Dividendenfonds Test

BASF gehört zu den zuver­lässigsten Dividendenzah­lern. Im deutschen Dividenden­index DivDax ist die Aktie von Anfang an dabei.

Dividenden. Mit dividenden­starken Aktien lassen sich auch schlechte Börsen­phasen meistern. Das können Anleger mit Indexfonds bequem nutzen.

Die Zeit nach der Jahr­tausend­wende war für viele Anleger ein verlorenes Jahr­zehnt. Die meisten Aktien und Aktienfonds haben in dieser Zeit Verlust gebracht. Wer gezielt auf Aktien mit hoher Dividendenrendite setzte, konnte dagegen Gewinn machen.

Dividenden sind regel­mäßige Gewinn­beteiligungen, die Aktiengesell­schaften an ihre Aktionäre auszahlen. Die Dividendenrendite ergibt sich, wenn man die Dividende einer Aktie durch ihren aktuellen Kurs teilt.

Wie unsere Unter­suchung zeigt, brachten dividenden­starke Aktien im Durch­schnitt deutlich mehr als der breite Markt. So hätte der DivDax, der die 15 dividenden­stärksten Aktien aus dem deutschen Aktien­index Dax vereint, bei Rück­rechnung bis ins Jahr 2000 3,4 Prozent pro Jahr gebracht. Der Dax hat im gleichen Zeitraum 1,2 Prozent pro Jahr verloren. In anderen Aktienmärkten waren die Unterschiede zwischen Dividenden- und Basisindizes sogar noch größer.

Verläss­liche Dividendenzah­lungen gelten als Qualitäts­ausweis für Aktiengesell­schaften. Unternehmen wie das DivDax-Mitglied BASF schütteten im vergangenen Jahr­zehnt trotz diverser Wirt­schafts­krisen stets ansehnliche Dividenden aus.

Nur wenige profitable Firmen machen es wie der US-Konzern Apple. Seine Milliardengewinne aus dem Verkauf von i-Phones, i-Pods und i-Macs landen voll­ständig in der Firmenkasse. Anleger konnten sich mit sehr hohen Kurs­gewinnen trösten. Auf lange Sicht sollten erfolg­reiche Konzerne ihre Aktionäre aber direkt am Gewinn beteiligen.

Intelligente Dividendenindizes

Dividendenfonds Test

Anleger können auf dividenden­starke Aktien setzen, indem sie sich die Werte direkt ins Depot legen. Oder sie kaufen Indexfonds, die Dividendenindizes nach­bilden.

Diese Indizes wählen aus einem größeren Index die besten Dividenden­titel aus. Damit ersparen sie Anlegern nicht nur Arbeit, sondern bieten auch eine breite Risiko­streuung.

In unserer Tabelle Indexfonds sind 17 Indexfonds vertreten, die zehn verschiedene Dividendenindizes nach­bilden.

Die meisten Indizes ziehen als Auswahl­kriterium nicht nur die Dividendenrendite heran, sondern stellen strengere Anforderungen an die Unternehmen. Wichtig ist vor allem, dass die Ausschüttungen regel­mäßig und möglichst in steigender Höhe über mehrere Jahre gezahlt wurden. Einen einzelnen Dividenden­ausfall verzeihen manche Indexanbieter, mehr aber nicht.

Intelligente Dividendenindizes berück­sichtigen auch, wie eine Dividende finanziert wird. Für die Dow-Jones- und Stoxx-Indizes werden zum Beispiel jene Firmen aussortiert, die mehr als 60 Prozent der Jahres­gewinne an die Anleger ausschütten oder die Dividende sogar voll­ständig aus der Firmen­substanz entnehmen. Schließ­lich soll ein Unternehmen nur das Geld an die Anleger verteilen, das es vorher verdient hat.

Das hört sich gut an. In der Praxis lassen die Indexanbieter aber Ausnahmen zu, um häufige und kost­spielige Umschichtungen zu vermeiden.

Die Aktie der Deutschen Telekom ist zum Beispiel nach wie vor im Euro Stoxx Select Dividend 30 vertreten, obwohl das Unternehmen bei der zuletzt gezahlten Dividende die Ausschüttungs­kriterien verfehlte. Die Gesamt­ausschüttung von rund 3,4 Milliarden Euro ist etwa genauso hoch wie der bereinigte Konzern­über­schuss für 2009. Dieser Makel wird vorüber­gehend von den Index­ver­antwort­lichen toleriert.

Auf den ersten Blick wider­sinnig wirkt eine Klausel der MSCI-Dividendenindizes. Indexanbieter Morgan Stanley nimmt die 5 Prozent der Unternehmen mit den höchsten Renditen nicht in die Indizes auf.

Das ist konsequent, weil als Auswahl­kriterium die Dividenden des vergangenen Jahres dienen. Wenn ein Unternehmen wirt­schaftliche Probleme bekommt und sein Aktienkurs abstürzt, würde sich aus der vergangenen Dividende und dem aktuell nied­rigen Kurs oft eine sehr hohe Dividendenrendite ergeben. In der Realität gehen Aktionäre in solchen Fällen aber oft leer aus, weil das Unternehmen in den Folge­jahren gar keine Dividende mehr ausschütten kann.

Wie berechtigt zusätzliche Filter sind, zeigt auch ein Blick auf unseren Dauer­test von Aktien­strategien (siehe Special). Die Dividenden­strategie leidet dort regel­mäßig unter Absturz­kandidaten, die in Dividendendepots eigentlich nichts verloren haben.

Vor allem solide Aktien

Dividendenindizes enthalten normaler­weise eher solide als spekulative Aktien. Firmen, die ihr Geld mit Tele­kommunikation, Strom- und Wasser­versorgung oder Arznei­mitteln verdienen, kommen oft in Dividendenindizes vor, Technologie­werte selten.

Die Zusammenset­zung der meisten Indizes bleibt im Kern recht stabil. Nur beim DaxPlus Maximum Dividend hat die regel­mäßige Umwäl­zung des Portfolios Methode. Dieser Index pickt im Halb­jahres­turnus die 20 Aktien aus Dax, MDax und TecDax heraus, die in den folgenden sechs Monaten die höchsten Dividendenrenditen versprechen.

Auf diese Weise sammelt der DaxPlus Maximum Dividend möglichst viele Ausschüttungen ein, wird aber jedes halbe Jahr weit­gehend neu zusammengesetzt. Zurzeit enthält er vor allem deutsche Neben­werte wie Südzucker, den Frank­furter Flughafen­betreiber Fraport und den Maschinenbauer Tognum. Diese Unternehmen schütten ihre Dividenden später aus als die meisten Dax-Unternehmen.

Der DaxPlus Maximum Dividend unterscheidet sich deutlich vom zweiten deutschen Dividenden­index: Im DivDax landen einmal jähr­lich die 15 Dividendenkönige aus dem deutschen Leit­index. Grund­lage sind dabei die zuletzt gezahlten Dividenden.

Der DivDax setzt als einziger der vorgestellten Indizes ausschließ­lich auf große Aktiengesell­schaften. In allen anderen sind auch mittel­große oder sogar kleinere Firmen vertreten. Das hängt mit den unterschiedlichen Basisindizes zusammen, aus denen die Dividendenindizes ihre Mitglieder auswählen. Beim DivDax ist es der Dax mit nur 30 Aktien, beim Dow Jones Global Select Dividend Index dagegen der DJ Global Index mit 1 800 Titeln.

Rück­schlag durch Finanz­krise

Im vergangenen Jahr­zehnt haben fast alle Dividendenindizes bessere Erträge gebracht als Anlagen in die Basisindizes (siehe Tabelle). Dabei zeigt sich stets dasselbe Muster. Dividenden­titel liefen nach dem Platzen der Internetblase im Jahre 2000 einige Jahre deutlich besser als der breite Markt.

Dann brachte die Finanz­krise einen herben Rück­schlag für Dividendenindizes. Bis 2008 galten große Bank- und Versicherungs­konzerne meist als kreuzsolide. Auch in den Dividendenindizes waren sie stark vertreten. Die teil­weise verheerende Wert­entwick­lung dieser Branchen riss folg­lich auch die Indizes nach unten.

Unterm Strich liegen sie immer noch vorn, aber der Vorsprung gegen­über dem Gesamt­markt ist geschrumpft.

Indexfonds ohne Index­aktien

Wie unter allen Indexfonds gibt es auch bei Strategiefonds viele Swap-Produkte (swap = eng­lisch für Tausch). Sie bilden die Index­entwick­lung nach, ohne dass der Fonds die Original­aktien aus dem Index enthält.

Doch eins haben Swap-Fonds mit so genannten voll replizierenden Fonds gemein­sam. Auch bei ihnen steht im Hintergrund ein Sonder­vermögen, das eine Pleite des Fondsanbieters über­stehen würde.

Wer einen Fonds klassischen Charakters haben möchte, wird von Swaps dennoch die Finger lassen. Das schränkt die Auswahl ein. Für die Anbieter bieten Swap-Fonds eine bequeme Möglich­keit, Index­entwick­lungen nach­zuzeichnen. Der Nach­bau von Indizes mit allen Original­aktien ist viel aufwendiger und teurer. Indexfonds mit Original­aktien haben deshalb oft eine etwas schlechtere Rendite als Swap-Fonds.

Unabhängig von der Fonds­konstruktion holen sich Anbieter zusätzliche Einnahmen, indem sie ihre Wert­papiere verleihen. Meist bekommen Anleger davon nur einen Teil. Zwischen 40 und 50 Prozent der Einnahmen aus Leih­geschäften kassiert in der Regel die Fonds­gesell­schaft selbst (siehe Tabelle).

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