Doppelter Haushalt Meldung

Bisher konnte die doppelte Haushaltsführung maximal zwei Jahre lang geltend gemacht werden. Diese Begrenzung gilt nicht mehr. Abziehbar sind auch Kosten für den Umzug oder Renovierungsarbeiten.

Unverheiratete Arbeitnehmer, die zwei Haushalte führen, weil sie aus beruflichen Gründen eine zweite Wohnung am Arbeitsort brauchen, können die Kosten für die Heimfahrten und die Zweitmiete steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Das gilt selbst dann, wenn die Eltern mit im heimischen Zweifamilienhaus des Arbeitnehmers wohnen und zugunsten der Eltern ein umfassendes Nutzungsrecht an der gesamten Heimatwohnung im Grundbuch festgeschrieben ist (Bundesfinanzhof, Az. VI R 170/99).

Geklagt hatte ein unverheirateter Zollbeamter, der im Jahr 1995 am Berufsort eine Unterkunft zur Miete hatte, aber ansonsten bei seinen Eltern am Heimatort lebte. Der Kläger wohnte dort in der Dachgeschosswohnung, die Eltern im Erdgeschoss. 1994 war ihm das Eigentum am Zweifamilienhaus vom Vater übertragen worden. Die Eltern hatten sich im Gegenzug aber im Grundbuch ein lebenslängliches und unentgeltliches Nutzungsrecht am ganzen Haus gesichert (Vorbehaltsnießbrauch).

Das Finanzamt wollte die Zweitmiete am Berufsort nicht als Werbungskosten anerkennen. Wegen des Nutzungsrechts der Eltern am gesamten Haus habe der Sohn dort keinen „eigenen Hausstand“.

Der Bundesfinanzhof sah das anders: Das Nießbrauchrecht der Eltern macht die Wohnung des Sohns noch nicht zu einem „fremden Hausstand“, solange der Sohn langfristig im Dachgeschoss bleiben darf. Ob Eltern und Sohn ein solches dauerhaftes Bleiberecht vereinbart hatten, muss nun das Finanzgericht Schleswig-Holstein prüfen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 280 Nutzer finden das hilfreich.