Der Bundesfinanzhof hat mit neuen Urteilen seine Rechtsprechung zum doppelten Haushalt gelockert. Nun können auch Berufstätige, die aus privaten Gründen vom Arbeitsort weggezogen sind, Posten wie die Zweitmiete, Kosten für die Einrichtung und für Heimfahrten absetzen. Viele unterhalten am Arbeitsort eine Zweitwohnung, um leichter ihren Arbeitsplatz zu erreichen (Az. VI R 23/07 und VI R 58/06).

Arbeitnehmer geben Ausgaben für den doppelten Haushalt als Werbungskosten, Selbstständige als Betriebsausgaben in der Steuererklärung an.

Ob die Berufstätigen am Arbeitsort nach dem Wegzug ihre alte oder eine neue Bleibe als Zweitwohnung unterhalten, spielt nach den Urteilen des Bundesfinanzhofs keine Rolle. Ebenfalls unerheblich ist für die Richter, ob die doppelte Haushaltsführung gleich nach dem Wegzug oder erst später beginnt.

Tipp: Sie können noch für alle Jahre, für die Ihre Steuerbescheide nicht bestandskräftig sind, beim Finanzamt Ausgaben für Ihren doppelten Haushalt nachreichen. Bestandskräftig wird ein Bescheid einen Monat nach der Bekanntgabe. Wenn Sie den Steuerbescheid schon haben, können Sie Ihre Ausgaben binnen einem Monat per Einspruch nachreichen.

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