Downloads über Streamripper Legale Kopien aus Youtube ziehen

Downloads über Streamripper - Legale Kopien aus Youtube ziehen

Der Groß­konzern Google bekämpft Dienste, die es ermöglichen, Songs und Filme aus Youtube herunter­zuladen. Doch ihre Nutzung ist derzeit legal. Rund acht Millionen Deutsche sollen bereits sogenannte Streamripper wie Youtube-mp3.org oder Share-tube.eu benutzen. Der US-Konzern Google als Eigentümer von Youtube hält die Dienste für illegal und versucht den Betreibern der Webseiten das Leben schwer zu machen.

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In wenigen Klicks zur Kopie

Philip Matesanz hat Ärger mit Google. Denn der 23-jährige Student betreibt die Internetseite Youtube-mp3.org. Dem Internet­konzern Google gehört das Video­portal Youtube. Dort kann sich jeder kostenlos Film­chen und Lieder anschauen und anhören. Das Herunter­laden ist auf Youtube nicht möglich. Doch mit dem Dienst von Matesanz kann sich jeder zumindest die Musik kopieren. Nutzer kopieren den Link zum Youtube-Video und fügen ihn bei youtube-mp3.org ein. Nach einem Klick auf „Video in mp3 umwandeln“ wird der Song von Youtube zu einer Musikdatei (MP3) – ohne das Bild­material. Der Nutzer kann die MP3 herunter­laden und auf MP3-Player, Handy oder Computer laden. So kann er jeder­zeit kostenlos und ohne Internet­verbindung etwa den aktuellen Schlager von Conchita Wurst hören.

Dienste finanzieren sich über Werbung

Solche Streamripper genannten Dienste gibt es viele. Mit den meisten lassen sich nur Lieder herunter­laden, mit einigen auch Videos. Die Dienste sind bequem, weil keine Software installiert werden muss. Sie finanzieren sich über Werbung auf ihren Seiten. Der 22-jährige Student Stefan Hesse aus Reck­ling­hausen gehört zur Konkurrenz von Matesanz. Seine Seite Share-tube.eu macht auch den Download von Videos möglich. Nach Angaben des Bundes­verbandes Musik­industrie nutzen bereits etwa acht Millionen Deutsche solche Internet­seiten.

Ärger für Betreiber der Dienste

Google und die Musik­industrie gehen gegen solche Angebote vor. 2012 klagte eine Musikfirma gegen den Hersteller der Kopiersoftware Tubebox – und bekam recht. Das Programm konnte Inhalte des Portals My-video.de – Filme und Serien – zu Video­dateien umwandeln, obwohl das Portal einen Schutz gegen das Umwandeln einge­baut hatte. Weil es verboten ist, solche Schutz­maßnahmen zu umgehen, untersagte das Land­gericht München I Tubebox in der damaligen Version (Az. 7 O 10502/12). Doch Youtube hat keinen solchen Extra­schutz. Der Berliner Anwalt Philipp C. Redlich Rechts­beistand von Philip Matesanz, ist sich daher sicher, dass Youtube-mp3.org nicht illegal ist. Google hat bislang keine Klage einge­reicht. Aber Matesanz wurde der Zugang zu dem von Google kontrollierten Werbemarkt abge­schnitten.

Nutzer machen zulässige Privatkopie

Nach derzeitiger Rechts­lage machen zumindest Youtube-Lieb­haber nichts Illegales, wenn sie Streamripper nutzen. Nach Ansicht vieler Juristen machen die Nutzer nichts anderes als zulässige Privatkopien. Schließ­lich erlaubt es Paragraf 53 des Urheber­rechts­gesetzes, öffent­lich verfügbare Vorlagen zur privaten Nutzung zu kopieren.

Kopier­vorlage muss legal sein

Die Kopier­vorlage darf kein offensicht­lich unerlaubt einge­stelltes Video sein. Das ist bei dem Wurst-Song nicht der Fall. Der Inhaber der Rechte hat dem offiziellen Youtube-Konto des Eurovision Song Contest offensicht­lich erlaubt, das Video einzustellen. Solange Urteile zu dieser Rechts­frage fehlen, bleibt zwar ein recht­liches Rest­risiko. Derzeit gibt es aber keinen Grund, weswegen die Nutzer der Streamripper vor recht­lichem Ärger Angst haben sollten.

Unser Rat

Nach heutiger Rechts­lage dürfen Sie Internet­dienste wie Youtube-mp3.org oder Share-tube.eu nutzen, um Musik oder Filme von Youtube in eine Musik- oder Video­datei umzu­wandeln. Die so hergestellte Datei dürfen Sie nur privat nutzen – also nicht etwa selbst wieder auf Youtube veröffent­lichen.

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16 Kommentare Diskutieren Sie mit

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satoshinakamoto am 06.12.2016 um 11:25 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

GüntherKrakalow am 10.12.2014 um 15:23 Uhr

Kommentar vom Administrator gelöscht. Grund: Schleichwerbung

MarkausMünchen am 23.07.2014 um 20:34 Uhr
Redlich erzählt Geschichten...

Wenn man den Anwalt, seine Kanzlei und die gerichtlichen Auseinandersetzungen mit youtube-mp3 ein wenig googelt, dann weiß man schnell, dass seine Kanzlei bei Tubebox im Gerichtsverfahren unterlegen war und auch bei einem Verfahren von seinem neuen Schützling die Waffen gestreckt hat. Warum fragt die Stiftung Warentest so einen Schaumschläger und recherchiert vorher nichteinmal?

anon am 21.07.2014 um 18:37 Uhr
@Remember_Carthage

Noch etwas zu Ihrer Behauptung "Auch ist Google bisher meines Wissens gegen keinen dieser Dienste vorgegangen oder hat deren IPs gesperrt" -- Google hat auch keine Ansprüche. Die Ansprüche müssten die Rechteinhaber der Videos geltend machen, also die Hochlader. Die wissen aber gar nicht, dass und von wem ihre Rechte verletzt wurden und haben auch die Beweismittel nicht. Die hat nur Google, und die wiederum dürfen sie aus datenschutzgründen nicht herausgeben. Die Dienste bewegen sich ganz einfach in einem rechtlichen Vakuum, wo Rechteverletzung stattfindet, aber praktisch unmöglich verfolgt werden kann.

anon am 21.07.2014 um 18:36 Uhr

Kommentar vom Autor gelöscht.