Discountbroker: Richtig sparen

Discountbroker Test

Wer ist der beste Discountbroker? „Kommt drauf an“, heißt die Antwort, und zwar darauf, wie intensiv ein ­Anleger das Angebot eines Broker nutzen will. Finanztest zeigt die günstigen Anbieter für vier Typen.

Der Sparplan-Typ

Der Typ: Der Sparplan-Typ legt regelmäßig ein paar Euro zur Seite und investiert sie in Fonds. Dies lohnt sich besonders, wenn von der Sparrate möglichst viel in den Fonds fließt und nicht für Ausgabe­aufschläge oder Depotgebühren draufgeht. Auf beide Kosten sollte er bei der Auswahl seines Brokers besonders achten. Nach der Entscheidung für einen guten Fonds sollte der Anleger die Anbieter abklappern, die ein kostenloses Depot für Sparpläne anbieten und überprüfen, ob sein Wunschfonds dort erstens überhaupt verkauft wird und zweitens, ob es einen guten Rabatt auf den Ausgabeaufschlag gibt.

Die Banken: Viele Fonds, hohe Rabatte und ein kostenloses ­Depot bieten comdirekt, Consors, DiBa* und die DAB bank. ­Moderate Preise hat die Advance Bank*. Das Depot kostet bei ihr lediglich 5 Euro im Jahr. Die Citibank bietet zwar ein kosten­loses Depot, aber keine Rabatte auf den Ausgabeaufschlag.

Scharf kalkulieren muss man bei der Netbank. Das Fondsangebot ist zwar sehr umfassend und es gibt 35 Prozent Rabatt auf die Ausgabeaufschläge aller 2 800 Fonds. Das Depot kostet jedoch 28 Euro im Jahr. Weniger zu empfehlen sind die BHW Bank und 1822direkt. Bei diesen Anbietern lagern die Fonds direkt bei der Fondsgesellschaft. Wer also mehrere Sparpläne mit Fonds unterschiedlicher Gesellschaften abschließen möchte, zahlt unter Umständen für mehrere Depots.

Der Online-Typ

Der Typ: Der Online-Typ will nur über die Datenautobahn mit seinem Broker in Kontakt treten. Dafür winken dem Onlinenutzer die günstigsten Konditionen.

Die Banken: Bei Consors bespielsweise kostet eine Onlineorder bei einem Anlagebetrag von 1 000 oder 2500 Euro etwa die Hälfte einer Telefonorder, bei der Citibank nur ein Drittel (Ordersumme bis 5 000 Euro). Der Onlinenutzer muss aber wissen, dass er bei einigen Anbietern wie etwa wallstreet-online keine Depotabrechnungen auf dem Postweg mehr erhält. Alle relevanten Informationen über sein Depot kommen elektronisch. Käufe und Verkäufe wickelt der Onlinenutzer über das Netz ab. Mit diesem Vorgehen ist er für die Discountbroker ein unkomplizierter, zeitsparender und damit günstiger Kunde. Für diese ­Eigenschaften erhält er bei einigen Anbietern Extras wie höhere Zinsen auf dem Guthabenkonto. Welcher Anbieter günstig ist, hängt von der Ordergröße und -häufigkeit ab. Wer oft große Beträge an deutschen Börsen anlegt, ist bei wallstreet-online gut aufgehoben. Hier kostet die Order pauschal 14,95 Euro. Damit ist dieser Broker bei hohen Beträgen von 10 000 oder 25 000 Euro unschlagbar günstig. Die gleichen Orders kosten bei der Augsburger Aktienbank 50 oder 105 Euro (Tabelle „Kosten für den Wertpapierkauf“). Für kleine Transaktionssummen sind comdirect, Citibank, Entrium* und Postbank Easytrade besonders günstig.

Der Wenig-Nutzer

Der Typ: Der Wenig-Nutzer freut sich, in der aktuellen Situation nur wenig Geld in Fonds oder Aktien investiert zu haben oder er hat vor allem Anleihen im Depot. Die Kosten für die Wertpapierverwaltung möchte er so gering wie möglich halten. Er achtet vor allem auf die Kosten für Depot und Abrechnungskonto. Sie sollten nichts oder nur wenig kosten. Die Kauf- und Verkaufskosten dürfen bei ihm auch im Mittelfeld liegen. Manche Anbieter verknüpfen das kostenlose Depot mit Bedingungen wie etwa einem Trade pro Quartal. Damit sind sie für diesen Nutzer nicht geeignet. Details hierzu ­stehen in den Fußnoten der Tabelle „Die Preise für Depot“.

Die Banken: Besonders kostengünstig sind für den Wenig-Nutzer Entrium*, DAB bank und Citibank.

Der Viel-Nutzer

Der Typ: Der Viel-Nutzer ist der beliebteste Kunde, weil er oft kauft und verkauft. Er sollte den Anbieter mit den geringsten Transaktionskosten wählen. Dazu muss er sein Kaufverhalten einschätzen. Möchte er hauptsächlich für hohe Summen kaufen? Wie möchte er ordern: online oder per Telefon?

Die Banken: Wer oft hohe Beträge online handelt, ist bei wallstreet-online richtig. Wer mal übers Telefon und mal online ­ordert, ist bei Postbank Easytrade, S-broker, Entrium*und comdirect gut dran. Sie sind für beide Orderwege günstig. Die Tabelle „Aktien, Fonds und Anleihen“ zeigt dem Viel-Nutzer, bei welchen Anbietern er auch an ausländischen Börsen oder intraday handeln kann.

* Diese Banken sind Fusionskandidaten

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