Dispokredite Meldung

Christliche Banken verlangen fürs Überziehen des Girokontos viel geringere Dispozinsen als weltliche Institute. Finanztest bringt eine Übersicht.

Himmlisch günstig

Während die meisten Banken Dispozinsen von 11 Prozent und mehr nehmen (siehe Test Dispozinsen aus Finanztest 10/2010), fallen die christlichen Institute mit günstigen Zinsen auf – vorneweg die Darlehenskasse Münster (5,95 Prozent), die Evangelische Darlehensgenossenschaft (Giro Classic) und die Bank für Kirche und Caritas (je 6 Prozent). Diese Banken stehen nur den Mitarbeitern christlicher Einrichtungen und einigen Gemeindemitgliedern offen, etwa Mitarbeitern von Caritas und Diakonie oder Ehrenamtlern.

Sündhaft teuer

Bei den weltlichen Instituten langen vor allem regionale Banken kräftig zu, wie die Finanztest-Untersuchung von fast 1 000 Banken gezeigt hat. Inzwischen haben uns einige Leser auch den Preisaushang von Instituten geschickt, die unsere Anfrage nicht beantwortet hatten. Das waren immerhin 153 Sparkassen und 286 Volks- und Raiffeisenbanken. Wir bitten weiter um Unterstützung (siehe Leseraufruf).

Fehlerteufel

Alle Banken müssen seit Juli dieses Jahres Änderungen ihres Dispozinses an einen Referenzwert binden. Gängig ist der 3-Monats-Euribor: Er gibt an, mit welchem Zins eine Bank ungefähr rechnen muss, wenn sie bei einem anderen Institut im Euro-Raum eine Anleihe für drei Monate aufnimmt. Wir haben irrtümlich berichtet, dass der Referenzzins der Nassauischen Sparkasse dem 3-Monats-Euribor entspricht. Tatsächlich kombiniert die Bank mehrere Faktoren zu einem Referenzwert, der 3-Monats-Euribor ist nur einer davon.

  • Tipp: Überziehen Sie das Konto nur für kurze Zeit. Wechseln Sie die Bank, wenn Sie sich über die Zinsen ärgern.

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