Dubai 1000-Hotel-Fonds Gesellschaft Meldung

Die Gründungsgesellschafter der „Dubai 1000-Hotel-Fonds Gesellschaft“ müssen Anlegern wegen fehlerhafter Angaben im Verkaufsprospekt Schadensersatz zahlen. Das hat das Oberlandesgericht Hamm entschieden. Bereits im Jahr 2005 hatte test.de vor einem Investment gewarnt.

Hotelprojekt scheiterte

Die „Dubai 1000-Hotel-Fonds Gesellschaft“ wollte 2005 mit Anlegergeld in Dubai ein 1 000-Betten-Hotel errichten und dieses vermieten. Doch das Projekt scheiterte, bis heute wurde kein Hotel gebaut. Rund 1 000 Anleger, die sich mit Summen ab 10 000 Euro und einer Laufzeit von zehn Jahren an dem geschlossenen Fonds „Dubai 1000 Hotelfonds“ beteiligten, erhielten weder Ausschüttungen noch eine Rendite. Fondsinitiator Georg Recker, der 143 Millionen Euro Anlegergeld für das Projekt eingesammelt haben soll, verschwand 2010. Er wird von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf per Haftbefehl gesucht. Es besteht der Verdacht, dass er Anlegergeld zweckentfremdet hat.

Verkaufsprospekt enthält falsche Angaben

Mehrere Anleger klagten nach dem Scheitern des Projekts auf Schadenersatz. Nachdem Schadenersatzklagen gegen die Gesellschaft misslangen, gingen Anleger gegen die Gründungsgesellschafter wegen mangelhafter Aufklärung über die Risiken der Beteiligung im Verkaufsprospekt vor. Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm gab den Klägern jetzt in zweiter Instanz Recht und sprach ihnen wegen falscher und unvollständiger Angaben im Verkaufsprospekt Schadenersatz zu.

Missverständliche Angaben im Prospekt

So wurden die Anleger in einem Nachtrag zum Verkaufsprospekt darüber informiert, dass es eine Baugenehmigung für das Hotel gebe. Diese Angaben waren jedoch missverständlich, denn für die Realisierung des Projekts seien weitere Baugenehmigungen erforderlich gewesen, erklärte das Gericht. Der Nachtrag zum Prospekt informierte die Anleger zudem darüber, dass die Mittel­verwendungs­kontrolle durch eine Rechtsanwältin durchgeführt wurde. Der dadurch erweckte Schein einer objektiven Kontrolle sei falsch, da zum Zeitpunkt des Beitritts der Anleger eine persönliche Bindung zwischen der Rechtsanwältin und dem Geschäftsführer der „Dubai 1000-Hotel-Fonds Gesellschaft“ vorlag.

Rückzahlung der Einlage plus Agio

Die Anleger könnten deshalb von den Gründungsgesellschaftern die Rückzahlung ihrer Einlage plus Agio (Verwaltungsgebühr) verlangen. Im Gegenzug müssten sie ihre Beteiligung an die Gesellschaft zurück übertragen. Gegenüber der Gesellschaft scheiterten die Anleger mit ihren Schadensersatzklagen. Die Grundsätze der fehlerhaften Gesellschaft stünden einer Haftung entgegen.
test.de hatte vor dem geschlossenen Dubaifonds „Dubai 1 000 Hotelfonds“ bereits 2005 gewarnt.
Oberlandesgericht Hamm, Urteil vom 7.11.2011
Aktenzeichen: I-8 U 51/11; I-8 U 55/11; I-8 U 71/11; I-8 U 72/11

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