Duschbäder Test

Der Haut zuliebe: Trocken tupfen, nicht rubbeln.

Spezielle Duschbäder für die empfindliche Haut machen ihrem Namen alle Ehre. Die meisten eignen sich „gut“ für die tägliche Wäsche. Darunter auch sehr preiswerte.

Verwandeln Sie das Duschen in einen kleinen verwöhnenden Pflegemoment.“ So empfiehlt sich Dove. Nivea Bath Care verspricht „das pure und sanfte Duscherlebnis“. Auch wenn diese Versprechungen etwas übertrieben klingen, ein Duschbad fehlt heute in kaum einem Haushalt. Längst hat es die gute alte Seife vom Wannenrand verdrängt. Vor allem die Bequemlichkeit spielt dabei eine Rolle: Seife ist glitschig, rutscht leicht aus den Fingern, schäumt schlecht bei hartem Wasser und hinterlässt in der Wanne oder im Waschbecken hartnäckige Kalkseifenrückstände. Die Probleme hat man mit Duschbädern nicht. Sie sind seifenfrei und enthalten stattdessen synthetische Tenside (siehe „Von Seifen und Syndets“). Außerdem versprechen sie besondere Hautfreundlichkeit.

Besser sind die Teuren nicht

Besondere Milde und Verträglichkeit haben sich vor allem die speziell für empfindliche, trockene Haut angebotenen Produkte auf die Fahne geschrieben. 19 dieser Duschbäder für empfindliche Haut haben wir in Praxis und Labor untersucht, darunter Produkte aus dem Drogeriemarkt, vom Discounter, aber auch solche, die in der Apotheke angeboten werden, und ein Duschgel der Naturkosmetik.

Ergebnis: Egal, woher sie kommen, die meisten Duschbäder sind „gut“. Unterschiede zeigen sich vor allem im Preis. Schon für 22 Cent pro 100 Milliliter sind Aldi (Nord)/Mildeen, Aldi (Süd) / Caribic und dm / Balea zu haben. Auch Lidl / Pool, zusammen mit den Aldi-Produkten knapper Sieger der Konkurrenz, kostet mit 27 Cent kaum mehr. Die teuersten Produkte sind die mit dem medizinischen Image, Eucerin pH 5 und sebamed, für 2,63 Euro und 2,18 Euro pro 100 Milliliter sowie Logona Naturkosmetik für 3,16 Euro. Besser als die preiswerten sind sie nicht.

Zu diesem Ergebnis kamen unsere Testpersonen, die überwiegend zu trockener, empfindlicher Haut neigen. Sie gingen mit den Produkten an vier aufeinander folgenden Tagen unter die Dusche und beurteilten Reinigungs- und Pflegewirkung, Entnahme und Konsistenz, Schaumbildung und -menge, Verteilbarkeit, Abspülen, Hautgefühl, Verträglichkeit und den Duft.

Bei Logona missfiel der Geruch

Die Parfümierung eines Duschbads verfliegt zwar schnell wieder. Trotzdem kann sie von entscheidender Bedeutung sein. In unseren Tests zeigt sich immer wieder: Wenn der Duft nicht gefällt, wird das Produkt oft auch insge­samt kritisch beurteilt. Ganz deutlich zeigte sich das in diesem Test bei Logona, einem Naturkosmetikprodukt. Von der Rezeptur her sehr auf Hautfreundlichkeit bedacht – da frei von stark auslaugenden Tensiden, chemischen Konservierungsmitteln, Farb- und Parfümstoffen – konnte es bei den Probanden trotzdem nicht viele Pluspunkte sammeln.

Ihnen gefiel vor allem der Geruch nicht: „medizinisch“, „chemisch“, „unangenehm nach Alkohol“. In der Tat weist das Duschgel einen vergleichsweise hohen Alkoholgehalt auf, was der Haut nicht unbedingt zuträglich ist. Auch die etwas flüssige Konsistenz und der nicht allzu üppige Schaum missfielen den Probanden. Dabei kann das durchaus ein Anzeichen für besondere Hautfreundlichkeit sein, da sanfte Tenside – die reinigenden Wirkstoffe im Duschbad – nicht so stark schäumen. Trotz allem: Logona kam bei den Praxistestern und dementsprechend auch im test-Qualitätsurteil über „befriedigend“ nicht hinaus.

Mehr Feuchtigkeit für die Haut

Dabei zeigten die Messungen mit einem speziellen Feuchtigkeitsmesser, dem Corneometer: Logona reichert die Haut „sehr gut“ mit Feuchtigkeit an. Andere ebenso „sehr gute“ Feuchtigkeitsspender sind dm / Balea und Migros/pH Balance, gefolgt von Aldi, Lidl und CD.

Duschbäder, besonders solche für die sensible, zu Trockenheit neigende Haut, sollen nicht nur reinigen, sondern durch rückfettende Stoffe die Haut auch pflegen. Schließlich tritt bei jedem Kontakt mit Wasser und Waschzusatz ein Feuchtigkeitsverlust ein. Der sollte möglichst ausgeglichen werden. Und so loben auch alle Testduschbäder aus, die Haut mit Feuchtigkeit anzureichern. Allein Edeka/elkos und Palmolive wirken der Austrocknung nur „befriedigend“ entgegen, können dementsprechend auch insge­samt nicht besser beurteilt werden.

Nicht alle konservieren chemisch

An der Verträglichkeit der Duschbäder monierten die Probanden wenig. Das ist keine allzu große Überraschung: Schließlich bleiben die Waschzusätze nicht lange auf der Haut, sondern werden als „rinse-off“-Produkte gleich wieder abgespült. Im Einzelfall können Farb- und Parfümstoffe aber dennoch zu Reizungen führen. Wer auf diese Substanzen sensibel reagiert, findet in der Tabelle Hinweise auf die enthaltenen Stoffgruppen.

Auch Konservierungsstoffe sind in den meisten Duschbädern zu finden. Sonst könnten sich im feucht-warmen Badezimmerklima in den stark wasserhaltigen Produkten Keime besonders gut vermehren. Auch diese Substanzen bekommen nicht jeder Haut. Eine Alternative bieten die Duschbäder Aldi / Caribic, Aldi / Mildeen, Kneipp und Logona. Sie verzichten auf chemische Haltbarmacher.

Cremen empfiehlt sich trotzdem

Trotz eines „guten“ Duschbads werden Menschen mit empfindlicher Haut nach dem Duschen oft das Gefühl haben, dass ihre Haut juckt oder spannt. Auch das beste Duschbad kann das nachträgliche Eincremen mit einer reichhaltigen Körperlotion nicht ersetzen.

Hautärzte warnen immer wieder: Schon der Wasserkontakt allein laugt die Haut aus, Reinigungsmittel – auch die sanftesten – verstärken den Effekt noch. Sie greifen den Säureschutzmantel der Haut an. Und so führt ein exzessives Waschverhalten ohne anschließendes Eincremen oft zu empfindlicher Haut. Solche Patienten sehen Mediziner in ihren Sprechstunden immer wieder. Deshalb ist es sinnvoll, sich nicht allein auf das Duschbad zuverlassen, sondern die Haut danach auch noch mit einer Körperlotion zu pflegen (siehe „Tipps“).

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