Dübel Special

Mit Gefühl. Ein gelungenes Bohr­loch gibt Dübeln und Schrauben sicheren Halt.

Universaldübel, Spreiz­dübel, Spiral­dübel – und jetzt auch noch chemische Varianten. Welcher Typ eignet sich für welchen Zweck? Wir beant­worten die wichtigsten Fragen für Anfänger und Fort­geschrittene.

Sie spielen tragende Rollen in Wänden und an Decken. Dübel sollen Regale sicher halten, Leuchten oder Fernseher. Damit es gelingt, helfen hand­werk­liche Kniffe und, je nach Einsatz­zweck und -ort, das passende Modell. Für schwere Fälle bieten Baumärkte jetzt auch chemische Dübel an. Unser Schnelltest zeigt: Sie funk­tionieren.

Wie finde ich den richtigen Dübel?

Entscheidend sind das Zusammen­spiel von Unter­grund, Dübel und Schraube sowie die Belastung, der die Halterung ausgesetzt ist. Die Anbieter helfen mit Produktinfos („Dübelfinder“). Baumarkt­kunden finden in den Regalen am häufigsten Produkte der Marken Fischer und Tox. Deshalb haben wir uns deren Tipps genauer angesehen und zeigen exemplarisch Dübel für wichtige Anwendungs­fälle (für Steine mit Hohlräumen, für Beton und Stein, für Porenbeton, für Gipskartonplatten).

Woher weiß ich, ob ich an eine Wand ein Regal hängen darf?

Klopfen Sie kräftig mit der Faust gegen die Wand. Hohler Klang und leichtes Nach­federn deuten auf Gips­karton- oder andere Platten vor Hohlräumen hin. Hier können Sie schwere Regale mitunter gar nicht anbringen – oder nur, indem Sie die Last auf mehrere Schrauben verteilen. Ein dumpfer Klang und ein harter Unter­grund sprechen für solides Mauer­werk oder Beton. Gewiss­heit bringt die Bohr­maschine. Das Anbohren unbe­kannter Wände bedeutet zwar ein kleines Abenteuer, aber nur Mut: Mit unseren Tipps werden Sie es bestehen.

Ist es gut, wenn rotes Bohr­mehl aus dem Bohr­loch rieselt?

Ja, die rote Farbe ist ein Indiz für eine Ziegelwand, an der sich oft auch schwere Lasten gut befestigen lassen. Die Ziegel unterscheiden sich jedoch. Einige sind massive Volls­teine, die sogenannten Lochziegel hingegen haben Hohlräume. Dass Sie eine solche Wand vor sich haben, erkennen Sie daran, dass die Bohr­maschine hin und wieder spür­bar ins Leere stößt. Bohr­löcher in Lochziegeln bieten Dübeln weniger Halt als die in Volls­tein. Je flexibler ein Dübel sich anpassen kann, desto besser (für Steine mit Hohlräumen, für Beton und Stein). Für schwere Lasten eignen sich chemische Dübel, die aus der Kartusche ins Bohr­loch gespritzt werden und dort aushärten.

Wie tief muss ich bohren?

Bei Beton und massivem Mauer­werk entscheidet die Länge der Dübel und Schrauben. Wenn Sie die Schraube eindrehen, darf die Spitze nicht gegen das Ende des Bohr­lochs stoßen. Außerdem muss der Dübel ausreichend Halt im Stein finden. Ist auf der Wand Putz aufgetragen, der bei Belastung abplatzen kann, sollten Sie tiefer bohren und längere Dübel und Schrauben verwenden, um für Stabilität zu sorgen.

Muss die Schraube genauso lang sein wie der Dübel?

Nein, sie sollte länger sein und aus dessen Ende heraus­ragen. So kann sich der Dübel in der Wand voll aufspreizen oder beim Andrehen der Schraube ein Knäuel bilden. Achten Sie auf die Angaben auf der Verpackung. Bedenken Sie auch, dass die Schraube die Regalschiene oder die Lampen­aufhängung, die Sie montieren, fest­halten muss. Wählen Sie – je nach Dicke dieses Anbauteils – eine entsprechend längere Schraube.

Wie dick sollte die Schraube sein?

Meist schreiben die Anbieter eine Auswahl möglicher Durch­messer auf die Verpackung. Zum Beispiel passen in 8 Milli­meter dicke Allzweck­dübel oft 4,5 bis 6 Milli­meter dicke Schrauben. Je dicker die Schraube, desto besser spreizt sich der Dübel im harten Unter­grund auf. Für optimalen Halt sorgt hier also die 6-Milli­meter-Schraube.

Welche Lasten hält ein Allzweck­dübel?

Wie viel ein Dübel trägt, ist von Unter­grund zu Unter­grund verschieden (für Steine mit Hohlräumen, für Beton und Stein, für Porenbeton, für Gipskartonplatten). Weitere Informationen finden Kunden im Ideal­fall auf der Verpackung, oft aber auch auf den Internet­seiten der Anbieter.

Wann droht ein Absturz?

Risiko­faktoren sind oft zu große, ausgefranste Bohr­löcher, in denen der Dübel keinen sicheren Halt findet, und zu kleine Schrauben. Gefähr­lich wird es zudem, wenn eine Halterung sehr starken und dyna­mischen Belastungen ausgesetzt ist. Typische Beispiele sind die Pendelbewegungen eines Boxsacks oder Sturmböen an einer Satellitenschüssel. Vorsorglich sollten Sie in solchen Fällen längere Dübel („Lang­schaft­dübel“) und dickere Schrauben wählen. Eine Orientierung bieten die Empfehlungen der Anbieter. Wichtig: Droht bei einem Absturz eine Gefahr für Leben und Gesundheit, sind Befestigungs­systeme mit bauaufsicht­licher Zulassung die erste Wahl. Fragen Sie im Baumarkt oder bei den Herstel­lern gezielt nach diesen Produkten.

Wie befestige ich ein Geländer für eine betonierte Terrasse?

Eine bauaufsicht­liche Zulassung – selbst für Beton mit Rissen – haben chemische Dübel. Da sie sich dem Unter­grund flexibel anpassen und sich nicht zu den Seiten hin ausspreizen, lässt sich das Geländer relativ dicht am Rand der Betonplatte montieren. Klassische Spreiz­dübel hingegen brauchen mehr Sicher­heits­abstand, damit die Betonkante nicht abplatzt.

Warum soll ich Bohr­löcher putzen?

Reste von feinem Bohr­mehl können die Haltekräfte eines Dübels um mehr als 50 Prozent verringern, warnt Anbieter Tox. Der Schmutz könne wie eine Gleit­schicht wirken. Bei chemischen Dübeln besteht das Risiko, dass der Bohr­staub die Verbindung mit dem festen Unter­grund erschwert. Um die volle Wirkung zu erzielen, lohnt es sich, das Bohr­loch sorgfältig zu putzen.

Wie wird das Bohr­loch richtig sauber?

Hilf­reich ist der Griff zum Staubsauger. Dieser reinigt aber eher oberflächen­nah. Profis setzen deshalb vor allem bei tieferen Löchern auf läng­liche Bürsten und spezielle Ausbläser: Eines der Modelle auf dem Markt erinnert an eine Luft­pumpe mit langem Schlauch, das andere gleicht einer Klistier­spritze, die dank einer extral­angen Spitze selbst den letzten Winkel des Bohr­lochs sauber pusten kann. Bei chemischen Dübeln schreibt die Anleitung diese Reinigungs­methode sogar vor.

Mein Bohrer ist in einer waagerechten Mörtelfuge gelandet. Was tun?

Bohren Sie, wenn möglich, wenige Zenti­meter weiter oben oder unten ein neues Loch. Im Stein hält der Dübel besser. Falls Sie keinen Spielraum haben: Vorsichtig ohne Schlag bohren und einen relativ langen Dübel erproben, der auch tief unten im Loch aufspreizt. Auch chemische Dübel können hier helfen. Nutzen Sie bei Fragen die Hotlines der Hersteller.

Was mache ich mit alten Dübeln beim Reno­vieren?

Wenn Sie eine Schraube nur ganz wenig eindrehen, lassen sich viele Dübel vorsichtig heraus­ziehen. Klappt das nicht, hilft oft der Griff zum Hammer. Meist reichen leichte Schläge auf die vorstehende Schraube, um den Dübel etwas zu versenken. Danach können Sie das Loch bündig mit der Wand verspachteln.

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