Die Finanzämter erkennen Ausgaben für Zweithaushalte, die beruflich notwendig sind, jetzt in zwei Fällen auch noch nach zwei Jahren als Werbungskosten oder Betriebsausgaben an.

Länger Steuern sparen können Ehepaare, wenn ein Partner auswärts und der andere am Heimatort arbeitet. Auch Arbeitnehmer, deren Chef die Abordnung an einen anderen Arbeitsort immer wieder verlängert, können vorerst unbegrenzt Werbungskosten für ihr Doppelleben absetzen.

Das Finanzamt setzt die Steuerschuld im Steuerbescheid allerdings nur vorläufig fest. Nach einem Beschluss des Bundesverfassungsgerichts muss der Gesetzgeber die zeitliche Anerkennung der doppelten Haushaltsführung nämlich für beide Fälle neu regeln. Solange das nicht passiert ist, trägt das Finanzamt automatisch einen Vorläufigkeitsvermerk in den Steuerbescheid ein.

Fehlt er, können Betroffene ihn mit einem Einspruch gegen den Steuerbescheid unter Hinweis auf das Geschäftszeichen IV D 2 - S 0338 - 40/03 des Schreibens des Bundesfinanzministeriums vom 13. Juni durchsetzen. Dann erkennen die Finanzbeamten auch bei ihnen Ausgaben für den Zweithaushalt länger als zwei Jahre an.

Sorgt die Neuregelung dafür, dass sich an der Steuerschuld später noch etwas ändert, erhalten die betroffenen Steuerzahler von ihren Finanzämtern automatisch Nachricht.

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