E-Mail-Dienste Test

Welcher E-Mail-Dienst funktioniert einfach und schnell, wo nervt die Werbung und wer schützt am besten vor Viren und Spam? test.de zeigt die besten E-Mail-Dienste und gibt Tipps zur Auswahl.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test E-Mail-Dienste.

Werbung nervt

Das angenehme an kostenlosen E-Mail-Diensten ist, dass sie nichts kosten. Sponsoren finanzieren die Technik. Dafür nervt ihre Werbung. Beim Login zum Postfach, als Pop Up zur E-Mail oder als Banner auf der Webseite des E-Mail-Dienstes. Bei Freenet, GMX und Web.de landen Werbemails sogar direkt im Postfach. Besonders raffiniert agiert direktBox: Der Anbieter führt seine Kunden nach dem Logout einfach zu ebay.

Google durchsucht Mails

Google setzt noch einen drauf. Der E-Mail-Dienst des Suchmaschinengiganten durchsucht jede eingehende Mail, filtert werberelevante Stichworte und garniert die Mail mit passender Werbung. Jürgens Urlaubsgrüße vom Ballermann kommen dann mit Flugangeboten, MP3-Downloads („König von Mallorca“) oder Sangriawerbung daher. Ob die Kunden das passend finden oder nicht.

18 Dienste im Test

Die Stiftung Warentest hat 18 E-Mail-Dienste untersucht. Wirklich werbefrei war im Test nur das Premiumangebot von Yahoo. Mail Plus kostet 1,25 Euro im Monat, überzeugte die Tester aber nicht. Schuld sind vor allem das Vertragswerk und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen von Yahoo. Da wimmelt es von unzulässigen Klauseln. Yahoo versucht sogar Einfluss auf die Mails zu nehmen. Das Unternehmen untersagt den Versand von E-Mails, die von Yahoo „in sonstiger Weise zu beanstanden sind“ (O-Ton Yahoo). Solche Klauseln sind viel zu pauschal.

Hotmail mit heißen Klauseln

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Yahoo steht damit nicht allein. Neun von 18 E-Mail-Diensten haben unzulässige Klauseln in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Besonders rüde geht Microsoft ans Werk. Das Unternehmen erlaubt sich, den E-Mail-Dienst Hotmail aus beliebigen Gründen zu ändern oder Funktionen abzuschalten. Microsoft nimmt sich auch das Recht, den Dienst zu kündigen: jederzeit, fristlos und ohne besonderen Grund. Auf solche E-Mail-Dienste ist kein Verlass. Bei einer fristlosen Kündigung sind alle gespeicherten Mails und Kontakte sofort verloren.

Die besten Anbieter für Sie

Dass es anders geht, zeigen vor allem Arcor und Google. Arcor hat keine Mängel in seinen Allgemeinen Geschäftsbedingungen, Google nur sehr wenige. Beide E-Mail-Dienste überzeugen auch in puncto Handhabung. Account anmelden, Mails versenden und Mails empfangen läuft bei Google besonders gut. Einfach und schnell funktionieren auch die kostenlosen E-Mail-Dienste von freenet und GMX. Rundum gut ist aber kein E-Mail-Dienst im Test. Dafür gibt es zu viele Macken im Detail: Google mit seltsamen Klauseln und dem Wahn alles zu scannen, GMX mit Werbung ohne Ende, Arcor mit durchschnittlicher Funktion und freenet mit deutlichen Mängeln in den Geschäftsbedingungen. Alles in allem sind die vier genannten Dienste aber die beste Wahl.

Premium lohnt kaum

GMX, Arcor und freenet bieten auch passable Premiumdienste. Hier gibt es mehr Speicherplatz und weniger Beschränkungen – etwa was die Mailgröße betrifft. Beispiel: GMX. Der Premiumdienst TopMail bietet unbegrenzt Speicherplatz und ermöglicht einzelne E-Mails mit Anhang bis 100 MB. Beim kostenlosen GMX FreeMail ist die Mailgröße dagegen auf 20 MB beschränkt. Das Postfach umfasst ein Gigabyte. Beides ist reichlich. Für die meisten Anwender lohnen sich die Premiumdienste kaum. Sicherer als die kostenlosen Angebote sind die Bezahlvarianten auch nicht.

Schutz vor Viren und SPAM

Erfreulich: Die meisten Anbieter haben in den vergangenen Jahren aufgerüstet. Sie schützen Ihre Anwender heute recht zuverlässig vor Spam und Computerviren. Die Tester schickten zur Probe acht virenverseuchte Mails an die eigenen Postfächer. Bei 15 Diensten landeten diese Mails sofort in Quarantäne. Nicht so beim kostenlosen Dienst von T-Online. Hier liefen zwei Virenmails direkt ins Postfach. Dort blieben sie über Wochen unentdeckt: Die Sicherheitssoftware von T-Online schlug nicht Alarm.

1email mangelhaft

Auch die beiden Dienste des kleinen Anbieters 1email.eu (Standard und Profi) sind nicht sicher: Hier kam jeweils eine virenverseuchte Mail im Postfach an. Schlimmer noch: 1email fragt beim Login Benutzernamen und Kennwort unverschlüsselt ab. Das ist nicht sicher. Angebot und Handhabung sind mau. Testurteil insgesamt: mangelhaft. Pop3 und Imap bietet 1email nicht an. Dazu mehr in den Tipps. Die Tipps zeigen, wie Sie Viren vermeiden, sicher mailen und Werbung umgehen.

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