Duschbäder Test

So ein Duschbad am Morgen duftet, schäumt und hinterlässt ein wohliges Gefühl. Manche versprechen, besonders mild zu sein und zu pflegen. Ob das stimmt, haben wir an 20 Duschbädern für empfindliche Haut getestet.

Raus aus dem Bett und ab unter die Dusche. So beginnt bei vielen der Tag – der Frische wegen und natürlich, weil der abwechselnd heiße und kalte Wasserstrahl wach macht. Bei unseren Großeltern sah das Morgenritual noch anders aus: Sie haben sich einfach an einigen Körperstellen wie den Achselhöhlen gründlich gewaschen. Der Sauberkeit und des Geruchs wegen.

War das womöglich die bessere Hautpflege? Schließlich spannt nach der täglichen Ganzkörperbrause bei vielen Menschen die Haut, sie schuppt und ähnelt einem verdörrten Apfel. Unter solchen Zeichen der Trockenheit leiden manche Hauttypen besonders. Für diese „empfindliche“, „sensible“, „sensitive“ und „extra-sensitive“ Haut haben Kosmetikhersteller spezielle Duschbäder entwickelt. Ob diese Produkte wirklich mild sind und Bezeichnungen wie „sensitive duschgel“ oder „sensitives Duschbad“ verdienen, haben wir getestet. Das Ergebnis fällt positiv aus. Von 20 untersuchten Duschbädern sind 19 „gut“. Nur das Duschgel von Spinnrad bekam ein „Befriedigend“.

Flüchtiges Vergnügen

Duschbäder Test

Eines vorweg: Ein Duschbad schafft ein flüchtiges Vergnügen. Normalerweise bleiben die meist dicklichen Flüssigkeiten nur wenige Sekunden auf der Haut. Das Wasser aus dem Duschkopf schäumt sie mal mehr, mal weniger auf. Fast immer entfaltet sich dabei auch ein schöner Duft, der sich nach dem Abbrausen noch eine Weile in den warmen Dämpfen der Duschkabine hält. Doch schon auf dem Weg vom Badezimmer zum Kleiderschrank verlieren die Wohlgerüche aus der Flasche, die unter anderem an Mandelmilch oder Wasserlilien erinnern sollen, an Intensität.

Duschbäder gehören eben zu den „Rinse-off-Produkten“ – nach dem englischen Wort für abspülen. Die Duftstoffe bleiben nicht nachhaltig auf der Haut haften wie bei Parfüm, Eau de Toilette oder Deos. Auch mit Körperlotionen, die langsam in die Haut einziehen, können Duschbäder nicht konkurrieren. Trotz Feuchtigkeit spendender Inhaltsstoffe wie Öle oder Glyzerine können Duschbäder bei der kurzen Verweildauer auf der Haut nur wenig wirken.

Zwei Voraussetzungen muss ein Duschbad erfüllen: hautverträglich sein und gründlich sauber machen. Verbraucher scheinen aber das sinnliche Erlebnis am höchsten zu schätzen. Was sie angenehm spüren und als Wohlgeruch empfinden, verbinden sie auch mit pflegender Wirkung. Das zumindest ist das Ergebnis unseres Anwendungstests. Dafür nahmen 50 Männer und Frauen, von denen mehr als jeder Dritte die eigene Haut als empfindlich und trocken beschrieb, die Prüfprodukte in neutralen Verpackungen mit unter die Dusche.

Etwas für die Sinne

Die Testduscher beurteilten die Gele und Balsame danach, ob sie reinigten und ein Gefühl von Pflege vermittelten. Sie beschrieben auch, wie zufrieden sie mit dem Schaum waren, wie gut sich der Duft entfaltete und anschließend auf der Haut haften blieb. Am höchsten in der Gunst der Tester stand das Duschbad von Palmolive. Es bekam vor allem für seine Dufteigenschaften und seinen cremigen Schaum die besten Noten.

Das Gel von Spinnrad überzeugte bei der praktischen Prüfung am wenigsten. Als einziges im Test enthält es keine Duftstoffe, entfaltet aber einen strengen Eigengeruch. Folge: Die Konsumenten fühlten sich nicht frisch, gut gereinigt und gepflegt. Außerdem schränkt die Konsistenz des Spinnrad-Produkts den Schauerspaß ein. Denn anders als alle übrigen Bäder ist es kaum angedickt und rinnt wie Saft durch die Finger. Das erschwert einen sparsamen Verbrauch.

Etwas für die Pflege

„Pflegelipide bewahren die Hautfeuchtigkeit“ lautet etwa die Werbebotschaft auf der Plastikflasche von Balnea. Und auf der Verpackung von Dreaming steht: „Feuchtigkeitsspendende und rückfettende Substanzen schützen die Haut vor dem Austrocknen und halten die Haut zart und geschmeidig.“

Um solche Verheißungen zu prüfen und eventuelle Trockenmacher zu überführen, haben wir die feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften aller Produkte gemessen. Sämtliche Duschbäder im Test können der Haut tatsächlich ein wenig Feuchtigkeit spenden – am meisten Lanosan, Litamin und Blue Moon.

Über einen Zeitraum von mehreren Wochen können diese und andere in diesem Punkt „sehr gute“ Duschbäder den Feuchtigkeitshaushalt der Haut ein wenig unterstützen. Die Bodylotion für trockene Haut machen sie deshalb aber nicht völlig überflüssig.

Das schafft – wegen der kurzen Verweildauer auf der Haut – auch das auffällig ölige Duschbalsam pH5 Eucerin nicht. Dabei lässt es sich durch seinen Fettanteil von mehr als 70 Prozent schon fast mit einer Körpercreme vergleichen. Je weniger Tenside und je mehr Öl ein Produkt allerdings enthält, desto mehr Öl bleibt auch nach dem Abspülen auf der Haut zurück. Das überzeugte die 50 Testduscher: Sie schätzten pH5 Eucerin als bestes Produkt bei Rückfettung und Pflegewirkung ein.

Ihren Eindruck bestätigten die „sehr guten“ Werte im Prüfpunkt feuchtigkeitsbindende Eigenschaften. Auffällig bei dieser objektiven Messung: Der Favorit der Testerduscher, Palmolive Naturals, gehörte zwar auch zu den „guten“ Feuchtigkeitslieferanten, belegte hierbei aber einen Platz im unteren Viertel.

Alle machen sauber

Mit Wasser allein lassen sich nur Staub und Schweiß abspülen. Wer ein Duschbad wählt, wäscht sich auch noch Körperfette wie überschüssigen Talg und Schmutz vom Leib. Ihre fettlösende Kraft verdanken die Duschbäder den Tensiden. Das sind waschaktive Substanzen, die fetthaltigen Schmutz vom Körper lösen. Ob ein Duschgel sanft oder aggressiv zur Haut ist, entscheidet die Art der Tenside. Die sind bei allen Testduschbädern so milde, dass sie die Haut nicht reizen oder röten und nur sanft entfetten.

Verdickt, beduftet, konserviert

Duschbäder bestehen bis zu 80 Prozent aus Wasser, der Rest sind Tenside, Rückfetter und Pflegestoffe. Ohne weitere Zusatzstoffe würden die Produkte aber nicht funktionieren. So bewirken Verdickungsmittel eine cremige Konsistenz, die sich gut aus den Spendern entnehmen und auf dem Körper verteilen lässt. Für das Wohlgefühl sorgen außerdem oft Duftstoffe. Fast immer enthalten Duschbäder außerdem Konservierungsstoffe, weil sich sonst im feuchtwarmen Badezimmerklima vorhandene Keime in der dünnen Flüssigkeit besonders gut vermehren könnten.

Verdickt, beduftet, konserviert – in sämtlichen Testprodukten steckt aber nichts, was die Kosmetikverordnung nicht zulässt. Bestimmte Inhaltsstoffe wie das Konservierungsmittel 2-Bromo-2-Nitropropane-1,3-Diol oder die als Emulgator wirkenden PEG-Verbindungen werden mitunter verdächtigt, ein Risiko für die Gesundheit darzustellen. Doch dazu liegen keine eindeutig zuverlässigen wissenschaftlichen Studien vor.

Allerdings versuchen manche Hersteller, auf bestimmte Inhaltsstoffe zu verzichten, die bei extrem empfindlichen Menschen Hautreizungen oder gar Allergien verursachen können. Zum Beispiel kommen die beiden Aldi-Produkte Mildeen Pflegedusche balance und Caribic Pflegedusche Tropic Dream als einzige Produkte im Test ganz ohne Konservierungsstoffe aus. Auf Farbstoffe verzichten bei Duschbädern für empfindliche Haut fast alle Hersteller. Bis auf Sanex sind alle Produkte im Test frei davon.

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