Direktversicherungen Test

Privat für das Alter vorzusorgen ist heute fast schon Pflicht. Einfach geht das im Rahmen der betrieblichen Altersversorgung mit einer Direktversicherung. Jeder Arbeitnehmer kann diese Absicherung bekommen. Doch eine Direktversicherung bietet noch andere Vorteile: Arbeitnehmer können damit Steuern und Sozialabgaben sparen, denn seit 2005 gibt es neue Regelungen. Oft erhalten Arbeitnehmer zudem noch etwas Geld vom Chef. Finanztest hat 60 Anbieter von Direktversicherungen getestet, sagt, wo es gute Angebote gibt und worauf Arbeitnehmer vor Vertragsabschluss achten sollten.

Einzel- und Gruppenverträge

Direktversicherungen gehören genauso wie Pensionsfonds, Direktzusage, Pensions- und Unterstützungskasse zur betrieblichen Altersversorgung. Jeder Arbeitnehmer hat das Recht auf eine Direktversicherung, wenn der Chef noch keine andere Form der Betriebsrente anbietet. Mit etwas Glück zahlt der Arbeitgeber sogar noch etwas dazu. Einen Anspruch darauf gibt es aber nicht. Über den Anbieter einer Direktversicherung bestimmt der Arbeitgeber. Allerdings können Arbeitnehmer etwa über den Betriebsrat oft Einfluss auf die Auswahl nehmen oder auch selbst Vorschläge machen.

Rabatte möglich

Bei einer Direktversicherung gibt es Einzel- und Gruppenverträge. Die Zahl der Mitarbeiter im Unternehmen hat Einfluss auf die Attraktivität der Direktversicherung: Je mehr Arbeitnehmer das Unternehmen versichern will, desto größer sind allgemein die Rabatte des Versicherers. Und das hat unmittelbar Einfluss auf die Höhe der Rente. Wer sich allein für eine Direktversicherung entscheidet, bekommt meist keinen Nachlass. Frauen müssen zudem damit rechnen, dass sie etwa 9 Prozent weniger Rente bekommen als Männer, da sie statistisch betrachtet länger leben.

Verschiedene Zusatzleistungen

Arbeitnehmer können ihren Vertrag durch Wahl oder das Weglassen bestimmter Zusatzleistungen optimieren. Beispiel Todesfallschutz: Wenn der Arbeitnehmer diese Zusatzleistung möchte, bekommen die nahen Angehörigen im Falle seine Todes die eingezahlten Beiträge oder das angesparte Kapital als Rente ausgezahlt. Allerdings schmälert die Absicherung des Todesfalls seine Altersrente. Üblich ist eine vereinbarte Rentengarantiezeit. Dann zahlt die Versicherung in jedem Fall für die vereinbarte Zeit von 5, 10 oder 15 Jahren die Rente - auch dann, wenn der Versicherte kurz nach Rentenbeginn stirbt. Davon profitieren wiederum die nahen Angehörigen. Singles und Kinderlose sollten dagegen auf den Todesfallschutz verzichten. Denn sie können bis auf ein Sterbegeld von 8 000 Euro keine Versicherungsleistungen vererben.

Steuerliche Förderung: Alte Regelung

Bei Verträgen, die vor 2005 geschlossen wurden, versteuern Arbeitnehmer auch künftig Beiträge bis zu 1 752 Euro pauschal mit 20 Prozent. Die Auszahlung erfolgt später entweder als Einmalzahlung oder als Rente. Einmalzahlungen sind steuerfrei. Und auch die Renten werden später kaum besteuert: Hier gilt die geringe Ertragsanteilsbesteuerung.

Steuerliche Förderung: Neue Regelung

Anders bei neuen Verträgen ab 2005: In diesem Jahr kann jeder Arbeitnehmer bis zu 2 496 Euro steuer- und sozialabgabenfrei für die Betriebsrente sparen. Weitere 1 800 Euro sind steuerfrei, wenn Arbeitnehmer keine „alte“ Direktversicherung haben. Die neue Förderung ist für viele Arbeitnehmer vor allem deswegen attraktiv, da sie weniger Steuern zahlen. Allerdings müssen sie im Alter aufpassen. Grund: Rente oder Kapitalauszahlungen sind später voll steuerpflichtig. Für hohe Einmalzahlungen wäre dann ein viel höherer Steuersatz fällig, als das bei einer jahrelangen Rentenauszahlung der Fall wäre.

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