E-Bikes im Test Welches E-Bike hätten Sie gern?

Das Interesse ist riesig, die Auswahl auch: Welche Arten von E-Bikes sind ideal für wen? Was bedeuten die tech­nischen Begriffe? Mit diesen Tipps setzen künftige E-Biker aufs richtige Rad.

E-Bikes im Test

  • Testergebnisse für 12 E-Bikes 06/2020
  • Testergebnisse für 12 Elek­trofahr­räder 06/2018
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Inhalt

Darauf sollten Sie beim E-Bike-Kauf achten

Motor vorn, in der Mitte oder hinten

Es ist sinn­voll darauf zu achten, wo der Motor sitzt. Mitunter ist er an der Nabe des Vorderrads befestigt. Das ist preis­wert. Ein Front­motor belastet aber die Gabel und den Rahmen, und auf glattem oder losem Unter­grund kann das Vorderrad leichter wegrutschen.

Ein Motor an der Hinterradnabe ist oft leise und bewirkt wenig Verschleiß an der Kette. Wenn er kaputt ist, lässt er sich vergleichs­weise leicht ausbauen. Aber seine Position erschwert den Ausbau des Hinterrads. Weitest­gehend durch­gesetzt hat sich der Mittel­motor. Seine Platzierung beein­flusst das Fahr­verhalten kaum.

Die Leistung eines Pedelec-Motors ist auf 250 Watt begrenzt, Gestaltungs­spielraum bietet aber das Drehmoment: Je höher es ist, desto agiler spricht der Motor an – bei Mountain- und Renn­bikes kann das sehr erwünscht sein, doch die Führung des Rads wird anspruchs­voller. Wer auf Lang­strecke fährt, ist mit einem nied­rigeren Drehmoment wohl besser bedient. Durch­schnitt­liche Motoren liefern 50 Newton­meter in der höchsten Unterstüt­zungs­stufe, sehr starke 75. Welches Drehmoment ein Motor bietet, sollte in der Gebrauchs­anleitung stehen. Gute Händler kennen es auch.

Online kaufen oder im Geschäft?

Wer weiß, was sein neues E-Bike können soll, kann sich auf die Suche nach einem Händler machen, im Internet oder einem Fach­geschäft um die Ecke. Onlinehändler bieten häufig güns­tige Preise, aber Service bleibt oft aus, etwa die auf den Körper des Fahrers optimierte Einstellung von Lenker und Sattel. Mitunter ist es bei Onlineanbietern umständlich, ein Rad nach einer Probefahrt zurück­zugeben. Einige richten in Fach­geschäften einen Stütz­punkt ein, den ihre Kunden aufsuchen können, wenn es Probleme gibt.

E-Bikes sind wartungs­intensiver als gewöhnliche Räder – wer einen Händler in der Nähe findet, löst auch die Frage nach der Werk­statt. Gute Orientierung bieten auch Fahr­radmessen: Interes­senten können viele Modelle ansehen und auf Test­stre­cken vor Ort ausprobieren.

Unbe­dingt probefahren

Unersetzlich bleibt eine Probefahrt – testen Sie mehrere Räder, auch mit Gepäck, falls Sie Ihr Rad auf Touren verwenden möchten. Viele Händler leihen ein Rad für mehrere Stunden aus, manche vermieten es übers Wochen­ende und rechnen die Leih­gebühr später auf den Kauf­preis an. Vor allem die Qualität eines Sattels zeigt sich häufig erst auf längeren Stre­cken. Wichtig ist auch, ob der Lenker bei höherem Tempo stabil bleibt oder „flattert“, ob die Kraft­dosierung des Motors sich gleitend zuschaltet und nicht zu ruck­artig.

Heben Sie das Rad ruhig mal an, denn es wird so seine 20 bis 30 Kilogramm auf die Waage bringen. Müssen Sie damit Treppen steigen? Fragen Sie auch nach dem zulässigen Gesamt­gewicht: Häufig liegt das E-Bike mit Gepäck und Fahrerin oder Fahrer deutlich drüber. Und einen Rahmenbruch im Oderbruch wollen wir Ihnen nun wirk­lich ersparen. 

Pedelec oder E-Bike oder was?

Fast jedes E-Bike ist ein Pedelec – und heißt trotzdem „E-Bike“. Dieser Ober­begriff fasst drei Arten von Rädern zusammen:

E-Bike.
Das „eigentliche“ E-Bike fährt bis zu 20 Kilo­meter pro Stunde von selbst. Es ist ein Klein­kraft­rad, erfordert einen Führer­schein und darf nicht auf den Fahr­radweg.
S-Pedelec.
Pedelec ist die Abkür­zung für „Pedal Electric Cyle“, und das S steht für „Speed“. Das Rad unterstützt elektrisch das Fahren durch Muskel­kraft bis zu 45 km/h. Es ist ebenfalls ein Klein­kraft­rad.
Pedelec.
Wenn sich jemand „ein E-Bike kauft“, ist es fast immer ein Pedelec: Es hilft, bis Tempo 25 Kilo­meter pro Stunde in die Gänge zu kommen. Es lässt sich auch schneller fahren, aber nur aus eigener Kraft. Bei den allermeisten verkauften E-Bikes handelt es sich um Pedelecs. Recht­lich ist es ein normales Fahr­rad.

Vier Typen sind besonders beliebt: das Trekkingrad, das Cityrad, das Mountain­bike und das Renn­rad. Im folgenden Abschnitt stellen wir sie vor.

Welcher Fahr­radtyp sich für wen eignet

Trekkingrad

E-Bikes im Test - Vier von zwölf Tiefein­steiger-Pedelecs sind gut
© Stiftung Warentest

Für kurze und lange Stre­cken. Es verbindet Leidenschaft und Vernunft: Hersteller statten Trekkingräder, auch Tourenbikes genannt, üblicher­weise mit Licht­anlage, Schutz­blechen und Gepäck­träger aus. So entspricht es der Straßenverkehrs­ordnung und Erforder­nissen des Alltags. Häufig hat es einen Diamant­rahmen, wie er typischer­weise bei Herrenrädern verwendet wird, siehe Bild oben. Oder einen Trapez­rahmen, wie er für Damen­räder typisch ist. Bei beiden Formen dient die Quer­stange dazu, das Rad zu versteifen. Das soll das Fahr­verhalten verbessern. Der Sattel ist breit und eher fest, damit er gut stützt.

Für wen es sich eignet. Für Leute, die ein Rad suchen, das sich für den Weg zur Arbeit genauso eignet wie für lange Touren im Urlaub.

Cityrad

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Für intakte Wege. Das Verhältnis von Lenker- zu Sattelhöhe lässt ahnen, wohin die Reise geht: ins Büro, zum Markt oder zu einem anderen Ziel in der Stadt, und zwar aufrecht sitzend. Das Rad ist oft einfach ausgestattet, erfüllt aber alle Erforder­nisse der Straßenverkehrs­ordnung, die Gang­schaltung hat wenige Gänge. Unter Cityrädern sind Tiefein­steiger mit ihrem V-förmigen Rahmen (Bild oben) weit verbreitet. Er erleichtert Menschen, die eher klein oder weniger beweglich sind, das Aufsteigen beträcht­lich. Es gibt sie aber auch mit Diamant- und Trapez­rahmen.

Für wen es sich eignet. Für alle, die primär auf befestigten Wegen fahren, mitunter kleinere Lasten trans­portieren und sich einen gewissen Komfort wünschen.

Mountain­bike

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Für Berg und Tal. Schlamm drüber – so lässt sich das Mountain­bike zusammenfassen. Häufig hat es einen Sloping-Rahmen, bei dem die Stange vom Lenker in Richtung Sattel leicht abfällt: Das soll die Konstruktion stabilisieren und Stöße bei starkem Gefälle und steinigem Unter­grund abfangen. Meist bietet es eine Ketten­schaltung und Scheibenbremsen, dafür fehlen oft Licht und Schutz­bleche, die gehen da draußen eh nur kaputt. Der Sattel ist schmal und hart, die Reifen haben oft dicke Stollen. Die Gabel ist meist gefedert, mitunter auch der hintere Bereich.

Für wen es sich eignet. Das Mountain­bike ist ein Gerät für Sport­liche. Licht­anlage, Reflektoren und Klingel lassen sich für den täglichen Gebrauch auch anklemmen.

Renn­rad

E-Bikes im Test - Vier von zwölf Tiefein­steiger-Pedelecs sind gut
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Für Tempo. Der Rahmen ist fast immer ein leichter Diamant­rahmen (Bild oben) oder Slopingrahmen, die Reifen sind schmal mit flachem Profil. Wie beim Mountain­bike ist der Sattel für gewöhnlich schmal und hart, das gibt Bewegungs­freiheit. Die Körperhaltung ist weit nach vorn geneigt, damit der Wind möglichst wenig Widerstand hat – der Lenker liegt oft deutlich unter dem Niveau des Sattels. Mitunter gibt es Renn­räder mit profilierteren Reifen für Schotterpisten, sie heißen Gravelbikes, vom eng­lischen „gravel“ für Kies.

Für wen es sich eignet. Für sport­liche Menschen. Vorder- und Rück­leuchte, Klingel und Reflektoren fehlen meist, das mindert Gewicht und Luft­widerstand. Man kann sie aber für die Alltags­nutzung anklemmen.

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