Dreiländerfonds Meldung

Walter Fink, Geschäftsführer der Stuttgarter Anlagefirma Kapital-Consult, will das bisher aus drei Säulen bestehende Konzept für die Dreiländerfonds (DLF) aufgeben. Künftig sollen die geschlossenen Immobilienfonds nur noch in deutsche und US-Immobilien investieren. Die ertragsschwachen Schweizer Wertpapierdepots der Fonds sollen aufgelöst werden.

Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor, die Anlegern im Dezember zugeschickt wurde und die sie bis zum 8. Januar 2003 zurückschicken sollten.

Wie berichtet, konnten zuletzt zahlreiche DLF nicht die prognostizierten Ausschüttungen in Höhe von 7 Prozent zahlen. Vor allem Anleger, die ihre Fondsbeteiligung auf Kredit finanziert haben, sind deshalb in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Denn sie können jetzt ihre Kreditkosten nicht mehr mit den Ausschüttungen aus den Fonds bezahlen.

Durch die Aufgabe der Wertpapierdepots hofft Fink, die Erträge der Fonds erhöhen zu können. Anleger sollen deshalb der neuen Anlagestrategie zustimmen. Sie sieht vor, das verfügbare Kapital aus den aufzulösenden Wertpapierdepots von 16 DLF zu bündeln und in weitere Immobilien zu investieren. Mit deutschen und US-Immobilien ließen sich Mieterträge von zum Teil über 8 Prozent erzielen, so Fink.

Diese Investitionen sollen dann in der neu gegründeten „DLF-Immobilienportfolio-Walter-Fink KG“ zusammengefasst werden. Darüber hinaus sollen auch die vorhandenen US-Wohnimmobilien verschiedener DLF in die Immobilienportfolio KG eingebracht werden. Anleger der jeweiligen DLF-Gesellschaften wären dann laut Fink entsprechend ihrer Einlagen am Ertrag und Vermögen der neuen KG beteiligt. Jeder einzelne Fonds stünde künftig „auf zwei Beinen“, zum einen den Direktinvestitionen in deutsche Immobilien und zum anderen dem Anteil an der Portfolio KG.

Anleger vor Gericht unterlegen

Fink hat schon früher Änderungen der Gesellschaftsverträge zu den Fonds durchgesetzt. Zwei Anleger des Dreiländerfonds 94/17, die sich unter anderem gegen Beschlüsse zum Erwerb von US-Immobilien sowie die Auswechslung des Vermögensverwalters für die Schweizer Wertpapierdepots gewandt hatten, haben gerade vor dem Oberlandesge­richt München verloren.

Sie zogen die Klage wegen mangelhafter Erfolgsaussicht zurück.

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