EECH AG verkauft. Geholfen hat das nicht mehr. Kurz nach der Insolvenz der EECH AG machte auch die EECH Group AG sowie deren Tochter, die EECH Windkraft Italien Projektentwicklung sowie die Deutsche Immobilien Grundvermögen Holding AG Pleite.

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