So haben wir getestet

Im „So haben wir getestet“ macht die Stiftung Warentest trans­parent, welcher Prüf­methoden sie sich in ihren Tests bedient und auch auf welche Normen oder gesetzliche Vorgaben sie sich dabei bezieht. Unsere Methodik entwickeln wir dabei stetig weiter. Deshalb kann sich unser Vorgehen – auch für ähnliche Produkte – von Test zu Test verändern. Neben den Prüf­methoden zum aktuellen Test der Trekking-Pedelecs veröffent­lichen wir hier auch unser Vorgehen, mit dem wir 2016 die Tiefein­steiger-Pedelecs geprüft haben.

Trekking-Pedelecs 6/2018

Im Gemein­schafts­test mit dem österrei­chischen Verein für Konsumenten­information (VKI): 12 Elektrofahr­räder mit Diamant­rahmen, Mittel­motor, vorzugs­weise mit 500-Watt­stunden-Akku, Federgabel, 28-Zoll-Rädern, Ketten­schaltung, hydrau­lischen Scheibenbremsen und Ausstattung nach Straßenverkehrs-Zulassungs­ordnung. Wir kauf­ten sie von November 2017 bis Februar 2018 ein. Die Preise der Räder ermittelten wir in einer Anbieterbefragung im März und April 2018.

Fahren: 40 %

Acht erfahrene Radler – sechs Männer, zwei Frauen – beur­teilten Fahr­verhalten in der Ebene und berg­auf, den Komfort der E-Trekkingräder, unter anderem das Federungs­verhalten, die Fahr- und Griff­position und das Abstellen auf dem Ständer. Fachleute beur­teilten, wie sich die Schaltung bedienen lässt, insbesondere das Schalt­verhalten in der Ebene und am Berg, die Wendig­keit des Rads sowie Anfahren und Fahren ohne Motor­unterstüt­zung. Zwei Experten beur­teilten die Fahr­stabilität ohne und mit Gepäck (25 Kilogramm). Auf einer Test­strecke fuhren sie jedes Modell in mehreren Durch­gängen, auch einhändig oder mit minimalem Kontakt zum Lenker und bei unterschiedlichen Geschwindig­keiten.

Antrieb: 20 %

Die Reich­weite wurde für Stadt- und Über­land­fahrten bei mitt­lerer, für Berg­fahrten bei hoher Unterstüt­zung auf dem Prüf­stand ermittelt. Angegeben ist die Reich­weite für die Über­land­fahrt bei mitt­lerer Unterstüt­zung. Der angegebene Wert dient dem Vergleich zwischen den Pedelecs. Die tatsäch­liche Reich­weite hängt von verschiedensten Faktoren, wie bspw. dem genauen Stre­cken­profil, der Geschwindig­keit, der Unterstüt­zungs­stufe sowie der einge­brachten Leistung des Fahrers ab. Die Ladedauer des Akkus haben wir zwischen entleertem und voll­geladenem Akku gemessen. Die Testfahrer beur­teilten zudem das Ansprech­verhalten und die Motor­unterstüt­zung, Fahr­geräusche mit Motor sowie Schiebe­hilfe.

Hand­habung: 20 %

Die Testfahrer beur­teilten unter anderem den Aufbau und die Verständlich­keit der Gebrauchs­anleitung. Ein Experte untersuchte in Anlehnung an DIN EN ISO 4210–2:2015–12, E DIN EN 15194:2017–12, DIN EN 82079–1:2013–06 und Maschinen­richt­linie 2006/42/EG, ob wichtige Informationen, wie Angaben zum Trans­port, zur Garantie oder zum zulässigen Gesamt­gewicht zu finden sind und ob die Anforderungen an die CE-Kenn­zeichnung erfüllt sind. Zudem beur­teilte er das Einstellen und Anpassen, etwa des Vorbaus und der Sattel­position. Die Testfahrer beur­teilten die Bedien­elemente und Anzeige sowie unter anderem Einbau, Ausbau und Laden des Akkus, ebenso das Tragen des Pedelecs. Beim Reparieren bewerteten wir Aus- und Einbau der Räder und einen Schlauch­wechsel.

Sicherheit und Halt­barkeit: 20 %

Um die Bruch­festig­keit und Halt­barkeit zu prüfen, zeichneten wir bei Test­fahrten die Betriebs­lasten auf, die an Rahmen, Lenker, Gabel und Sattel­stütze wirken. Danach wurden sie auf Prüf­ständen über eine Strecke von 20 000 Kilo­metern nach­voll­zogen. Die Bremsen untersuchten wir in Anlehnung an DIN EN ISO 4210–4:2015–01 auf dem Prüf­stand auf ihre Verzögerung bei 150 Kilogramm Gesamt­gewicht. Testfahrer beur­teilten die Hand­habung in der Praxis. Der Prüf­punkt Licht berück­sichtigt unter anderem Fahr­bahn­ausleuchtung, Einhalten der Zulassungs­ordnung sowie Vorhandensein eines Standlichts. Im Rahmen der elektrischen und funk­tionalen Sicherheit über­prüften wir in Anlehnung an die DIN EN 60335–2–29:2004 + A2:2010 sowie DIN EN 62133 –1:2017–11 etwa Kurz­schluss­verhalten, Fall- und Glühdraht­prüfungen an Akku und Ladegeräten. Zudem führten wir eine Spritz­wasser­prüfung in Anlehnung an DIN EN 60529:1991 + A2:2013 Schutz­art IPX4 durch und untersuchten weitere Sicher­heits­aspekte wie Bodenfreiheit der Fahr­räder, Abstand des Pedals zum Vorderrad, Einsteck­tiefenmarkierung an Sattel­stütze und Lenker­vorbau in Anlehnung an die DIN EN ISO 4210–2:2015–12. Bei der Verarbeitung beur­teilten wir etwa Steifig­keit des Gepäck­trägers, maximale Spurs­teifig­keit des Fahr­rads sowie Torsions­steifig­keit des Rahmens und die Zugverlegung.

Schad­stoffe in Griffen und Sattel: 0 %

Die Griffe und der Sattel wurden auf poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe, kurz PAK, in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK sowie auf Phthalat-Weichmacher nach Extraktion mit GC-MS in Anlehnung an DIN CEN ISO/TS 16181:2011–10 und kurz­kettige Chlorparaf­fine nach Extraktion in Anlehnung an DIN EN ISO 18219:2016–02 untersucht.

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Folgende Abwertungen haben wir einge­setzt:

War der Antrieb ausreichend, konnte das test-Qualitäts­urteil nur eine Note besser sein.

War die Ladedauer ausreichend, konnte der Antrieb maximal eine Note besser sein.

War Ansprech­verhalten und Motor­unterstüt­zung mangelhaft, konnte der Antrieb maximal eine halbe Note besser sein.

Bei ausreichender Hand­habung konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein.

War die CE-Kenn­zeichnung mangelhaft, konnte Hand­habung nur eine Note besser sein.

War Sicherheit und Halt­barkeit ausreichend oder schlechter, konnte das Qualitäts­urteil nicht besser sein.

Waren Bruch­festig­keit und Halt­barkeit oder elektrische und funk­tionale Sicherheit ausreichend oder schlechter, konnte Sicherheit und Halt­barkeit nicht besser sein, bei ausreichend für weitere Sicher­heits­aspekte nur eine Note besser.

Pedelecs mit tiefem Durch­stieg 7/2016

Im Gemein­schafts­test mit dem ADAC: 15 Komfort-Elektrofahr­räder (28 Zoll) mit tiefem Durch­stieg, Mittel­motor und Naben­schaltung, vorzugs­weise mit 400-Wh-Akku.

Einkauf: Dezember 2015 bis März 2016. Für die Preise wurden im Mai 2016 die Anbieter befragt.

Fahren: 40 %

Sechs erfahrene Radler – vier Männer, zwei Frauen – beur­teilten Fahr­verhalten, Komfort, Wendig­keit und Schalten, Anfahren / Fahren ohne Motor­unterstüt­zung. Die Fahr­stabilität mit und ohne Gepäck (20 Kilogramm) beur­teilten zwei Experten bei unterschiedlichen Geschwindig­keiten mit einhändigem oder minimalem Kontakt zum Lenkergriff.

Antrieb: 20 %

Die Reich­weite wurde durch Stadt- und Über­land­fahrt mit mitt­lerer und hoher Unterstüt­zung sowie durch Nach­fahren auf dem Prüf­stand ermittelt. Die Ladedauer des Akkus zwischen leerem und voll­geladenem Akku wurde gemessen. Die Testfahrer beur­teilten zudem Ansprech­verhalten und Motor­unterstüt­zung, Fahr­geräusche mit Motor und Schiebe­hilfe.

Hand­habung: 20 %

Die Testfahrer beur­teilten unter anderem Aufbau und Verständlich­keit der Gebrauchs­anleitung, ein Experte beur­teilte, ob sie den Vorschriften entspricht (in Anlehnung an DIN EN ISO 4210-2:2015-12, E DIN EN 15194:2015-07, DIN EN 82079-1:2013-06 und Maschinen­richt­linie 2006/42/EG) und über­prüfte die CE-Kenn­zeichnung der Pedelecs. Die Testfahrer beur­teilten Einstellen und Anpassen, etwa von Vorbau, Bremse, Sattel­position; die Bedien­elemente und Anzeige; Einbau, Ausbau und Laden des Akkus sowie Tragen der Pedelecs. Beim Prüf­punkt Reparieren beur­teilte ein Experte etwa Aus- und Einbau der Laufräder und Schlauch­wechsel.

Sicherheit und Halt­barkeit: 20 %

Für die Bruchsicher­heits- und Stabilitäts­prüfung wurden die Betriebs­lasten an Rahmen und Anbau­teilen bei Test­fahrten aufgezeichnet und auf Prüf­ständen für 20 000 Kilo­meter nach­voll­zogen, außerdem wurden im Rahmen der Fahrts­imulation auf einem Trommel­prüf­stand durch Holperleisten 200 000 Stöße erzeugt (angelehnt an den Prüf­grund­satz für die Sicherheit von Pedelecs EK2/AK2.1 12-01.2:2012 der ZLS). Die Bremsen wurden auf dem Prüf­stand untersucht (in Anlehnung an DIN EN ISO 4210-4:2015-01 sowie dem Prüf­grund­satz für die Sicherheit von Pedelecs EK2/AK2.1 12-01.2:2012 der ZLS) und von Testfahrern beur­teilt. Licht berück­sichtigt Fahr­bahn­ausleuchtung, Erkenn­barkeit, Einhalten der Zulassungs­ordnung; elektrische und funk­tionale Sicherheit etwa Kurz­schluss­verhalten des Akkus, Fall- und Glühdraht­prüfung des Ladegeräts. Außerdem untersuchten wir die elektromagnetische Verträglich­keit, weitere Sicher­heits­aspekte wie Bodenfreiheit, Abstand Pedal zum Vorderrad. Verarbeitung: etwa maximale Spurs­teifig­keit.

Schad­stoffe in den Griffen: 0 %

Analyse auf PAK (poly­zyklische aromatische Kohlen­wasser­stoffe) – in Anlehnung an die GS-Spezifikation AfPS GS 2014:01 PAK – und Weichmacher (Phthalate).

Abwertungen

Abwertungen führen dazu, dass sich Produktmängel verstärkt auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Sie sind mit einem Stern­chen *) gekenn­zeichnet. Lautete das Urteil für Fahren befriedigend, konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein. War die Fahr­stabilität mit Gepäck ausreichend, konnte das Urteil im Punkt Fahren nur eine halbe Note besser sein. War das Urteil im Punkt Sicherheit und Halt­barkeit befriedigend, konnte das Qualitäts­urteil nur eine halbe Note besser sein; lautete es mangelhaft, wurde das Qualitäts­urteil auf mangelhaft abge­wertet. Waren Bruchsicherheit und Stabilität befriedigend oder schlechter, oder die Bremsen mangelhaft, konnte das Urteil im Punkt Sicherheit und Halt­barkeit nicht besser als mangelhaft sein.

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