Gesetzlich Krankenversicherte haben ab 2004 weniger von ihrer Direktversicherung. Die Kassen erheben künftig Beiträge auf Kapitalabfindungen aus Lebens- oder Rentenversicherungen, die über den Betrieb abgeschlossen wurden und ab 2004 fällig sind. Das kann die Auszahlung um mehr als 10 Prozent schmälern.

So will es das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung. Bisher waren Einmalzahlungen aus Direktpolicen steuer- und sozialabgabenfrei.

Auf Renten aus der betrieblichen Altersvorsorge waren schon bisher Beiträge für die Krankenkasse zu zahlen. Doch für Rentner, die in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert sind, galt nur der halbe Beitragssatz. Ab Januar müssen sie wie die freiwillig versicherten Rentner den vollen Satz zahlen. Mehr dazu steht im nächsten Heft von Finanztest.

Den Abschlag auf Kapitalabfindungen vermeiden nur Versicherte, deren Policen noch 2003 fällig werden. Das kann ein Schlupfloch für Einzelne sein, die schon 60 Jahre alt sind und schnell handeln: Wer vor mindestens zwölf Jahren eine Direktversicherung mit Abrufoption oder flexiblem Zahlungstermin abgeschlossen hat, kann die Police womöglich ohne größere Verluste noch 2003 abrufen.

Die meisten kommen um den Obolus an die Kasse nicht herum. Dafür sorgt das System, nach dem die Beiträge erhoben werden: Die Auszahlung der Versicherung – zum Beispiel 120 000 Euro – wird fiktiv über zehn Jahre verteilt und als Monatsrente betrachtet. Der Kunde im Beispiel zahlt zehn Jahre lang für 1 000 Euro (120 000 Euro : 120 Monate) zusätzlich Beitrag zur Kranken- und Pflegeversicherung – im Schnitt derzeit 16 Prozent.

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