Dubai-Fonds Meldung

Hunderte Anleger fürchten um ihr Geld, das sie 2005 in den Immobilienfonds „Dubai 1000 Hotelfonds“ gesteckt haben. Das Hotel wurde bis heute nicht gebaut. Nach dem Fondsinitiator wird per Haftbefehl gesucht. test.de erklärt, welche Möglichkeiten Anleger jetzt noch haben, um ihr Geld zu retten.

Fondsinitiator ist verschwunden

Rund 1 000 Anleger, die sich mit Summen ab 10 000 Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren an dem geschlossenen Fonds „Dubai 1000 Hotelfonds“ beteiligt haben, bekommen weder Ausschüttungen noch eine Rendite. Denn das Luxushotel mit 1 000 Zimmern, das bis Mitte 2007 fertig sein sollte, ist in den Anfängen steckengeblieben. Fondsinitiator Georg Recker, der dafür 143 Millionen Euro Anlegergeld einsammeln wollte, ist verschwunden. Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf sucht ihn per Haftbefehl. Es besteht der Verdacht, dass er Anlegergeld zweckentfremdet hat.

Gelder wurden beschlagnahmt

Zwar dürfte ein Großteil des Anlegergelds weg sein. Dennoch sollten Geschädigte nicht den Kopf in den Sand stecken, erklärt Rechtsanwalt Jürgen Klass von der Kanzlei Klüver & Kollegen aus Prien. Klass konnte vor dem Landgericht Dortmund für ein Ehepaar, das einen Schaden in Höhe von 58 000 Euro geltend macht, einen Arrestbefehl und einen Pfändungsbeschluss erwirken (Az. 1 O 22/10). Die Entscheidung des Gerichtes bedeutet, dass Fondsinitiator Georg Recker sowie die Dubai 1000 Hotelfonds GmbH & Co.Kg über dieses Geld nicht mehr verfügen können. Da die Staatsanwaltschaft bereits eine Million Euro auf Konten der Unternehmensgruppe Recker sicherstellte, hat das klagende Ehepaar nun die Möglichkeit ihren Schaden in Höhe von 58 000 Euro auch ersetzt zu bekommen.

Gute Chancen auf Schadenersatz

Dafür muss das Ehepaar in einem Zivilverfahren nachweisen, dass Recker & Co. ihm einen Schaden von 50 000 Euro plus Zinsen zugefügt hat. Gelingt das, erhält das Ehepaar sein Kapital aus dem beschlagnahmten Geld zurück. Die Chancen dafür stehen gut: „Die Staatsanwaltschaft wirft dem Fondsinitiator vor, er habe den Anlegern vorgegaukelt, sie könnten mit satten Gewinnen am Boom des Wüstenstaates teilhaben. Stattdessen sei das Geld aber woanders hingewandert“, erklärt Rechtsanwalt Klass. Ungeachtet des Betrugsvorwurfs könnten auch Prospektfehler einen Schadenersatzanspruch begründen. Weiter seien auch Schadensersatzansprüche gegen die Anlageberater zu prüfen. Haben diese Anleger falsch beraten, müssen sie ebenfalls haften.

Geschädigte sollten handeln

Um ihre Ansprüche zu sichern, sollten sich geschädigte Anleger an einen spezialisierten Rechtsanwalt wenden. Der kann dann im Wege des Arrestverfahrens Geldforderungen in Höhe des entstandenen Schadens sicherstellen. Das ist wichtig, weil zu befürchten ist, das Georg Recker verschwunden ist und möglicherweise kein Geld mehr hat.

Recker soll sich in Dubai aufhalten

Der ehemalige Finanzbeamte Recker, der aus Hamm in Nordrhein-Westfalen stammt, soll sich in Dubai aufhalten. Recker, der als Neuling auf dem zuletzt boomenden Markt mit Dubai-Fonds gilt, soll über 1 000 deutsche Anleger für sein Hotelprojekt gewonnen haben. Seinen Opfern stellte er satte Renditen von jährlich zehn bis zwölf Prozent sowie freie Übernachtungen in dem Luxus-Hotel in Aussicht. Doch das 1 000-Zimmer-Hotel mit vier Sternen bleibt bis heute ein Luftschloss. Außer einer Baugrube mit Bodenplatte ist nichts daraus geworden.

Finanztest warnte vor Recker

Unter der Überschrift „Dubai, Duba Da“ mahnte Finanztest Anleger im Dezember 2005 zur Vorsicht, weil Recker bis Mitte November 2005 für seinen Hotelfonds nur 15 Millionen Euro Anlegergeld eingesammelt hatte. Gerechnet hatte er mit über 120 Millionen Euro. Finanztest kritisierte damals auch die einmaligen Nebenkosten für den Hotelfonds von über 22 Millionen Euro als sehr hoch.

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