Doppel-Luftbett von Lidl Schnelltest

Lidl lässt seine Kunden jetzt tief Luft holen. Im Angebot für schlappe 17,99 Euro: Ein Komfort-Doppel-Luftbett. Der Discounter meint damit: Zwei dicke Luftmatratzen, die Käufer je nach Bedarf über- oder nebeneinander legen können. Damit es richtig bequem wird, gibts noch zwei aufblasbare Kissen dazu. Alles in blau mit Velourbeschichtung. Der Verdacht von test.de: Solche PVC-Produkte stinken häufig und gefährden die Gesundheit. Der Schnelltest hats bestätigt.

Nimm zwei

Den Vorteil von Luftmatratzen erkennt der Lidl-Käufer gleich im Laden: Ein ganzes Doppelbett mit zwei Kissen liegt praktisch und klein verpackt in den Regalen. In aufgeblasenem Zustand ergibt sich eine Fläche von 187 mal 158 Zentimeter, auf die sich zwei bis zu 125 Kilogramm schwere Schläfer legen können. Im Discounter können Kunden das Bett einfach unter den Arm klemmen, 17,99 Euro auf die Theke legen und mit nach Hause nehmen. Ohne Auto.

Scheußlicher Gestank

Lidls Komfort-Doppel-Luftbett kaufen vermutlich viele Kunden, um es als Gästebett einzusetzen. Wer die Laune seiner Gäste und vor allen Dingen ihre Gesundheit nicht gefährden will, sollte die Verpackung jedoch am besten zulassen: Schon nach dem Öffnen steigt ein übler Geruch aus dem Karton. Je weiter die Tester das blaue Himmelbett auseinanderfalten, desto intensiver und unangenehmer wird der Gestank. Rasch verbreitet er sich im ganzen Raum.

Gefährliche Dämpfe

Die Prüfer untersuchten sofort den „Cocktailmix“. Neben flüchtigen chemischen Verbindungen, die für den üblen Geruch sorgen, hat das Labor sehr große Mengen an Schadstoffen wie zum Beispiel Cyclohexanon gefunden. Diese Substanz kann neben Haut- und Schleimhautreizungen, Kopfschmerz und Hustenreiz auslösen und Leber und Nieren schädigen. test.de warnt davor, auf Lidls Doppel-Komfort-Bett sofort nach dem Auspacken zu schlafen. Denn dann gehen die Dämpfe direkt in die Lunge.

Weichmacher in großen Mengen

In der Materialuntersuchung entdeckten die Tester weitere kritische Substanzen. Weichmacher wie Diethylhexylphthalat und Diisononylphthalat in einer Menge von mehr als 30 Prozent des untersuchten Materials. Bei Kinderspielzeug sind die schon längst verboten. Grund: Die Kinder nehmen das Spielzeug in den Mund und den Weichmacher damit auf. Und das ist auch bei der Matratze denkbar, wenn jemand das Luftbett ohne Hilfsmittel aufbläst.

Gefahr für die Spermien

Und es will nicht aufhören: Auch Nonylphenol und Bisphenol A fanden die Tester. Das sind Stoffe mit einer östrogenähnlichen Wirkung, das heißt, die Substanzen dringen über die Haut in den Körper und stören seinen Hormonhaushalt. Dadurch können sie zum Beispiel bei Männern die Spermien schädigen.

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