Die Staatsanwaltschaft Hamburg hat Geschäftsräume der EECH–Gruppe in Hamburg durchsucht. Sie ermittelt wegen des Verdachts auf Kapitalanlagebetrug gegen Verantwortliche des Unternehmens. Dabei soll geklärt werden, ob von der EECH-European Energy Holding AG eingesammeltes Anlegergeld wie versprochen in die angebotenen Windkraft- und Solaranleihen in Frankreich investiert wurde.

Finanztest warnte bereits 2005

Finanztest hat wiederholt vor den dubiosen Angeboten von Firmen, die zur EECH-Gruppe gehören, gewarnt. Bereits 2005 setzte die Redaktion eine Windkraftanleihe der EECH Windkraft Italien Projektentwicklung GmbH & Co. KG, Hamburg auf die Finanztest-Warnliste Geldanlage. Inzwischen stehen auch die EECH AG sowie die mit der EECH-Gruppe verbundene Art Estate GmbH & Co I. Fonds in Hamburg auf der Liste.

Verurteilung vor dem Landgericht

Nach den Warnungen und verspäteten Zinszahlungen kündigten zahlreiche Anleger die Anleihen und verlangten ihr Geld zurück. Als die EECH sich weigerte, zogen viele von ihnen vor Gericht. Letzter Stand: Das Landgericht Hamburg hat die EECH AG gestern verurteilt, weiteren 17 Anlegern insgesamt 327 000 Euro zurückzuzahlen. Bereits im Mai hatte die EECH AG sich in einem Vergleich vor dem Landgericht Hamburg verpflichtet, einige Inhaber von Anleihen auszuzahlen. Das Geld blieb jedoch zunächst aus. Erst nach Einleitung der Zwangsvollstreckung und Verhängung einer Kontosperre zahlte die EECH AG die versprochenen Beträge, insgesamt knapp 200 000 Euro. Bereits in der vergangenen Woche verurteilte das Landgericht Hamburg die EECH AG in 16 Fällen. Nach Angaben von CLLB Rechtsanwälte in München sind beim Landgericht Hamburg noch weitere rund 250 Klagen anhängig, die allein diese Münchener Kanzlei im Auftrag von insgesamt 350 Inhabern von EECH-Anleihen eingereicht hat.

Kunst statt Windkraft

Hintergrund für die Betrugsermittlungen und die Urteile des Landgerichts Hamburg: Die EECH AG hat offenbar nur einen kleinen Teil des Geldes tatsächlich in Windenergieprojekte investiert. Stattdessen hat das Unternehmen 25 Millionen Euro für den Ankauf von Kunstwerken verwendet.

[Update 30.10.2007] Gestern hat das Landgericht weitere Urteile gefällt. Danach hat die EECH AG insgesamt fast 300 000 Euro an weitere 20 Anleger zu zahlen. Insgesamt haben allein Mandanten von CLLB-Rechtsanwälte zumindest vorläufig vollstreckbare Titel über insgesamt 1,5 Millionen Euro gegen das Hamburger Unternehmen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 199 Nutzer finden das hilfreich.