Oft zahlt die Bank Aktien statt Geld zurück

Wer ein Discountzertifikat auf eine Aktie kauft, muss damit rechnen, dass die Bank ihm bei Fälligkeit die Aktien ins Depot bucht.

Discountzertifikate gibt es gegen Geld. Sind sie fällig, zahlt die Bank aber nicht unbedingt Geld zurück, sondern Wertpapiere.

Diese Art der Tilgung ist bei Discountzertifikaten üblich, die sich auf Aktien beziehen. Die Bank bucht am Ende die Aktien in das Depot des Anlegers. Das passiert aber nur dann, wenn der Basiswert bei Fälligkeit unter der Gewinnobergrenze des Zertifikats liegt.

Nicht zuletzt deshalb sollten Anleger, die sich ein Discountzertifikat auf eine Aktie kaufen, den Basiswert sorgfältig aussuchen. Sie sollten sich immer überlegen, ob sie auch die Aktie kaufen würden.

Keine Regel ohne Ausnahme: Einige Banken wie die Dresdner Bank oder die Société Générale tilgen auch Discountzertifikate auf Aktien mit Geld.

Für Discountzertifikate, die sich auf Aktienindizes beziehen, ist die Bartilgung die übliche Variante. Hier bildet die Deutsche Bank eine Ausnahme. Liegt der Index bei Fälligkeit unter der Gewinnobergrenze, bucht sie dem Anleger ein Indexzertifikat ins Depot.

Für Discountzertifikate auf Rohstoffe gibt es immer Geld, nie den Rohstoff.

Vor Fälligkeit verkaufen

Die Einbuchung selbst kostet kein Geld. Spesen werden aber fällig, wenn der ­Anleger die eingebuchten Aktien oder Indexzertifikate verkauft.

Wer die Einbuchung vermeiden will, verkauft sein Discountzertifikat vor Fälligkeit. Die wenigsten Anleger behalten es bis zum Schluss und lassen sich die Papiere liefern.

Die Einbuchung der Aktie oder des Indexzertifikats gilt steuerlich als Neukauf. Wenn die Einbuchungen noch 2008 erfolgen, kann der Anleger die Papiere erst nach Ablauf von zwölf Monaten steuerfrei veräußern. Verkauft er sie jedoch am selben Tag oder bald nach Einbuchung, dürften die Kursgewinne sich in Grenzen halten.

Für Discountzertifikate, die von 2009 an fällig und mit Wertpapieren bedient werden, heißt das: Will der Anleger die Aktie oder das Zertifikat verkaufen, wird immer Abgeltungsteuer fällig.

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