Druckertinte Test

Teurer als Erdöl oder edles Parfüm: Druckertinte gehört zu den exklusiven Flüssigkeiten dieser Welt. Zumindest, was den Preis betrifft. Ein Liter Tinte kostet umgerechnet bis zu 2 300 Euro. Tropfenweise nur füllen die Hersteller den Saft in ihre Patronen. Mit dem teuren Zubehör holen sich Canon, Epson, HP und Co. zurück, was sie durch billige Drucker vorgestreckt haben. Schlaue Kunden können aber sparen: mit preisgünstigen Patronen von anderen Anbietern. test.de sagt, für wen sich das lohnt. Im Test: 20 Patronensets für Canon, Epson und HP.

Zu diesem Thema bietet test.de einen aktuelleren Test: Druckertinte

1,50 Euro für ein Foto

Der Drucker ist billig, die Tinte teuer. Seit Jahren kurbeln die Druckerhersteller ihr Geschäft mit immer billigeren Geräten an. Bei der Tinte langen sie anschließend ordentlich zu. Ein Patronensatz in schwarz und Farbe kostet bei Canon gut 35 Euro, bei HP 42 und bei Epson sogar 85 Euro. Bis zu 1,50 Euro fließen für ein Farbfoto im A4-Format auf das Papier. Originaltinte muss es sein – sagen die Hersteller. Fremde Tinte könne den Drucker stören. Tatsächlich stört sie wohl eher den Hersteller. Die Drucker von Canon, Epson und HP druckten im Test jedenfalls ohne Probleme. Auch mit fremder Tinte.

Originalpatronen am besten

Drei Originalsets und siebzehn Alternativen ließ die Stiftung Warentest gegeneinander antreten. Ergebnis: Die Originalpatronen der Druckerhersteller liegen vorn. Beispiel: Canon. Der Pixma iP2000 druckt mit der Originalpatrone gut. Note 2,1. Die Ausdrucke sind sauber, farbecht, wischfest und lichtbeständig. Ebenfalls gut druckt der HP Deskjet 3845 mit Originalpatrone. Note 2,2. Epson bringt es mit dem Originalzubehör nur auf ein befriedigend. Note 2,6. Für alle drei Marken gilt: Die Originalpatronen sind die besten – aber auch die teuersten.

80 Prozent billiger

Druckerpatronen von anderen Herstellern sind bis zu 80 Prozent billiger. Beispiel: JetTec. Ein Patronensatz für den Canon Pixma iP2000 kostet nur 11 Euro. Canon-Originale kosten 35,50 Euro und enthalten sogar weniger Tinte. Die Tinte von JetTec ist durchaus gut. Note 2,3 – kaum schlechter als das Original (Note 2,1). Ebenfalls gut drucken die Canonpatronen von Pelikan, Geha, KPM und rotring. Alle sind deutlich billiger als das Original. Auch die Besitzer von Epsondruckern können sparen. iColor und IncTec bieten annehmbare Epsonpatronen für weniger Geld. Ersparnis im Vergleich zur Originalpatrone: 40 bis 70 Prozent.

Weniger Tinte bei HP

Für die Besitzer von HP-Druckern wird die Entscheidung dagegen schwer: Die preisgünstigen Patronen von anderen Anbietern drucken deutlich schlechter als die teuren HP-Originale. Wer sparen will, muss also Abstriche bei der Qualität machen. Die Ersparnis ist bei HP-Patronen übrigens nicht offensichtlich. Ein Satz Originalpatronen (Farbe und Schwarz) kostet 42 Euro, ein Satz Fremdpatronen bis zu 40 Euro. Klingt fast gleich teuer, aber das täuscht. In den Fremdpatronen steckt fast doppelt soviel Tinte. Etwa 36 Milliliter – gegenüber 18 Millilitern beim Original. Unter dem Strich sind die HP-Patronen von KMP, Geha, boeder, Pelikan und Soennecken etwa 50 bis 60 Prozent billiger als das Original. Leider drucken sie aber auch schlechter.

Einzelpatronen billiger

Das Tintenpatrone nicht gleich Tintenpatrone ist, zeigt das Beispiel Epson. Ein Patronensatz kostet hier 85 Euro. Im Vergleich mit Canon und HP klingt das besonders teuer. Tatsächlich druckt Epson aber am billigsten: Eine Textseite kostet mit der Originalpatrone nur 3,5 Cent, bei HP und Canon dagegen 8,5 Cent. Auch Farbfotos druckt Epson am billigsten. Die Tinte für ein A4-Foto kostet etwa 85 Cent. Bei Canon dagegen 1,35 Euro, bei HP sogar 1,50 Euro. Hintergrund für den Zauber: In den teuren Epsonpatronen steckt einfach mehr Tinte – deshalb liefern sie auch mehr Ausdrucke. Weiterer Vorteil: Epson verkauft einzelne Patronen für die Farben gelb, magenta (rot) und cyan (blau). Ist eine Farbe am Ende, muss nur eine Patrone ersetzt werden – das spart Tinte und Geld.

Nur noch mit Originalpatronen

Wenig Chancen zum Sparen haben die Käufer neuer Tinterstrahldrucker: Canon, Epson und HP kodieren die Tintenpatronen der neusten Modelle inzwischen mit einem Chip. Das erschwert den Nachbau. Andere Anbieter müssen zunächst die Logik des Chips knacken. Mit fremden Patronen ohne Chip druckt der Drucker nicht. Der Kunde muss Originalpatronen kaufen. Epson gestattet noch nicht mal das Nachfüllen. Auch bei HP wird die nachgefüllte Patrone im Allgemeinen nicht mehr erkannt. Eine besonders druckvolle Methode der Kundenbindung. Tüftler im Internet arbeiten bereits an Tricks, um den Chip auszuhebeln. Nachgebaute Epsonpatronen mit Chip gibt es bereits. Kein Wunder – bei diesen Tintenpreisen.

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