Doppelte Haus­halts­führung Meldung

Erkennt das Finanz­amt eine Zweit­wohnung an, akzeptiert es Ausgaben bis zu 12 000 Euro im Jahr.

Mit der Zweit­wohnung kann ein Pendler keine Steuern sparen, wenn er vom Haupt­wohn­sitz etwa eine Stunde zur Arbeit fährt. Da ihm eine tägliche Fahr­zeit von etwa einer Stunde vom Haupt­wohn­sitz zum Beschäftigungs­ort zugemutet werden kann, darf er die Kosten für eine näher am Arbeits­ort gelegene Zweit­wohnung nicht steuerlich abrechnen. Das bestätigte der Bundes­finanzhof (Az. VI R 31/16).

Der Fall

Der Kläger wohnte 36 Kilo­meter von seiner Arbeit entfernt. Um Fahr­zeit zu sparen, mietete er zusätzlich eine Zweit­wohnung, die nur sieben Kilo­meter weit weg lag. Das Finanz­amt verwehrte es ihm, die Kosten für eine doppelte Haus­halts­führung abzu­ziehen: Ausgaben für eine Zweit­wohnung seien unbe­gründet, wenn Arbeitnehmer bereits ihren Haupt­wohn­sitz an ihrem Arbeits­ort haben. Das ist der Fall, wenn sie von dort aus zu ihrer Arbeit täglich etwa eine Stunde Fahr­zeit benötigen.

Eine Stunde Anfahrt ist noch zumut­bar

Das Finanz­amt akzeptiert einen doppelten Haushalt nur, wenn die Zweit­wohnung am Dienst­ort liegt. Gleich­zeitig muss der Haupt­wohn­sitz des Arbeitnehmers weiter entfernt sein. Ausschlag­gebend sind neben der Entfernung zwischen Haupt­wohnung und Arbeits­stätte die Verkehrs­anbindung und die zeitliche Verfügbarkeit der Verkehrs­mittel. Bei etwa einer Stunde Fahrt liegt der Haupt­wohn­sitz noch am Arbeits­ort. Kosten für eine Zweit­wohnung erkennt das Amt dann nicht an – selbst nicht, wenn die Neben­wohnung näher an der Arbeits­stätte liegt oder sich die Fahr­zeit erheblich verkürzt.

Das zählt als Werbungs­kosten

Für Arbeitnehmer mit längerer Fahrt­zeit kann es sich lohnen, eher eine Zweit­wohnung in der Nähe des Arbeits­ortes zu beziehen, anstatt zu pendeln. Mehr­kosten für die sogenannte doppelte Haus­halts­führung können sie in ihrer Steuererklärung als Werbungs­kosten geltend machen. Finanz­ämter akzeptiert Ausgaben bis 12 000 Euro im Jahr, also durch­schnitt­lich 1 000 Euro monatlich. Neben Miete und Betriebs­kosten zählen etwa auch Zweit­wohnung­steuer und Rund­funk­beitrag.

Unser Tipp: Holen Sie sich mehr Geld vom Finanz­amt zurück! Mit dem Finanztest Spezial Steuern 2018 gelingt das ganz einfach. Es führt Sie kompetent durch die Steuererklärung 2017.

Dieser Artikel ist hilfreich. 3 Nutzer finden das hilfreich.