Eine doppelte Haus­halts­führung kann auch dann anerkannt werden, wenn Ehegatten mit dem gemein­samen Kind zusammen am Beschäftigungs­ort wohnen (FG Münster, Az. 7 K 3215/16 E).

In dem Fall war ein Ehepaar über 15 Jahre lang in einer Stadt, 300 Kilo­meter entfernt vom Heimatdorf, beschäftigt und setzte Heim­fahrten als Werbungs­kosten ab. Das Finanz­amt lehnte den Abzug ab. Begründung: Nach der Lebens­erfahrung sei der Lebens­mittel­punkt der Familie inzwischen am Beschäftigungs­ort. Die Familie wehrte sich und über­zeugte das Finanzge­richt Münster. Das Paar konnte darlegen, dass der Lebens­mittel­punkt nach wie vor am Heimat­ort war, weil keinerlei soziale Kontakte am Arbeits­ort bestünden, Haus- und Zahn­ärzte am Heimat­ort seien, der Mann dort Mitglied im Angel­ver­ein sei und das Paar erheblich in das dortige Wohn­haus investiert habe.

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