E-Scooter im Stadt­verkehr – das sagen Mobilitäts­forscher

E-Scooter mieten Test

Der Zukunft entgegen – können E-Scooter die Mobilität in Städten tatsäch­lich verbessern?

Schon bevor die Scooter-Verleiher an den Start gingen, waren die Erwartungen an die E-Scooter und ihren möglichen Nutzen für den Stadt­verkehr riesig. Aber verbessern Elektro-Tret­roller die Mobilität in Städten tatsäch­lich? Dazu haben wir Mobilitäts­forscher befragt.

Auto-Ersatz oder Touristen-Spaß?

Alexander Jung vom Mobilitäts-Think­tank Agora Verkehrs­wende sieht in den Miet-E-Scoo­tern einen Baustein eines multimodalen Stadt­verkehrs: „Aus eigener Kraft können die Roller das aber nicht schaffen. Ihr Erfolg hängt davon ab, wie die Städte ihre Verkehrs­infrastruktur insgesamt gestalten.“ Martina Hertel vom Deutschen Institut für Urba­nistik schätzt den Nutzen der Miet-Roller für den Stadt­verkehr bislang auf Null: „Nach ersten Beob­achtungen ist die Nutzung der Roller bisher ein reiner Event­verkehr für Touristen und Menschen, die Spaß daran haben, die Fahr­zeuge auszupro­bieren“.

Warum die Miet-Scooter dem Stadt­verkehr bislang kaum helfen

  • Einge­schränkt verfügbar. Bisher rollen die Scooter vor allem in Innen­städten, wo der öffent­liche Personen­nahverkehr (ÖPNV) ohnehin gut ausgebaut ist und es noch weitere Mobilitäts­optionen wie Cars­haring und Bikesharing gibt. Dabei wären die Roller gerade in Außenbezirken eine sinn­volle Möglich­keit, den Weg zwischen Wohnung und ÖPNV-Anbindung zu über­brücken. Doch wer außer­halb wohnt, dem bleibt bislang nur die private Anschaffung eines E-Scoo­ters.
  • Für Pendler ziemlich teuer. Außerdem können die hohen Preise bisher von einer tagtäglichen Nutzung abschre­cken. Wer die Roller beispiels­weise regel­mäßig auf dem Weg zur Arbeit nutzen möchte, muss dafür tief in die Tasche greifen.
  • Ärgernis im Alltag. Die E-Scooter konkurrieren mit Fahr­rädern um den knappen Platz auf der Radspur. Das macht den Verkehr nicht unbe­dingt sicherer und bringt dem Elektroroller wenig Sympathie ein – vor allem bei Fußgängern. Für sie werden abge­stellte Roller oft zu Stol­perfallen. Etliche Städte haben deshalb schärfere Regeln, etwa Park­verbots-Zonen, beschlossen.

Roller-Unfälle meist selbst verschuldet

In der Kritik stehen die Scooter auch, weil schon etliche schwere Unfälle passiert sind. In Berlin – der deutschen Stadt mit den meisten E-Scoo­tern – verzeichnete die Polizei in knapp zwei Monaten 38 Unfälle mit E-Scoo­tern. Als Ursache nennt eine Mitteilung der Berliner Polizei vor allem Fehl­verhalten der Rollerfahrer und -fahre­rinnen, etwa Trunkenheit und Gehwegnut­zung. Einige europäische Städte haben den Verleih infolge von Unfällen begrenzt oder ganz verboten.

Tipp: In unseren FAQ haben wir zusammengefasst, welche Regeln für die Nutzung der E-Scooter in Deutsch­land gelten.

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TestE-Scooter mieten03.09.2019
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