Drucker­patronen im Test: Bis zu 80 Prozent sparen

Drucker­patronen im Test - Bis zu 80 Prozent sparen

Dicke Über­raschung: Alle Drucker im Test akzeptierten güns­tige Tinte von Dritt­anbietern ohne zu zicken. Nutzer sparen beim Preis bis zu 80 Prozent.

Der Markt der Druckertinte ist heiß umkämpft. Die Anbieter von Druckern wollen sich das lukrative Geschäft mit ihren teuren Original­patronen nicht von billigen Fremd­patronen verderben lassen. Fans preis­werter Tinte mussten sich in der Vergangenheit oft mit störrischen Druckern herum­plagen. Die Geräte erkannten die Fremdlinge nicht an und streikten. Im letzten Test von Tinten vor drei Jahren boykottierten Drucker fremde Patronen teils massiv.

Beim neuen Test lief alles flüssig. Wir haben vier Druckermodelle der großen Anbieter Brother, Canon, Epson und HP gewählt, für die mehrere Dritt­anbieter Alternativen zur Originaltinte anbieten. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiteten die Geräte problemlos mit den Fremd­patronen. Ein Grund könnte sein, dass die Druckeranbieter stark in Zugzwang gerieten. HP beispiels­weise musste 2016 zurück­rudern. Der Konzern hatte einen Teil seiner aktuellen Drucker per Software­update für Fremd­patronen gesperrt. Ein Aufschrei ging durchs Internet. HP lieferte ein zweites Update, das die Blockierung wieder aufhob.

Unser Rat

Tinten­patronen von Fremdanbietern sparen Geld. 3 von 14 Nach­ahmern schneiden gut ab, alle anderen liefern passable Ausdrucke bei einer Preis­ersparnis von bis zu 80 Prozent. Am meisten lohnen sich Billigpatronen bei Druckern von Brother, Epson und HP. Agfafoto bietet für Brother sogar ein gutes Patronenset, das mit der Originaltinte mithält und 50 Prozent Druck­kosten spart.

Konkurrenz fürs Original

Billigpatronen rechnen sich oft. Aber nur für Brother und Epson gibts zu den geprüften Originaltinten Alternativen, mit denen auch gute Ausdrucke entstehen. Die Patrone von Agfaphoto für den Brother-Drucker schneidet genauso gut ab wie das Original und druckt 50 Prozent güns­tiger. Bei Canon und HP über­zeugen die Ausdrucke der Nach­ahmer etwas weniger.

Die Kombination entscheidet

Drucker­patronen im Test - Bis zu 80 Prozent sparen

Billig und gut. Tinte von Dritt­anbietern kann sich sehen lassen.

Bei Texten, Grafiken und Fotos stimmt die Druck­qualität mit den Tinten bis auf wenige Ausnahmen. Mit einigen Patronen verwischen die Ausdrucke jedoch oder sind nicht sehr licht­beständig. Am Anbieter lässt sich die Qualität nicht fest­machen, beim selben Dritt­anbieter von Tinte fällt sie je nach Drucker unterschiedlich aus. Das Ergebnis hängt immer von der Kombination aus Drucker und Patrone ab. Mit welchen Geräten die geprüften Patronen kompatibel sind, listen wir in Fußnoten unter der Tabelle auf (Testergebnisse Druckerpatronen).

Viel Ersparnis bei Brother

Bei Brother lohnen sich preis­werte Patronen am meisten. Mit dem Original konkurriert nicht nur die gleich­wertige Patrone von Agfaphoto. Noch güns­tiger ist die Tinte von Peach, Nutzer müssen bei ihr aber kleine Abstriche machen: Die Druck­qualität von Texten und die Licht­beständig­keit sind mittel­mäßig, die Tinte bleicht mit der Zeit unter Sonnenlicht aus. Immerhin bringt Peach 80 Prozent Ersparnis.

Aufgepasst: Mit der geprüften Schwarz­patrone von KMP zahlen Brother-Nutzer drauf; Text­seiten kosten doppelt so viel im Vergleich zum Druck mit Originaltinte. Die Kosten errechnen wir pro gedruckter A4-Seite, so lassen sie sich direkt vergleichen.

Gute Alternative für Epson

Besitzer von Epson-Druckern profitieren von KMP-Tinte: Die Patronen sind gut, und mit ihnen lassen sich bei Farb­drucken 40 Prozent der Tinten­kosten sparen. Auch die befriedigende Patrone von Tonerdumping ist nicht uninteres­sant, nur Fotodruck und Licht­beständig­keit sind so lala.

Kaum lukrative Canon-Nach­ahmer

Die meisten Fremd­patronen für Canon liefern bei nur geringer Ersparnis eine deutlich schlechtere Qualität. Am lukrativsten ist Peach mit bis zu 70 Prozent Ersparnis. Peachs Farben sind aber nicht licht­beständig, wer ausgedruckte Fotos in einem sonnigen Zimmer an die Wand hängen will, hat auf Dauer keine Freude. Alle anderen können das mangelhafte Urteil bei Licht­beständig­keit ignorieren und sparen.

Augen auf bei HP

Bei HP schneiden alle Nach­ahmer befriedigend ab – das trifft aber auch auf die Original­patrone zu. Deshalb zahlt es sich bei HP aus, genau hinzusehen. KMP bietet mit Blick aufs Original eine vergleich­bare Qualität, es lassen sich bis zu 50 Prozent sparen. Einen höheren Preis­nach­lass bietet Prindo, dessen Ausdrucke verwischen jedoch und verblassen auf Dauer im Sonnenlicht. Zudem gibt es kaum Gebrauchsinfos.

Achtung: Die Agfaphoto-Patrone für HP ist über­teuert, sie kostet mehr als das Original.

Papier beein­flusst Druck­qualität

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Links: Druck auf normalem Papier. Die Farben des Papageis sind flau, ihr Verlauf ist unharmo­nisch.
Rechts: Druck auf hoch­wertigem Papier. Die Farben sind viel kräftiger und gehen fließend ineinander über.

Ein heißer Tipp: Die Qualität des Papiers beein­flusst die Brillanz der Farben erheblich, das zeigen die Papagei-Ausdrucke oben. Links haben wir den Papagei auf normalem Drucker­papier ausgedruckt – die Farben sind verwaschen. Für den Ausdruck rechts verwendeten wir kein Fotopapier, sondern lediglich ein hoch­wertiges Papier – der Vogel zeigt sich in satten Bunttönen. Das hoch­wertige Papier ist meist extra beschichtet und teurer als Normal­papier, aber güns­tiger als Fotopapier. Brother etwa verlangt für 25 Blatt „Mattes Inkjet­papier“ 6 Euro, beim A4-Fotopapier kosten 20 Blatt satte 11 Euro. Alle Druckeranbieter haben hoch­wertiges Papier im Angebot – unter verschiedenen Namen: Canon nennt es hoch­auflösendes Papier, Epson „Photo Quality Inkjet Paper“, HP „Professional Inkjet-Papier.“

Fürs alltägliche Drucken ist Spezial­papier zu kost­spielig, wir empfehlen es für besondere Ausdrucke, die super gelingen sollen, etwa Geschenk­gutscheine. Die hoch­wertigen Papiere aller Anbieter beein­drucken durchweg mit deutlich besserer Druck­qualität. Übrigens: Für die Bewertungen im Test drucken wir Fotos nicht auf diesem Papier, sondern auf Fotopapier.

Gewähr­leistung erlischt nicht

Einige Verbraucher fürchten, dass die Gewähr­leistung – die Sachmängelhaftung – für ihren Drucker verfällt, wenn sie Fremd­patronen nutzen. Dem ist nicht so. Die Wahl der Tinte beein­trächtigt weder Sachmängelhaftung noch Garantie. Nur wenn der Druckeranbieter nach­weisen kann, dass Fremdtinte das Gerät beschädigt hat, muss er die Reparatur nicht über­nehmen. Dann aber haftet der Tinten­anbieter. In unseren Tests ist übrigens noch nie ein Drucker wegen Billigtinte kaputt­gegangen.

Parallel zum Test haben wir unsere Leser auf test.de gefragt, welche Erfahrungen sie mit Patronen von Dritt­anbietern gemacht haben (Umfrageergebnis). Ein interes­santes Ergebnis: Nutzer sollten unbrauch­bare Patronen beim Anbieter reklamieren, die meisten Befragten bekamen eine neue Patrone oder den Preis erstattet.

Drucker zur Tinte. Test­ergeb­nisse zu mehr als 80 Tinten­strahl­druckern finden Sie in unserer Test-Datenbank Drucker auf test.de.

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