Rechnen Singles die Kosten für einen beruflich nötigen Zweithaushalt ab, stellt sich das Finanzamt manchmal quer. Ein Mann klagte deshalb bis vor dem Bundesfinanzhof (BFH) und bekam Recht.

Er nutzte im Obergeschoss des Doppelhauses seiner Eltern zwei Zimmer und eine Küche, die zur Treppe abgeschlossen waren. Mit seiner Schwester, die im Erdgeschoss wohnte, teilte er sich das Bad. Das war nach Meinung der Finanzbeamten kein eigener Hausstand.

Doch der BFH konterte, der junge Mann erfülle die Bedingungen für eine doppelte Haushaltsführung (Az. VI R 82/02). Er führe eigenständig einen Hausstand an seinem Lebensmittelpunkt im Haus seiner Eltern. Auch wenn er das Bad mit seiner Schwester teile, so könne er es doch gleichberechtigt nutzen. Außerdem komme er selbst für die Kosten auf. Er zahle seiner Mutter monatlich rund 150 Euro Miete. Das Apartment am Arbeitsort sei nicht sein neuer Lebensmittelpunkt, sondern nur eine vorübergehende Bleibe.

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