Discountbroker Test

Wer sein Depot bei Discountbrokern führt, möchte vor allem eins: sparen. Das ist aber gar nicht so einfach. Grund: Die Krise an den Aktienmärkten hat jetzt auch die Discountbroker und Direktbanken erreicht. Anleger kaufen und verkaufen weniger Aktien. Einige Broker mussten in den vergangenen Monaten ihre Preise drastisch erhöhen. Finanztest hat 19 Direkt- und Discountbroker untersucht, nennt die günstigen Anbieter und sagt, was Anleger bei einem Depotwechsel beachten sollten.

Preisvergleich wichtig

Für Anleger reicht es nicht aus, nur gute Aktien oder Fonds auszuwählen. Auch die Wahl eines günstigen Brokers ist wichtig. Denn Wertpapiere müssen zunächst die Kauf- und Depotkosten verdienen, bevor sie etwas abwerfen. Beispiel: Eine Anlage im Wert von 500 Euro muss bei Transaktionskosten von 10 Euro zunächst um vier Prozent steigen, damit die genannten Kosten absorbiert werden. Berechnet die Direktbank dagegen Transaktionskosten von 20 Euro, muss die gleiche Wertpapieranlage schon um 8 Prozent zulegen, um die Kosten wieder einzufahren. Erst danach wirft sie Gewinn ab.

Nutzerprofil festlegen

Egal ob Profi oder Einsteiger: Um den günstigsten Anbieter zu finden, muss jeder sein Nutzerprofil kennen. Wichtige Eckdaten: Art der gewünschten Wertpapiere, Höhe der Anlagebeträge, Anzahl der Transaktionen und Investition in Sparplan oder Einmalanlage. Vier häufig anzutreffende Anlegertypen sind:

  • Sparplan-Typ. Er investiert regelmäßig in Fonds. Depotkosten und Ausgabeaufschlag sind die wichtigsten Kosten, die ein Sparplananleger bei der Auswahl des Brokers beachten sollte.
  • Online-Typ. Wer nur über die Datenautobahn seine Transaktionen abwickelt, kann zusätzliche Rabatte bekommen. Meist bieten die Broker deutlich günstigere Konditionen als bei Telefongeschäften.
  • Wenig-Nutzer. Investieren Anleger nur selten Geld in Fonds oder Aktien, oder haben sie vor allem Anleihen im Depot, sollten sie bei der Wahl des Brokers vor allem auf geringe Kosten für Depot und Abrechnungskonto achten.
  • Viel-Nutzer. Dieser Anlegertyp kauft oder verkauft oft Wertpapiere. Daher sollte er einen Anbieter auswählen, der nur sehr geringe Transaktionskosten berechnet. Allgemein gilt: Bei Aktien sollten die Transaktionskosten nicht mehr als ein halbes Prozent, bei Renten nicht mehr als ein viertel Prozent vom Anlagebetrag ausmachen.

Kein einheitlicher Testsieger

Je nach Anlegertyp sind daher unterschiedliche Discountbroker oder Direktbanken besonders günstig. Wer sein Nutzerprofil kennt, kann jedoch leicht die günstigsten Broker auswählen. Entsprechende Tabellen mit Kosten für Wertpapierkauf und -verkauf sowie den Kosten für Depot und Abrechnungskonto finden Anleger online komplett und interaktiv.

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