Durchlauf­er­hitzer im Test

System­vergleich: Kostenfalle Durchlauf­er­hitzer

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Beim Kauf­preis sind elektrische Durchlauf­er­hitzer ein Schnäpp­chen im Vergleich etwa zu Gas­thermen oder Heizungen mit Warm­wasser­speicher. Sobald aber die Hähne offen sind, folgt die teure Zeche mit jedem Liter. Selbst mit modernsten Elektroer­hitzern kostet Warm­wasser erheblich mehr als mit jedem anderen gasbetriebenen Modell. Die Stiftung Warentest hat die Kosten und Umwelt­wirkungen von vier Systemen verglichen.

Durchlauf­er­hitzer im Test Testergebnisse für 11 Durchlauferhitzer 01/2015

Modell­fall Vier-Personen-Haushalt

Die Tester haben die Kosten und Umwelt­wirkungen über 20 Jahre Nutzungs­dauer verglichen – von folgenden Systemen zur Warm­wasser­bereitung:

  • Strom-Durchlauf­er­hitzer (wie in diesem Test),
  • Gas-Durchlauf­er­hitzer,
  • Gas-Kombitherme mit Durchlauf­er­hitzer,
  • Gas-Brenn­wert­kessel mit Solarspeicher und ther­mischer Solar­anlage zur Trink­wasser­erwärmung.

Die Tester haben berechnet, wie stark die Unterschiede für Geldbeutel und Umwelt ausfallen. Grund­lage ist der Bedarf eines typischen Vier-Personen-Haus­halts: täglich rund 230 Liter warmes Wasser aus der Leitung. Bei einer Kalt­wasser­temperatur von zehn Grad entspricht das einem Wärmebedarf von 2 840 Kilowatt­stunden pro Jahr. Der Vergleich schließt die Kosten ein für Kauf, Einbau, Wartung und Betrieb über einen Zeitraum von 20 Jahren. Der Strom- und Gasmix berück­sichtigt absehbare Veränderungen in Richtung regenerativer Energiequellen. Die ausführ­lichen Berechnungs­grund­lagen finden Sie im Anschluss an die beiden Grafiken.

Ergeb­nisse Kosten­vergleich

Durchlauf­er­hitzer im Test - Preis-Schock für Warmduscher
© Stiftung Warentest

Ergeb­nisse Treib­hausgas­emission

Durchlauf­er­hitzer im Test - Preis-Schock für Warmduscher
© Stiftung Warentest

Die Berechnungs­grund­lagen im Detail

  • Kalt­wasser­temperatur 10 Grad Celsius.
  • Kosten (in Cent pro Kilowatt­stunde): Strom: 28, Gas: 7.
  • Berück­sichtigt wurden zudem typische systemspezi­fische Kosten für Kauf, Installation, Wartung und Entsorgung, ohne Inflations- oder Zins­effekte.
  • Primär­energie­faktoren (nicht erneuer­barer Anteil) für 2015. Der Primär­energie­faktor steht für das Verhältnis der Gesamt­energie für Gewinnung, Aufbereitung und Trans­port von Brenn­stoffen und Strom zur Endenergie, die beim Nutzer am Zähler ankommt. Je nied­riger der Faktor, desto umwelt­schonender wird Energie einge­setzt. In unserer Berechnung stützen wir uns auf Daten der Ökobilanz-Datenbank Ecoinvent und unsere eigene Prognose für den steigenden Anteil erneuer­barer Energien am Strommix bis zum Jahr 2035:

Strommix

Gasmix

2015

2035

2015

2035

2,71

1,80

1,26

1,10

  • Treib­hausgas-Emissions­faktor. Der Treib­hausgas-Emmissions­faktor gibt die Menge an Treib­hausgasen an, die für die beim Verbraucher ankommende Endenergie entsteht. Der Wert wird in Kohlendixoid-Euqivalent in Gramm pro Kilowatt­stunde Endergie angegeben. Je nied­riger er liegt, um so effizienter wird Energie genutzt.

Strommix

Gasmix

2015

2035

2015

2035

595

474

2050

219

Ausführ­liche Berechnung der Kosten- und Klima­bilanz

Berechnung der Kosten für Warm­wasser­bereitung

Systeme

Kauf-
preis

(in Euro)

Kauf-
preis,
anteilig
für Warm-
wasser-
bereitung
(in Euro)

Instal-
lations-
kosten
anteilig
(in Euro)

Jähr­liche
Wartungs-
kosten
anteilig
(in Euro)

Jähr­liche
Energie-
kosten

(in Euro)

Entsor-
gungs-
kosten
anteilig

(in Euro)

Gesamt­kosten für Wasser­erwärmung
(in Euro)

nach 5 Jahren*

nach 10 Jahren*

nach 20 Jahren*

Strom-Durchlauf­er­hitzer

450

450

200

0

834

50

4 821

8 993

17 336

Gas-Durchlauf­er­hitzer

1 200

1 200

300

100

263

50

3 315

5 131

8 762

Gas-Durchlauf­er­hitzer in Kombitherme

3 000

750

100

25

256

25

2 253

3 655

6 460

Gasbrenn­wert­kessel mit Speicher und ther­mischer Solar­anlage

7 000

2 925

450

90

131

68

4 479

5 583

7 792

Quelle: Stiftung Warentest

* Werte korrigiert am 28.09.2016.

Berechnung der Treib­hausgas­emission für Warm­wasser­bereitung

Systeme

Geräte­herstellung (in kWh)

Jähr­licher Primär­energiebedarf (in kWh)

Jähr­liche Treib­hausgas-Emission
(in kg) (im Jahr 2015)*

Gesamt­emission an Treib­hausgas für Wasser­erwärmung (in kg)

nach 5 Jahren *

nach 10 Jahren*

nach 20 Jahren*

Strom-Durchlauf­er­hitzer

215

8 075

1 773

8 732

16 966

32 068

Gas-Durchlauf­er­hitzer

441

4 609

919

4 623

9 013

17 353

Gas-Durchlauf­er­hitzer in Kombitherme

544

4 536

902

4 564

8 877

17 071

Gasbrenn­wert­kessel mit Speicher und ther­mischer Solar­anlage

3 355

2 022

410

2 703

4 661

8 382

Quelle: Stiftung Warentest

* Werte korrigiert am 28.09.2016.

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49 Kommentare Diskutieren Sie mit

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Nutzer­kommentare können sich auf einen früheren Stand oder einen älteren Test beziehen.

Profilbild Stiftung_Warentest am 28.10.2022 um 11:43 Uhr
Untersuchung Durchlauferhitzer test 1/2015

@Merrill: In der Veröffentlichung in test 1/2015 haben wir die Ergebnisse in Tabelle, Text und Grafiken deutlich dargelegt. Die Umwelteigenschaften aller getesteten Durchlauferhitzer - ob hydraulisch oder elektronisch - konnten nur mit ausreichend bewertet werden. Dies lag vor allem an dem schlechten primärenergetischen Wirkungsgrad. Die elektronischen Geräte wiesen Werte von 41 bis 45 % auf, der hydraulische 39 %. Das ist aber kein wesentlicher Unterschied: Die Wassererwärmung mit Strom ist auch aktuell (trotz gestiegener Gaspreise) die teuerste Variante, ob mit vorhandenem älterem hydraulischem Durchlauferhitzer oder mit elektronischen Geräten. Auch bezüglich der Umweltschädigung schneiden die elektronischen Durchlauferhitzer noch immer schlechter ab, als die Warmwasserbereitung mit der Heizungsanlage, z.B. mit Gas-Heizung mit Speicher + Solaranlage bzw. Gas-Kombitherme, aber auch Wärmepumpen oder Holzpelletkessel + Speicher. Die Situation würde erst dann zugunsten von elektrischen Durchlauferhitzern sprechen, sobald im Strommix deutlich mehr regenerativer Strom (z.B. aus Wind- und Sonnenenergie, Wasserkraft, Geothermie) enthalten ist als heute. Wenn die derzeitigen Anstrengungen Erfolge haben, könnte das etwa ab 2035 der Fall sein. Ausnahme: Wer eine eigene PV-Anlage auf dem Dach hat, die soviel Strom in den Batteriespeicher liefert, dass wegen einer Umstellung auf elektrische Wassererwärmung kein zusätzlicher Netzstrom bezogen wird.

Merrill am 26.10.2022 um 12:23 Uhr
Kennen Sie ihre Tests nicht?

Trotz intensiver Suche fand ich keinen einzigen Beleg, der ihre Behauptung stützt.
Ich verweise sowohl auf ihren eigenen Test (wo der hydrauliche Durchlauferhitzer einen deutlich niedrigeren Wirkungsgrad hat!), als auch auf alle (!) anderen Tests im Ausland und von anderen Instituten! Sicher ist auch, dass mit elektrischen Durchlauferhitzer eine viel genauere Temperatureinstellung möglich ist. Ausnahmslos alle von mir gefundenen Tests führen an, dass mit elektrischen Durchlauferhitzern 15 bis 20% Energieeinsparung wahrscheinlich ist.
Das dürfte sich zudem verstärkt haben. Denn seit vielen Jahren wird nicht oder kaum noch an der Verbesserung der hydraulischen Durchlauferhitzer geforscht und diese entsprechend nicht mehr verbessert. Statt dessen wird nur noch in die Verbesserung und Optimierung der elektrischen Durchlauferhitzer investiert.

Profilbild Stiftung_Warentest am 25.10.2022 um 14:47 Uhr
Hydraulischen geg. elektrischen austauschen?

@Merrill: Dass der Austausch eines hydraulischen gegen einen elektrischen Durchlauferhitzer mehrere Hundert Euro jährlich Stromkosten sparen könnte, ist ein Mythos. Beide verwandeln den Strom nahezu vollständig in Wärme um, andere Verluste gibt es kaum. Ein Austausch wäre, wenn überhaupt, aus Komfortgründen sinnvoll, weil der elektronische die Wassertemperaturen besser regelt. Doch Vorsicht: Strom ist pro Kilowattstunde noch immer teurer als Gas, auch nach den jüngsten Preiserhöhungen. Allerdings gibt es auch alte Wassererwärmer, die einen kleinen Wasserspeicher ständig auf Temperatur halten und so viel Wärmeverluste und unnötige Kosten erzeugen. Es ist empfehlenswert, diese alten Geräte gegen neue Durchlauferhitzer (ohne Speichervolumen) auszutauschen. Die einfachste und kostengünstigste Sparmaßnahme beim Warmwasser: Durchflussbegrenzer und Sparduschköpfe. Beides mindert den Verbrauch, ohne den Komfort zu beeinflussen.

Merrill am 25.10.2022 um 13:11 Uhr
Aktueller Test längst überfällig

Auch hier gibt es seit 8 Jahren keinen aktuellen Test, obwohl Familien durch den Austausch eines hydraulischen gegen guten elektrischen Durchlauferhitzers mehrere hundert Euro jährlich an Stromkosten sparen könnte. Also deutlich mehr als der Kaufpreis!
Laut aktuellem Stiftung Warentest-Artikel ("Energiesparen im Alltag: 1 000 Euro sparen") haben Spar-Duschköpfe das größte Einsparpotenzial: (Zitat) "707 Euro kann unsere Beispielfamilie sparen, wenn sie eine Sparbrause nutzt.."
Dumm nur, dass Stiftung Warentest Sparbrausen noch nie testete. Testsieger bei ihren Schweizer Test-Kollegen wurde 2022 GROHE Tempesta 100, auch bei Verkalkung, Robustheit, Handling, Abdeckung etc schnitt dieser am Besten ab. Siehe file:///C:/Users/User/Downloads/tabelle_duschbrausen-2.pdf
siehe file:///C:/Users/User/Downloads/tabelle_duschbrausen-2.pdf

Profilbild Stiftung_Warentest am 13.10.2022 um 14:14 Uhr
Durchlauferhitzer fürs Bad

@Monk14: Ihren Testwunsch haben wir registriert. Kurzfristig lässt er sich leider nicht realisieren. https://www.test.de/unternehmen/testablauf-5017344-0/