Doppelte Haus­halts­führung Meldung

Helga S. aus Lübeck: Mein Sohn ist Single und bewohnt in unserem Haus mietfrei eine 87 Quadrat­meter große Wohnung. Dort hat er seinen Lebens­mittel­punkt. Er arbeitet aber in Hamburg, wo er ein kleines Apart­ment nutzt. Das Finanz­amt erkennt die doppelte Haus­halts­führung angeblich nur noch an, wenn mein Sohn am Heimat­ort mehr als 10 Prozent der Haus­halts­kosten über­nimmt. Stimmt das?

Finanztest. Ja, seit Januar müssen Allein­stehende nach­weisen, dass sie von den Haus­halts­kosten am Heimat­ort mehr als 10 Prozent mittragen.

Gemeint sind die laufenden Kosten, die jeden Monat anfallen. Dazu gehören die Miete und die Neben­kosten für die Wohnung, aber auch Ausgaben für Lebens­mittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs. Nach­lesen können Sie das in einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 30. September 2013 zum Reise­kostenrecht (Randziffer 94).

Am besten ist es, wenn Ihr Sohn in der Steuererklärung 2014 nach­weisen kann, dass er mehr als 10 Prozent der Haus­halts­kosten am Heimat­ort auf Ihr Konto über­weist – zum Beispiel mit einem Dauer­auftrag. Er kann zwar seine Ausgaben auch anders belegen. Hält das Finanz­amt seinen Nach­weis für unglaubwürdig, spart er aber keine Steuern.

Für eine Immobilie, die Ihnen gehört, müssen Sie nicht unbe­dingt Miete nehmen. Ihr Sohn kann sich auch an Wohn­geld oder Schuldzinsen finanziell beteiligen. Er sollte in seinen Über­weisungen den Verwendungs­zweck klar angeben und Belege fürs Finanz­amt aufheben.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3 Nutzer finden das hilfreich.