Doppelter Haushalt Meldung

Arbeitnehmer haben beim Bundesfinanzhof erreicht, dass ihr Finanzamt die Kosten für den Zweithaushalt anerkennen muss, den sie aus beruflichen Gründen führen. Finanztest erklärt die Details der beiden Fälle.

Firmensitz wurde verlegt

Der Bundes­finanzhof hat entschieden: Eine Angestellte darf 10 575 Euro als Werbungs­kosten absetzen, obwohl die Unterkunft 141 Kilo­meter entfernt vom Arbeits­platz liegt. Die Eigentums­wohnung sei trotzdem beruflich nötig, weil sie verkehrs­günstig liege, meinte das Gericht (Az. VI R 59/11). Die Frau hatte den Haushalt am Arbeits­ort bereits, als der Arbeit­geber den Firmensitz 141 Kilo­meter weit wegverlegte. Sie fuhr danach täglich eine Stunde mit dem Zug zur Arbeit. Der Haupt­wohn­sitz, an dem sie mit ihrem Mann lebt, ist 267 Kilo­meter entfernt. Die Pend­lerin kann Kosten für die Zweit­wohnung und ihre Heim­fahrten absetzen.

Zweithalt in WG zulässig

Im zweiten Fall hat der Bundes­finanzhof entschieden: Ein verheirateter Mann darf seinen Zweit­haushalt auch in einer Wohn­gemeinschaft einrichten. Er lebte erst mit einer Kollegin und deren Kindern am Arbeits­ort in einer Wohnung. Später kauf­ten beide 24 Kilo­meter entfernt je zur Hälfte ein Haus. Die Familie des Mannes wohnte 120 Kilo­meter weit weg vom Arbeits­ort. Der Fall ist an das Finanzge­richt zurück­gegangen. Die Richter dort müssen jetzt klären, wie viel genau das Finanz­amt anerkennen muss (Az. VI R 25/11).

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