Gesundheitsrisiko: Dicke Luft im Wohnzimmer

Duftöle, Duftkerzen Meldung

Wie Duftöle und -kerzen die Raumluft belasten.

Chemikalien: Wer seinem Zimmer mit Aromastoffen eine besondere Note verleiht, sollte bedenken, dass er die Raumluft zusätzlich mit Chemikalien anreichert. Ob künstlich oder natürlich: Duftstoffe sind nichts anderes als flüchtige organische Verbindungen. Üblicherweise liegt die Grundbelastung mit solchen Stoffen in Wohnungen bereits zwischen 0,1 und 0,3 Milligramm pro Kubikmeter Luft (mg/m3).

Untersuchung: Wir haben drei Dutzend Duftöle und Duftkerzen auf ihre Inhaltsstoffe untersucht. Ätherische Öle enthalten naturgemäß oft große Mengen an Allergie auslö­sen­den Riechstoffen: in Zi­trusdüften vor allem die Terpene Citral, Limonen und Geraniol. Duftöle mit „weihnachtlichen“ Düften enthalten vor allem Zimtaldehyd, aber auch Eugenol und Isoeugenol. Zum Teil werden Konzentrationen von 90 Prozent erreicht. Das heißt: Wer zehn Tropfen eines solchen Öls in sein mit Wasser gefülltes Aromalämpchen träufelt und im Wohnzimmer verdampfen lässt, atmet für zwei bis drei Stunden eine Luft, die pro Kubikmeter etwa 14 (!) Milligramm Allergie auslösende Stoffe enthält. Der Richtwert für Terpene in Wohnräumen wird dabei um das 400fache überschritten. Solche Mengen sind allenfalls vorübergehend zumutbar. Duftkerzen, ergab die Untersuchung,belasten die Raumluft dagegen nach dem Abbrennen mit 0,3 mg/m3 Allergie auslösenden Stoffen deutlich weniger.

Richtwerte: Flüchtige organische Stoffe können gesundheitsschädlich sein. Daher empfehlen Umweltbundesamt und österreichisches Um­weltministerium Richtwerte für Wohnräume: Mehr als 0,7 mg/m3 gelten als erhöht, ab 1 mg/m3 müssen empfindliche Personen mit Beschwerden rechnen. Für einzelne Stoffe sind die Empfehlungen strenger: So sollte die Menge an Terpenen nicht mehr als 0,03 mg/m3 betragen.

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