Seife oder Duschbad: Was sie unterscheidet und verbindet

In vielen Duschkabinen haben Duschbäder das Stück Seife verdrängt. Das hat oft praktische Gründe. Es ist einfach bequemer, eine Flüssigkeit aus einer Tube oder Flasche zu drücken, statt ein glitschiges Stück Seife zu benutzen. Allerdings machen beide Reinigungsmittel gleich gut sauber. Und auf gesunder Haut verursacht weder das eine noch das andere Probleme.

Unterschiedlich ist meist die Herkunft der waschaktiven Substanzen (Tenside), die Fett und starken Schmutz von der Haut lösen. Die Tenside der Seife stammen aus natürlichen Fetten, die mit Natron- und Kalilauge gekocht werden.

Duschbäder dagegen enthalten künstliche waschaktive Substanzen. Diese synthetischen Tenside lassen sich relativ gut auf den pH-Wert der Haut von 5,5 abstimmen (der pH-Wert von Säuren ist immer kleiner, der von Laugen größer als 7). Das leicht saure Milieu der Haut, der Säureschutzmantel, wehrt Mikroorganismen sowie Schadstoffe ab und schützt so vor Infektionen.

Die Bedeutung des pH-Werts von Duschbädern wird aber oft überschätzt. Denn wer sich mit Seife duscht, deren pH-Wert im alkalischen Bereich von 8 bis 9 liegt, verschiebt den natürlichen pH-Wert der Haut nur kurzfristig. Spätestens nach ein bis zwei Stunden hat sich der Säureschutzmantel bei gesunder Haut wieder erholt. Allerdings quillt sie in dieser Zeit etwas auf und wird ein bisschen empfänglicher für Keime.

Aber Seife hin, Schaumbad her: Die Tenside aus beiden können die Haut entfetten und austrocknen. Deswegen enthalten viele Produkte Rückfetter und Pflegestoffe, womit manche Hersteller werben. Doch einige Aussagen sind mehr Schaumschlägerei. Denn dass ein Produkt „dermatologisch getestet“ wurde, sollte eigentlich selbstverständlich sein.

Dieser Artikel ist hilfreich. 2071 Nutzer finden das hilfreich.