Discountbroker Meldung

Über zwei Jahre lang war Dieter Steinbach Kunde beim Discountbroker Consors, dann traute er sich an eine Fonds-Order per Internet heran. Doch statt der geplanten 500 und 1.000 Stück der gewünschten Anteile tippte Steinbach versehentlich 5.000 und 10.000 ein. Einen Tag später bemerkte er den Irrtum und rief online den Order-Status ab. "Offen" zeigte der Bildschirm. Froh klickte Steinbach auf "Orderstreichung, gab die Daten und eine besondere Geheimnummer (TAN) ein und las dann die Botschaft: "Order-Streichung. Ihre Order haben wir angenommen". Dazu die Daten des ursprünglichen Fondsauftrags, Datum und Uhrzeit. Für den Juristen Steinbach stand damit fest: "Der Kaufauftrag ist aus der Welt." Er orderte erneut, diesmal ohne überzählige Nullen. Doch damit lag Steinbach daneben, denn seine Streichung war nicht wirksam. Die Order war längst bei den Fondsgesellschaften, der Kunde bekam die Anteile ins Depot gestellt. Sein Konto war danach mit rund 140.000 Mark in den Miesen.

Steinbach fordert nun die Rückbuchung des Geldes und bemängelt: "Warum lässt mich das Programm überhaupt einen Streichungsversuch durchführen, wenn das Streichen längst unmöglich ist?" Vor allem die Meldung "Streichung angenommen" sei trügerisch. Consors-Mitarbeiter bestehen aber auf Feinheiten in der Formulierung: Von einer echten Streichungsbestätigung könne nur beim Begriff "Auftrag ausgeführt" die Rede sein. "Auftrag angenommen" sei dagegen eine unverbindliche Meldung, Missverständnis ausgeschlossen. Die Begriffe will Steinbach nun gerichtlich klären lassen.

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