Auch Wochen nach der jüngsten Senkung der Leitzinsen durch die Europäische Zentralbank (EZB) sinken die Zinsen für Dispokredite für Privatkunden nur zäh. Ende Juni 2003 lag der Durchschnittszins laut Bundesbank bei 12,31 Prozent, während er zwei Jahre zuvor 12,68 Prozent betrug. Der EZB-Leitzins sank aber viel stärker: Von 4,5 Prozent (Mai 2001) auf 2,5 (März 2003) und zuletzt auf 2 Prozent (Juni 2003).

Finanztest verfolgt seit April 2001 regelmäßig die Dispozinssätze von rund 50 Banken. Wir stellten fest, dass Banken, die die Dispozinsen seit April 2001 verringerten, das in den meisten Fällen nur um 0,25 bis 0,5 Prozentpunkte taten: zum Beispiel die 1822direkt von 10,5 auf 10,25 Prozent. Nur die Hypovereinsbank senkte die Zinsen stärker: von 12,5 auf 10,75 Prozent (Mai 2003).

Es gibt sogar Banken, die ihre Dispo­zinsen trotz sinkender Leitzinsen erhöhten: Aus unserer Stichprobe waren das etwa die Südwestbank (12,25 auf 12,75 Prozent) und die CC-Bank (13,98 auf 14,98 Prozent). Seit Jahren gleich bleibende Dispozinsen haben die SEB und die BBBank.

Die Praxis der Banken ist unfein. Doch einen Anspruch auf Senkung der Zinsen haben Kunden nicht, weil das nicht im Girokontovertrag steht. Wer ständig im Minus ist, nimmt besser einen Ratenkredit auf.

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