Druckertinte Test

Mit Fremd­patronen sinken die Kosten um bis zu 80 Prozent. Bei einigen muss der Nutzer aber mit deutlich schlechteren Ausdrucken als mit der Originaltinte rechnen.

Wer zuhause schöne Fotos drucken will, greift zu einem Tinten­strahl­drucker. Billig ist Druckertinte aber nicht. Statt der teuren Tropfen der Drucker­hersteller verwenden viele Anwender güns­tigere von Dritt­anbietern. Wie groß ist die Ersparnis wirk­lich? Können Fremdtinten mit der Qualität der Originale mithalten? Im Test treten Fremdtinten für Drucker von Brother, Canon, Epson und HP gegen die jeweiligen Originaltinten an.

Die Fremdtinten schneiden höchst unterschiedlich ab. Wo manche eine Kosten­ersparnis von 80 Prozent bringen, schaffen andere gerade einmal 30 bis 40 Prozent. Während einige sich bei der Qualität der Ausdrucke mit dem Original messen können, fallen andere deutlich ab. Außerdem zeigt der Test: Das ewige Wett­rüsten, in dem Drucker­hersteller den Dritt­anbietern das Nach­bauen ihrer Tinten­patronen erschweren, kann auf Kosten der Umwelt gehen. Erst­mals fanden wir in einigen Drucker­patronen Batterien – und nicht immer waren sie richtig deklariert.

Batterien ohne Warnhin­weis

Druckertinte Test

Chip mit Batterie. Fremd­patronen für Epson mit eigener Strom­versorgung.

Canon, Epson und HP bauen einen kleinen elektronischen Chip in ihre Tinten­tanks. Offiziell dient der vor allem der Füll­stands­kontrolle. Doch der Chip erhöht auch den Aufwand für die Dritt­anbieter. Im Fall der neuesten Epson-Patronen brauchen die nachgebauten Chips offen­bar eine eigene Spannungs­versorgung, um den Originalchip erfolg­reich nach­zuahmen. Sämtliche Fremd­patronen für den Epson-Drucker enthalten deshalb eine kleine Knopf­zelle. Die Füll­stands­anzeige funk­tioniert damit bestens. Doch unsachgemäß entsorgt kann so eine Batterie zum Umwelt­problem werden. Ärgerlich ist vor allem: Jet Tec weist seine Nutzer über­haupt nicht auf die Batterie und ihre Entsorgung hin, KMP informiert nur auf einem Beipack­zettel.

Peach-Patronen mit Wechselchip

Die Patronen für Canon und HP funk­tionieren wie gewohnt ohne Batterie. Der Chip­nach­bau ist allerdings nicht immer perfekt: Bei einigen Fremd­patronen für Canon funk­tioniert die Füll­stands­kontrolle nicht so gut wie beim Original.

Peach spart bei seinen Patronen für HP an den Chip­kosten: Die Dreier­packungen enthalten jeweils nur einen Chip. Der Nutzer muss ihn von der leeren auf die nächste Patrone umste­cken. Ist die erste Patrone leer­gedruckt und wird der gebrauchte Chip auf eine neue Patrone gesteckt, zeigt der Drucker die neue Patrone fälsch­licher­weise als leer an. Die Füll­stands­kontrolle funk­tioniert daher immer nur bei der ersten Patrone im Dreier­pack.

Brother-Patronen ohne Chip

Druckertinte Test

Ohne Chip. Brother-Patronen haben zur Füll­stands­kontrolle ein kleines Fenster.

Es geht aber auch ganz ohne Chip. Das zeigen die Drucker von Brother. Ihre Patronen haben ein kleines Sicht­fenster. Daran kann der Drucker mit einem optischen Sensor ablesen, wie viel Tinte noch im Tank ist – ganz ohne elektronische Bauteile in der Patrone. Im Test funk­tioniert das bei Original­patronen und Nach­bauten bestens.

Wie viel der Nutzer mit welcher Fremdtinte tatsäch­lich spart, kann er nicht allein an den Patronenpreisen ablesen. Die Tanks verschiedener Anbieter enthalten unterschiedlich viel Tinte und schaffen entsprechend unterschiedlich viele Druck­seiten. Um die Ersparnis zu ermitteln, drucken wir zunächst die Patronen leer. So finden wir heraus, wie viele Text- beziehungs­weise Foto­seiten mit einem Patronen­satz des jeweiligen Anbieters zu erzielen sind. Anhand der Patronenpreise können wir dann die Tinten­kosten pro Seite errechnen – und damit die Ersparnis.

Pelikan für Canon spart am wenigsten

Am wenigsten spart der Nutzer im aktuellen Test mit Pelikan-Tinte für Canon-Drucker: Die Ersparnis liegt bei nur 30 Prozent. Da sind die Canon-Tinten von Ink Swiss und Peach in jeder Hinsicht die bessere Alternative: Mit einer Ersparnis von 80 Prozent bei Text­seiten und Fotos drucken sie wesentlich güns­tiger. Zudem sind die Peach- Drucke beim Canon etwas besser als die von Pelikan. Mit dem Original hält aber auch Peach qualitativ nicht mit. Fotos kommen nicht ganz so brillant aus dem Drucker. Zudem trocknen Ausdrucke, wie bei allen Fremdtinten für Canon, lang­sam. Die Wisch­beständig­keit ist nur ausreichend.

Was die Druck­qualität angeht, ist die Auswahl für Brother, Epson und HP besser als für Canon: Besitzer eines Druckers dieser drei Anbieter finden jeweils mindestens eine Fremdtinte, die gute Ausdrucke macht. Unter den beiden HP-Fremdtinten gibt es einen klaren Sieger: Die von Peach druckt nicht nur in einer etwas besseren Qualität, sondern auch erheblich güns­tiger als die von Compedo. Brother- und Epson-Nutzer dagegen müssen abwägen, was ihnen wichtiger ist: entweder bessere Ausdrucke oder eine höhere Kosten­ersparnis.

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