So testet die Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest unterscheidet bei ihren Prüfungen zwischen reinen Druckern und Drucker-Scanner-Kombigeräten. Reine Drucker erhalten fünf verschiedene Gruppen­urteile – und zwar für Drucken, Tinten- oder Toner­kosten, Hand­habung, Vielseitig­keit und Umwelt­eigenschaften. Bei den Kombigeräten kommen zusätzlich noch Kopieren und Scannen hinzu. Jedes Gruppen­urteil erhält eine bestimmte Gewichtung – am Ende ergibt sich daraus das test-Qualitäts­urteil. Lesen Sie hier, wie genau die Stiftung Warentest prüft und bewertet.

Drucker und Drucker-Scanner-Kombis im Test

Die Geräte für die Prüfungen werden anonym im Handel einge­kauft. Weder Presse­muster noch Prototypen kommen in den Test.

Preise

Der Produktfinder zeigt Onlinepreise ohne Versand­kosten. Die Preise ermittelt der Online­dienst idealo.de. Der Stand des Onlinepreises wird für jedes Produkt ange­zeigt. Außerdem ermittelt die Stiftung Warentest in regel­mäßigen Abständen den mitt­leren Laden­preis für noch erhältliche Drucker.

Grund­sätzliche Prüfkriterien

Alle Prüfungen werden an Computern mit der jeweils aktuellen Version des Betriebs­systems Microsoft Wind­ows (64 Bit) auf geeignetem Kopierer­papier oder vom Anbieter empfohlenem Spezial­papier durch­geführt. Sind spezielle Tinten oder Papiersorten für Farbfotos erhältlich, wird der Druck von Fotos und Layout-Seiten mit diesen geprüft. Alle vergleichenden subjektiven Beur­teilungen erfolgen durch drei Experten.

Gewichtungen

Reine Drucker und Drucker-Scanner-Kombinationen haben unterschiedlich viele Gruppen­urteile, die mit unterschiedlicher Gewichtung ins Gesamt­urteil einfließen. So verteilen sich die Gewichtungen:

Drucker

Drucker-Scanner-Kombis

Drucker

Drucker-Scanner-Kombis

Drucken

45%

20%

Scannen

Entfällt

10%

Kopieren

Entfällt

15%

Tinten- oder Toner­kosten

20%

20%

Hand­habung

15%

15%

Vielseitig­keit

10%

10%

Umwelt­eigenschaften

10%

10%

Drucken

Qualität: Es wird die Druck­qualität beim Drucken von Text (Muster­text „Dr.-Grauert-Brief“ in Schwarz mit Stan­dard­einstel­lungen auf Normal­papier), von Farb­seiten (Excel-Tabelle mit Grafiken, Bild­schirmfoto einer Webseite auf Normal­papier, Layout-Seite in hoher Qualität auf Spezial­papier) und von Fotos (ganz­seitige Fotos in Farbe und in Grau­stufen, in höchster Fotoqualität auf Fotopapier) bewertet. Beim Anfertigen der Drucke werden die von der mitgelieferten Druck­software für die jeweiligen Vorlagen­typen angebotenen Voreinstel­lungen verwendet.

Dieses Gerät misst, ob es bei einem Ausdruck nach zehn­tägiger Bestrahlung mit Xenonlicht Farb­änderungen aufgetreten sind.

Wasser- und Licht­beständig­keit: Zur Bewertung der Wasser­beständig­keit werden Drucke mit einem Text­marker verwischt und mit einem Wasser­tropfen benetzt und verschmiert. Wir messen und begut­achten Farb­änderungen nach zehn­tägiger Bestrahlung mit Xenonlicht.

Geschwindig­keit: Beim Starten des Geräts und beim Druck der oben angeführten Vorlagen wird die Geschwindig­keit bewertet.

Scannen

Qualität: Beur­teilt wird die Qualität der Scans von Text (Dr.-Grauert-Brief in Schwarz), einer Farbseite (Zeit­schriftenseite) und einem Foto (A4-Porträt) mit den in der mitgelieferten Scansoftware jeweils für diese Vorlagen­typen passenden Voreinstel­lungen.

Geschwindig­keit: Beim Scannen der oben angeführten Vorlagen wird die Scan­geschwindig­keit bewertet.

Kopieren

Qualität: Beur­teilt wird die Qualität beim Kopieren von Text (Dr.-Grauert-Brief in Schwarz auf Normal­papier), einer Farbseite (Zeit­schriftenseite auf Normal­papier) und einem Foto (A4-Porträt auf Fotopapier). Das Kopieren findet ohne ange­schlossenen Computer statt.

Geschwindig­keit: Beim Kopieren der oben angeführten Vorlagen wird die Kopier­geschwindig­keit bewertet.

Faxfunk­tion: Bewertet werden Hand­habung, Qualität und Geschwindig­keit beim Senden und Empfangen von Farb- und Schwarz­weiß­seiten.

Tinten- oder Toner­kosten

Fünf­seitige Vorlage nach Iso 24712.
Diese Vorlagen werden bei einem Test gedruckt, um die Druck­kosten zu bestimmen.

Links: Text­seite in Anlehnung an den Dr. Grauert Brief, in der Norm ISO/IEC 10561 definiert.
Rechts: Zwei voll­ständig mit Fotos gefüllte DIN-A4-Seiten.

Es wird je ein Satz Tinten- bzw. Toner­patronen mit Text (Dr.-Grauert-Brief, 1 280 Zeichen, Arial 12, Briefqualität), mit Farb­seiten (fünf­seitige Vorlage nach Iso 24712) und mit Fotos (zwei voll­ständig mit Fotos gefüllte DIN-A4-Seiten) verdruckt, um die jeweilige Seiten­reich­weite fest­zustellen. Anhand der Preise für Tinte oder Toner werden dann mit diesen Seiten­zahlen die Kosten pro Seite für diese drei Arten von Vorlagen ermittelt und bewertet. Die Papier­kosten werden dabei nicht miteinbezogen. Sind für einen Drucker Patronen in mehreren Größen erhältlich, verwenden wir zur Ermitt­lung der Tinten- bzw. Toner­kosten die jeweils größten verfügbaren Patronen.

Hand­habung

Gebrauchs­anleitung: Bewertet werden Inhalt, Über­sicht­lich­keit, Verständlich­keit und Lesbarkeit der Anleitungen, die den Geräten gedruckt beiliegen oder online verfügbar sind – sowie Hilfe-Funk­tionen, die in die mitgelieferte Software integriert sind.

Inbetrieb­nahme: Bewertet wird der Aufwand beim Aufstellen und Anschließen der Geräte, beim Installieren von Treibern und beim Vornehmen der Grund­einstel­lungen.

Bedienung: Bewertet wird die allgemeine Bedienung beim Drucken, Scannen und Kopieren sowie beim Papier­wechsel. Auch die Anzeigen am Drucker oder auf dem Computer-Bild­schirm werden beur­teilt.

Patronenwechsel und Wartung: Bewertet werden unter anderem der Wechsel von Tinten­patronen beziehungs­weise Tonerkartuschen und anderen Verschleiß­teilen, die Zugäng­lich­keit des Gerät­einneren zum Beseitigen von Papiers­taus.

Vielseitig­keit

Bewertet werden Zusatz­funk­tionen und Eigenschaften wie Einzel­farb­tanks, Kapazität der auto­matischen Papier­zuführung, auto­matischer Vorlagen­einzug, randloser Druck, Duplex­druck, Drucken von Tablet und Smartphone (Android und iOS), Digitalkamera und Speicherkarte, Netz­werk­funk­tionen sowie der Funk­tions­umfang der mitgelieferten Software und Treiber.

Umwelt­eigenschaften

Strom­verbrauch: Beur­teilt wird der Energieverbrauch anhand von zwei Nutzungs­profilen: 21 Stunden ausgeschaltet bzw. 21 Stunden in Bereitschaft sowie jeweils 3 Stunden ange­schaltet – dabei Drucken von fünf Seiten (und bei Kombidruckern zusätzlich Scannen und Kopieren einer A4-Farbseite). Bei allen Geräten werden gegebenenfalls über­höhte Verbräuche im Leer­lauf und im ausgeschalteten Zustand negativ bewertet.

Geräusch: Das Geräusch beim Drucken, Scannen, Kopieren und im Leer­lauf wird beur­teilt.

Konstruktion und Verbrauchs­materialien: Unter anderem prüfen wir, welche Komponenten wie Druck­köpfe, Fixiertrommeln oder Resttinten/-tonerbehälter heraus­nehm­bar sind und als Ersatz­material angeboten werden und wie viel Abfall etwa in Form leerer Tinten­patronen oder Tonerkartuschen beim Drucken anfällt. Auch beur­teilen wir Stabilität und Materialen des gesamten Geräts und das Verschmut­zungs­risiko zum Beispiel durch Toner­staub.

Abwertungen

Abwertungen sorgen dafür, dass sich gravierende Mängel auch deutlich auf das test-Qualitäts­urteil auswirken. Wichtig sind Abwertungen immer dann, wenn die normale Gewichtung den Mangel nicht deutlich macht. Abwertungen sind in den Tabellen mit einem Stern­chen (*) gekenn­zeichnet. Die Stiftung Warentest wendet bei Druckern folgende Abwertungen an:

  • test-Qualitäts­urteil: Bei ausreichendem oder mangelhaftem Urteil für die Druck-, Scan- oder Kopier-Funk­tion kann das test-Qualitäts­urteil maximal eine halbe Note besser sein.
  • Drucken: Bei ausreichender Wasser- und Licht­beständig­keit wird das Urteil fürs Drucken um eine halbe Note abge­wertet.
  • Scannen: Bei ausreichender Qualität von Foto-Scans wird das Urteil fürs Scannen um eine halbe Note abge­wertet.
  • Kopieren: Bei ausreichender Qualität kopierter Text- oder Farb­seiten oder bei mangelhafter Qualität kopierter Fotos wird das Urteil fürs Kopieren um eine halbe Note abge­wertet.

Änderungen im Prüf­programm

Die Stiftung Warentest über­arbeitet ihre Prüfungen regel­mäßig, um sie an die tech­nische Entwick­lung anzu­passen. Im Produktfinder sind die Drucker darum nach verschiedenen Test­projekten sortiert. Ein solches Projekt umfasst jeweils alle Geräte, die nach demselben Prüf­programm getestet wurden. Die Noten von Druckern aus unterschiedlichen Test­projekten sind nicht direkt miteinander vergleich­bar. Die wichtigsten Änderungen:

Vor 2020

Gewichtungen: Bei den vor 2020 veröffent­lichten Druckern lag die Gewichtung der Vielseitig­keit bei 15%, und die der Umwelt­eigenschaften bei 5%. Auch war inner­halb der Umwelt­eigenschaften das alte Urteil „Konstruktion und Verarbeitung“ geringer gewichtet als das neue Urteil „Konstruktion und Verbrauchs­materialien“.

Prüfungen und Bewertungen: Bei den vor 2020 veröffent­lichten Drucker unterschieden sich die Prüfungen im Druckertest in einigen Details:

  • Tinten-/Toner­kosten: Vor 2020 prüften wir bei Tinten­druckern zusätzlich den Tinten­verbrauch für das Einsetzen von Patronen und Reinigen der Druck­köpfe in einem Sechs-Wochentest ohne Drucken. Diese Prüfung ist 2020 entfallen.
  • Umwelt­eigenschaften: Statt „Konstruktion und Verbrauchs­materialien“ prüften wir vor 2020 „Konstruktion und Verarbeitung“. Diese Prüfung beinhaltete noch nicht zusätzliche Nach­haltig­keits­aspekte wie die Heraus­nehm­barkeit und Wechsel­barkeit von Komponenten wie Druck­köpfen, Fixiertrommeln und Tinten-/Tonerrestbehältern oder die beim Drucken anfallende Abfall­menge.

Vor 2017

Prüfungen und Bewertungen: Bei den ab 2017 veröffent­lichten Drucker haben wir den Druckertest in einigen Details über­arbeitet:

  • Scannen: Vor 2017 testeten wir noch zusätzlich die Schärfentiefe von Scans. Diese Prüfung haben wir 2017 gestrichen, da inzwischen bei allen Kombidruckern im geprüften Markt­segment die gleiche Scan-Technik einge­setzt wird und darum in diesem Punkt keine Qualitäts­unterschiede mehr fest­zustellen waren.
  • Hand­habung: Vor 2017 waren Online-Hand­bücher und Hilfe­funk­tionen im Druckertreiber gegen­über gedruckten Hand­büchern noch etwas schwächer gewichtet.
  • Vielseitig­keit: Vor 2017 flossen in die Bewertung der Vielseitig­keit noch einige zusätzliche, inzwischen nur noch selten nachgefragte Ausstattungs­merkmale und Funk­tionen wie CD-Druck, Dia-Scan und mitgelieferte OCR-Software zur Text­erkennung ein.
  • Tinten-/Toner­kosten: Vor 2017 berück­sichtigten wir bei der Bewertung der Druck­kosten bei Tinten­druckern noch nicht über­höhte Verbräuche im 6-Wochen-Test (frische Tinten­patronen einsetzen, über sechs Wochen hinweg einmal pro Woche ein- und wieder ausschalten ohne zu drucken).

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