Dividendenfonds: Einfach und interna­tional

Dividenden­aktien Test

Der Kauf ausländischer Einzel­aktien ist oft kompliziert und teuer. Fonds bieten ein breit gestreutes Dividendendepot – bequem und günstig.

Drei Gründe sprechen für Fonds statt Einzel­aktien. Erstens sind sie bequemer. Zweitens bekommen Anleger für wenig Geld eine ausreichende Risiko­streuung. Drittens muss sich niemand mit ausländischen Quellen­steuern quälen. Am besten eignen sich welt- oder europaweit anlegende Fonds – auch für Dividendenjäger.

Dividenden­perlen aus USA und Asien

Am bequemsten sind börsen­gehandelte Indexfonds (ETF), die einen Dividenden­index abbilden. Für die welt­weite Anlage gibt es den Stoxx Global Select Dividend 100, einen Index, der 100 dividenden­starke Werte aus Europa, USA und Asien enthält.

Unter den drei Top-Positionen sind der Versicherer Amlin und der Lebens­mittel­händler Sains­bury, beide Groß­britannien, sowie die Insurance Australia Group. Auch Singapur ist unter den Top Ten vertreten – mit zwei börsennotierten Immobilien­investmentfirmen (Real Estate Investment Trust, abge­kürzt Reit).

Fonds auf den Stoxx Global Select Dividend 100 werden von db x-trackers und iShares angeboten (Tabelle: Die besten Dividendenfonds).

Der iShares-ETF enthält die Original­aktien, der db x-trackers bildet den Index mithilfe von Tausch­geschäften nach (Swaps). Aus unserer Sicht ist es Geschmacks­sache, welches Modell der Anleger bevor­zugt.

Drei Top-Dividendenfonds Welt

Eine ganz andere Zusammenset­zung als der Index hat der DWS Top Dividende: Manager Thomas Schüßler setzt auf den japa­nischen Telefon­konzern NTT, die Allianz und den US-Tele­komriesen Verizon. Der Fonds zählt schon lange zu den Top-Aktienfonds Welt und hat aktuell die Finanztest-Bestbewertung von fünf Punkten, das ist „stark über­durch­schnitt­lich“.

Im Jahr 2015 hat der DWS Top Dividende ein Plus von 12,7 Prozent erzielt und damit im Vergleich mit den anderen Dividenden-Welt­fonds am besten abge­schnitten.

Über fünf Jahre betrachtet ist allerdings der Fonds KBC Equity High Dividend der beste, mit einem Plus von 11,7 Prozent pro Jahr. Auch dieser Fonds zählte bereits im vergangenen Test zu den Empfehlungen. Ebenfalls fünf Punkte hat der österrei­chische Fonds Gutmann Global Dividends.

Deka Dividendenfonds neu dabei

Vier Punkte, „über­durch­schnitt­lich“, bekommt etwa der BL Equities Dividend, auch er für Finanztest-Leser ein alter Bekannter.

Der Deka-Dividenden­strategie ist ebenfalls über­durch­schnitt­lich. Er wird jetzt erst­mals bewertet, weil er im vergangenen Jahr fünf Jahre alt wurde (Stichtag 31. Dezember 2015). Jüngere Fonds bewerten wir nicht.

Unter den Top-Positionen des Fonds finden sich die ausländischen Dividenden­perlen aus unserem Test wieder: die Schweizer Firmen Nestlé, Novartis, Roche und der US-Konzern Verizon.

Dividendenjagen in Europa

Wer anstelle der Welt­fonds – oder zusätzlich – in Europafonds investieren will, findet ebenfalls sowohl Index- als auch gemanagte Fonds. Der ETF von iShares bildet den Index Stoxx Europe Select Dividend 30 ab. Wie im Welt­index sind die Top-Titel Amlin und Sains­bury, gefolgt vom Versorger Scottish & Southern Energy. Groß­britannien macht ungefähr die Hälfte des Indexes aus.

Threadneedle-Fonds bleibt top

Wer auf gemanagte Europafonds setzen will, für den ist der Fonds Threadneedle Pan European Equity Dividend erste Wahl, der bereits im vergangenen Test zu unseren Empfehlungen gehörte. Das Management setzt auf welt­bekannte Unternehmen, allen voran Roche und Novartis, aber auch die Groß­brauerei Anheuser-Busch. Der Fonds hat über die vergangenen fünf Jahre 11,8 Prozent pro Jahr erzielt.

Ausschüttungs­quoten der Fonds

Manche Anleger kaufen Dividendenfonds im Hinblick auf die Ausschüttungen. Auf die höchste Quote kommt der globale iShares-ETF mit zuletzt 4,4 Prozent – bezogen auf das Fonds­vermögen zum Jahres­ende. Am nied­rigsten ist die Quote des Gutmann Global Dividends: 1,4 Prozent. Ein Qualitäts­merkmal ist eine hohe Ausschüttung nicht, vielmehr hängt sie von der Strategie des Fonds ab. Fonds­manager Christian Olbrich legt mehr Wert auf kontinuierliche Erträge als auf die Höhe der Dividenden.

Dieser Artikel ist hilfreich. 75 Nutzer finden das hilfreich.