Direktbanken verschwinden vom Markt Meldung

Anfang Februar gab die Allianz bekannt, dass die zum Konzern gehörende Advance Bank in die Dresdner Bank integriert wird. Seit kurzem nun buhlen andere Online-Banken wie Consors oder die DAB Bank mit speziellen Angeboten um die Kunden - immerhin knapp 360.000. Allerdings: Bislang ist unklar, wann die Advance Bank tatsächlich integriert wird. Auch die zukünftige Preispolitik ist noch offen. test.de sagt, wie Anleger die Sonderofferten der Konkurrenz bewerten sollten, wann ein Wechsel des Online-Brokers generell lohnt und was Anleger dabei beachten sollten.

Günstige Sonderkonditionen

Bei der DAB Bank heißt die Marketingaktion „Ein Herz für Advance Bank-Kunden“. Das Angebot: Das Depot und auch die Depotübertragung sind kostenlos. Consors bietet ein „Happy end für Advance Bank-Kunden“. Wer jetzt zu Consors wechselt, bekommt für das neue Cash-Konto stolze 3,6 Prozent Zinsen - allerdings befristet bis zum 30.06.2003. Direktbanken bieten aber immer mal wieder Sonderkonditionen. Beispiel comdirect: Der Onlinebroker lockt Neukunden derzeit mit einem kostenlosen Depot in den ersten drei Jahren, 200 Euro Gebührenerstattung für den Depotübertrag sowie fünf Euro Orderprovision pro Onlineorder an deutschen Börsenplätzen in den ersten drei Monaten. Doch Advance Bank-Kunden sollten nicht vorschnell handeln. Vor dem Bankwechsel sollten sie zunächst abwarten, bis die Fusionskandidaten die neue Preispolitik offen legen.

Aufwendiger Vergleich

Anleger sollten sich sowieso nicht vorrangig nur von Marketingaktionen zum Wechsel verleiten lassen. Denn nicht jeder Discountbroker eignet sich für unterschiedliche Leistungen gleichermaßen. Wichtige Kriterien für das Nutzerprofil sind die Art der Wertpapiere im Depot, die Höhe der Anlagebeträge und die Anzahl der Transaktionen.

Depotübertragung

Wichtig für den Wechsel ist die Depotübertragung. Die Kosten dafür dürfen nach Schlichtungssprüchen des Ombudsmanns der privaten Banken und Volks- und Raiffeisenbanken nicht in Rechnung gestellt werden. Trotzdem halten sich einige Discountbroker nicht daran. Die Gebühren können dann zwischen neun und knapp 22 Euro je Posten pendeln. Wer dies umgehen will, kann sein altes Depot durch Verkäufe langsam auf null fahren - und beim neuen Anbieter einfach ein weiteres Depot eröffnen.

Hinweis: Wers genau wissen will: Finanztest hat 19 Direktbanken und Discountbroker untersucht, zeigt günstige Anbieter je nach Anlegerprofil und gibt Tipps für den Wechsel.

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