Die gesetzliche Rente ist sicher, behaupten Politiker ein ums andere Mal. Sicher ist allerdings auch, dass das Rentenniveau sinkt. Immer weniger Arbeitnehmer müssen mit ihren Beiträgen die Rente für immer mehr Rentner bezahlen. Immerhin: Die Rente bringt weiterhin eine Rendite. Finanztest hat umfangreiche Berechnungen angestellt. Danach können Beitragszahler auch in Zukunft damit rechnen, dass sie mehr Geld als Rente erhalten werden, als sie während ihres Arbeitslebens an Beiträgen zu zahlen haben.

Bis zu 5,7 Prozent

Die Renten-Rendite unterscheidet sich je nach Geburtsjahr, Geschlecht und Einkommen erheblich. Besonders gut schneidet bei den Finanztest-Berechnungen eine Frau ab, die 45 Jahre lang stets durchschnittlich verdient hat und im Jahr 2005 mit 65 Jahren in Rente gegangen ist. Sie erhält voraussichtlich 5,7 Prozent mehr Rente, als sie selbst als Arbeitnehmeranteil an den Rentenversicherungsbeiträgen eingezahlt hat. Schon weniger günstig ist die Situation für einen heute 41-jährigen Mann: Er wird, wenn er mit 65 nach 40 Jahren Beitragszahlung in Rente geht, voraussichtlich 1,0 Prozent mehr Geld erhalten, als er eingezahlt hat. Knapp positiv bleibt die Rendite auch für später Geborene.

Rechnen mit der Zukunft

Grundlage der Berechnungen sind die derzeit beschlossenen Regeln für die Rente, die durchschnittliche Lebenserwartung und was an wirtschaftlicher Entwicklung zu erwarten ist. Danach ergibt sich: Auch wer erst 2070 in Rente geht, wird wahrscheinlich mehr Geld erhalten als er zuvor eingezahlt hat. Hauptunsicherheitsfaktor ist die wirtschaftliche Entwicklung. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt oder die Löhne sich anders als erwartet entwickeln, kann die Rente erheblich niedriger oder höher ausfallen als von Finanztest berechnet.

Inflation nicht eingerechnet

Höchst zweifelhaft sind nach Ansicht von Finanztest die Ergebnisse einer Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge. Ergebnis der Forscher dort: Die Rente sei schon heute ein Geschäft mit „realen Verlusten“. Das vor allem von Deutscher Bank und der Versicherung Deutscher Herold finanzierte Institut hat dabei allerdings die Inflation mit eingerechnet. Bei Ermittlung der Rendite von Sparverträgen oder Lebens- bzw. Rentenversicherungsverträgen ist das jedoch nicht üblich und damit auch bei Untersuchung der gesetzlichen Rente irreführend.

Umlagefinanzierung statt Kapitaldeckung

Ohnehin lässt sich die gesetzliche Rente kaum mit Sparverträgen, privaten Rentenversicherungen und sonstigen Vorsorgeformen vergleichen. Das Geld, das Arbeitnehmer jetzt als Beitrag einzahlen, wird sofort als Rente ausgezahlt. Gespart wird ander als bei privaten Vorsorgeverträgen nichts. Der Vergleich von Beitragszahlungen jetzt und zu erwartender Rente später ist jedoch von Rechts wegen wichtig. Laut Bundesverfassungsgericht ist die Pflicht zur Beitragszahlung davon abhängig, dass damit die Aussicht auf eine angemessene Beteiligung im Alter verbunden ist. Die Verfassung verbietet eine offenkundige Unverhältnismäßigkeit zwischen Beitrags- und Versicherungsleistungen.

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