E-Book-Reader Test

Die einen sehen darin die Zukunft des Buches, die anderen den Untergang der Lesekultur: An E-Books und den zugehörigen Lesegeräten scheiden sich die Geister. Doch wie weit ist die Technik über­haupt? test hat 14 E-Book-Reader geprüft. Außerdem im Test: Apples iPad als Lesegerät für elektronische Bücher.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuel­leren Test: E-Book-Reader.

Hunderte Bücher für unterwegs

Ein Vorteil von E-Book-Readern liegt auf der Hand: Mit einem solchen Lesegerät kann der Nutzer den Inhalt ganzer Bücher­regale mit sich herum­tragen. Ein elektronisches Buch braucht meist nur einige hundert Kilobyte Speicher – entsprechend viele Bücher passen auf die zum Teil mehrere Gigabyte großen Speicher der Lesegeräte.

E-Ink ermöglicht lange Akku­lauf­zeiten

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Die meisten E-Book-Reader haben unbe­leuchtete Schwarz­weiß­bild­schirme. Die Technik dahinter heißt E-Ink („elektronische Tinte“). Sie bietet einige Vorteile gegen­über hintergrundbe­leuch­teten LCD-Bild­schirmen, wie sie etwa in Notebooks verbaut sind. So verbraucht E-Ink viel weniger Strom. Das ermöglicht extrem lange Akku­lauf­zeiten. Bei vielen Readern war der Akku im Test auch nach 14 Tagen Dauer­betrieb noch nicht leer. Beim iPad mit seinem beleuchteten LCD-Bild­schirm ist dagegen nach neun bis zehn Stunden Schluss.

Lesen auch bei heller Umge­bung

Auch bei der Text­darstellung hat E-Ink Vorteile: Das Bild ist sehr scharf und bietet einen größeren Blick­winkel als LCD-Anzeigen. Zudem ist der Text auch bei hellem Umge­bungs­licht noch lesbar. Nur das Display des Sony Reader Touch Edition spiegelt so stark, dass bei Sonnenlicht Text kaum noch zu erkennen ist. Noch extremer ist das beim iPad. Das hat zwei Gründe: Erstens ist der Bild­schirm spiegelblank, zweitens über­strahlt die Sonne die Hintergrund­beleuchtung. Bei Schummerlicht dagegen hat das iPad ein tolles Bild. Die unbe­leuchteten E-Book-Reader brauchen hier eine Lese­lampe – wie richtige Bücher auch.

Lahme Bedienung per Tasten­druck

Ein Nachteil von E-Ink-Displays: Sie sind lang­sam – zum Beispiel beim Umblättern. E-Book-Reader, die mit dieser Technik arbeiten, brauchen zum Blättern von einer Seite zur nächsten durch­schnitt­lich knapp zwei Sekunden. Und auch sonst reagieren die meisten Geräte auf Eingaben oft eher lang­sam. Da lässt es sich mit dem iPad flüssiger arbeiten. Ein weiterer Vorteil des Apple-Flach­manns: Die Touchs­creen-Bedienung per Finger­zeig. Das bietet unter den reinen Lesegeräten im Test nur der Sony Reader Touch Edition. Die Reader von Irex und Hexa­glott haben zwar auch berühr­empfindliche Bild­schirme, doch die brauchen zum Bedienen einen Eingabestift. Die übrigen Geräte werden per Tasten­druck bedient.

Kopier­schutz schmälert Lese­vergnügen

Noch ist das Angebot an E-Books über­schaubar Tipps. Hinzu kommt der Ärger mit dem Kopier­schutz: Hier konkurrieren unterschiedliche Systeme. Kein Reader im Test unterstützt sie alle. Die Lesegeräte von Foxit und von Ectaco können über­haupt keine kopier­geschützten Bücher darstellen. Wer sich nicht mit Kompatibilitäts­problemen herum­ärgern will, muss hoffen, dass die Verlage in Zukunft auf lästigen Kopier­schutz verzichten, wie es die Musik­industrie bereits seit einer Weile tut.

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