E-Book-Reader Kobo Aura H2O Schnelltest

Als „ersten wasser­festen Premium-eReader“ preist Kobo sein neues Modell Aura H2O an. Im Labor prüften unsere Tester dieses Versprechen auf seinen Wahr­heits­gehalt. Und sie untersuchten, was der Aura H2O (Preis: 179 Euro) vor dem Hintergrund des harten Konkurrenzkampfes auf dem E-Book-Reader-Markt sonst noch zu bieten hat. Wie es um Bild­qualität, Bedien­komfort und Bücher-Auswahl bestellt ist, verrät der Schnell­test.

Display in Taschen­buch­größe

E-Book-Reader Kobo Aura H2O Schnelltest

Gleich auf den ersten Blick fällt beim Kobo Aura H2O die im Vergleich zu vielen anderen E-Book-Readern längere Bild­schirm­diagonale auf: Diese misst 17 Zenti­meter und erinnert dadurch in ihrer Größe an das gute, alte Taschen­buch. Die Konkurrenz wie beispiels­weise Kindle, Pocketbook, Sony und Tolino verbauen in ihren E-Book-Readern in der Regel Displays mit einer 15 Zenti­meter-Diagonale.

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Kein Wasser­schaden

Die versprochene Wasser­dichtig­keit konnten die Tester der Stiftung Warentest bestätigen: Sie tauchten das Gerät eine halbe Stunde lang einen Meter tief unter Wasser — es hielt dicht. Lesen in der Badewanne und im Regen ist also kein Problem. Und im Fall eines Defektes kann die kostenlose Reparatur nicht mehr mit der Ausrede verweigert werden, das Gerät sei nass geworden. Voraus­setzung für die Wasser­dichtig­keit ist selbst­verständlich, dass die Gummi­abdeckung von Kartenslot und USB-Buchse fest angedrückt und verschlossen ist.

Tolle Bild­qualität

Schon gleich nach dem Einschalten besticht das Display mit einer hervorragenden Bild­qualität: Es über­zeugt mit hohen Kontrasten und einer tollen Schärfe. Unter sämtlichen Bedingungen ist das Lesen ein Vergnügen: sowohl bei normalem Umge­bungs­licht als auch bei grellem Sonnen­schein oder unter der Bett­decke mit der integrierten Beleuchtung. Diese lässt sich bei Bedarf zuschalten, stufenlos regulieren und erhellt das Display gleich­mäßig. Allerdings ist das Display relativ empfindlich gegen Kratzer.

Bedienungs­anleitung und Inbetrieb­nahme

Mitgeliefert wird eine Kurz­anleitung, eine ausführ­liche Gebrauchs­anleitung ist auf dem Gerät als PDF-Datei gespeichert. Bei der Inbetrieb­nahme muss der Reader über WLan oder Computer mit dem Internet verbunden sein. In einem weiteren Schritt wird von Kobo die Eingabe einer E-Mail-Adresse und eines Kenn­worts gefordert.

Schwächen bei der Hand­habung

Sämtliche Lese­funk­tionen werden über den berührungs­empfindlichen Touchs­creen gesteuert, der eine recht geschmeidige Bedienung erlaubt. Allerdings sind manche Modelle der Konkurrenz deutlich einfacher zu hand­haben als der Kobo, vergleiche unseren Test E-Book-Reader: Duell der Nachfolger. So über­zeugend die Bild­qualität auch ist: In puncto Hand­habung lässt der Aura H2O beim Bücherkauf noch einige Wünsche offen. Auch beim Blättern und Öffnen von Büchern gibt es leichte Verzögerungen.

Deutsch­sprachiges Angebot im Kobo-Shop ausbaufähig

Für das Rechtemanagement der Bücher ist ein Adobe Digital Account auf einem Computer notwendig. Andere Geräte wie der Kindle oder der Tolino ermöglichen den Kauf von kopier­geschützten Büchern auch über den im Gerät einge­bauten Browser. Das Laden von kopier­geschützten E-Books funk­tioniert am Besten aus dem firmen­eigenen Kobo-Shop. Allerdings ist das deutsch­sprachige E-Book-Sortiment im Kobo-Shop ziemlich lückenhaft. Diesbezüglich bieten andere mehr. Bei einem Test von zehn E-Book-Portalen im Oktober 2013 landete der Kobo-Shop seiner­zeit auf dem letzten Platz.

Erweiter­barer Speicher, ausdauernder Akku

Mit rund drei Gigabyte internem Speicher bietet der Aura H2O Platz für mehrere Tausend elektronische Bücher. Mittels einer microSD-Karte lässt sich der Speicher­platz laut Anbieter um bis zu 32 Gigabyte erweitern. Wie bei den meisten E-Book-Readern üblich, ist der Akku sehr ausdauernd. Die Betriebs­dauer mit einer Akkuladung beträgt 25 Tage, bei zwei Stunden Lesedauer täglich und der Beleuchtung in der 50-Prozent-Einstellung.

Zusatz­feature „Pocket“

Als recht nützliches Zusatz­feature fiel unseren Testern der Dienst Pocket auf. Pocket ermöglicht es, ausgewählte Internet­seiten wie beispiels­weise Artikel aus Zeitungen in einer Cloud zu speichern, um sie dann später auf dem E-Book-Reader lesen zu können. Dabei werden allerdings nur Texte, keine Grafiken dargestellt.

Fazit: Tolle Bild­qualität, maues Buch­angebot

Der Aura H2O ist das Flagschiff von Kobo. Er besticht vor allem durch seine groß­artige Bild­qualität. Mit seinem 17-Zenti­meter-Display erinnert er in seiner Größe an das gute, alte Taschen­buch, passt allerdings gerade deswegen nicht mehr in jede Jacken- oder Hand­tasche. Durch seine Wasser­dichtig­keit ist das Gerät auch in der Badewanne und am Strand nutz­bar. Allerdings ist der Buch­kauf bei Konkurrenten wie Kindle und Tolino einfacher und komfort­abler. Mit einem Preis von 179 Euro kostet der Kobo Aura H2O fast so viel wie das neue Topmodell Kindle Voyager (ab 189 Euro) von Platz­hirsch Amazon.

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