Druckertinte von Penny Schnelltest

Tintenstrahldrucker werden billiger, Druckertinte bleibt teuer. Die Nachfrage nach günstiger Tinte steigt. Der „Preiskracher“ von Penny kommt da gerade recht mit einem Patronenset von BestUse für 7,99 Euro. Darin enthalten sind zwei Schwarz- und eine Tricolor-Patrone für Canon-Drucker, die laut BestUse Tinte von iColor enthalten. Im brandaktuellen Druckertinte-Test der Stiftung Warentest liegt das iColor-Produkt hinten. Der Schnelltest sagt, ob sich die BestUse-Patronen besser schlagen.

Schwierig zu öffnen

Die BestUse-Patronen sind effizient verpackt. Das ist lobenswert, weil kein unnötiger Müll entsteht. Allerdings sind die Patronen so gut eingeschweißt, dass sich die Verpackung nur mit einer stabilen Schere öffnen lässt. Das ist weniger erfreulich. Hat der Kunde den Kampf gegen die Verpackung gewonnen, kann er dann drauf losdrucken. Sofern er den richtigen Tintenstrahldrucker von Canon hat.

Seitenzahl pro Patrone zählt

Bei Druckertinte ist es wichtig zu wissen, wie viel Seiten eine Patrone druckt. Im aktuellen Test Druckertinte 6/2006 hat sich gezeigt, dass Patronen unterschiedliche Füllstände aufweisen. Der Preisunterschied von Patronen kann insofern gerechtfertigt sein, weil teurere Patronen eventuell voller sind und damit auch mehr Seiten drucken. Ein Beispiel: Mit einer Schwarz-Patrone von BestUse können Penny-Kunden etwa 140 Seiten Text und mit einer Farb-Patrone 18 DINA4-Farbfotos drucken. Die Original-Patrone von Canon reicht für 155 Seiten Schwarzweiß und 20 Farbe. Und die Patrone vom aktuellen Testsieger für Canondrucker JetTec druckt immerhin 200 beziehungsweise 20 Seiten.

80 Prozent Ersparnis

Das bedeutet eine Ersparnis von zirka 80 Prozent gegenüber der Originaltinte von Canon. Das entsprechende Patronenset von Canon, also zwei Schwarz- und eine Tricolor-Patrone mit entsprechender Druckleistung, würde 41 Euro kosten. Eine solche Ersparnis ist allerdings keine Sensation, weil so genannte Fremdpatronen in der Regel immer billiger sind als das Original. So kostet zum Beispiel eine Schwarzpatrone von JetTec 4 Euro. Sie hat vergleichbare Qualität mit dem Original von Canon und bringt ebenfalls eine Ersparnis von 70 bis 80 Prozent.

Schwache Qualität

Das BestUse-Produkt von Penny bewegt sich im Preis zwar noch etwas unterhalb der JetTec-Tinte. Doch die Qualität ist merklich schlechter. Verglichen mit den Produkten aus dem Test 6/2006 würde sie eher am Ende des Testfeldes liegen. Das entspricht auch den Erwartungen. Denn das Penny-Produkt enthält laut Deklaration iColor-Tinte. Und die belegt im Test den letzten Platz. Besonders auffällig: die schwache Lichtbeständigkeit der BestUse-Druckertinte. Und die Qualität des gedruckten Textes ist auch geringer als bei der Konkurrenz.

Ungereimtheiten

Penny kündigt in der Werbung einen Preiskracher an. Unabhängig von der Qualität des Produktes ist das nicht nachvollziehbar. Denn auf der Webseite von BestUse können Kunden die Patronen einzeln bestellen: Eine Schwarzpatrone kostet 1,99 Euro und eine Tricolor 2,79 Euro. Wer sich also bei BestUse das Penny-Angebot zusammenstellt, kommt auf 6,77 Euro. Das sind 1,22 Euro weniger als der Preiskracher von Penny. Übrigens: BestUse wirbt auf der Verpackung mit einem Zitat aus dem Test Druckertinte 11/2003: „Alle anderen Patronen im Test halten aber mit dem Original mit, am besten die Tinten von Pearl iColor“. Das Zitat ist hier ziemlich fehl am Platz: Es bezieht sich im Test nämlich auf Epson-Patronen!

test-Kommentar: Billig aber nicht gut
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick
Aktueller Test Druckertinte 6/2006: Was billige Fremdtinten taugen

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