Dioxin in Eiern und Geflügel Meldung

Der Skandal um Dioxin-verseuchtes Tierfutter weitet sich aus. Inzwischen wurde bekannt, dass der Fettlieferant Harles und Jentzsch schon seit dem Frühjahr 2010 belastetes Tierfutter geliefert hat. Vorsorglich schlossen die Behörden mehr als 4 700 Höfe, darunter viele Schweinemastbetriebe. test.de informiert.

Obergrenze 13-fach überschritten

Bereits am 19. März 2010 hatte ein privates Labor zu viel Dioxin in einer Probe des Futtermittellieferanten Harles und Jentzsch gefunden. Trotzdem produzierte das Unternehmen weiter. Das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium erfuhr angeblich erst am 27. Dezember 2010 von der Grenzwertüberschreitung. In den jetzt untersuchten Rückstellproben der Firma Harles und Jentzsch fanden Kontrolleure bis zu 10,05 Nanogramm Dioxin. 9 von 20 Proben überschritten den zulässigen Höchstgehalt von 0,75 Nanogramm.

Viele Höfe gesperrt

Laut Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz wurden bisher 4 709 Betriebe (Stand 7. Januar) vorsorglich geschlossen. Allein in Niedersachsen dürfen 4 468 Betriebe aus Vorsorgegründen solange keine Produkte mehr ausliefern, bis ihre Unbedenklichkeit erwiesen sei. Nach Niedersachsen waren im November und Dezember knapp 2 500 Tonnen mit Dioxin verunreinigtem Futterfett geliefert und anschließend zu Mischfutter weiterverarbeitet worden.

[Update: 9. Januar 2011]

Niedersachsen hat am Sonntag knapp 3 000 wegen des Dioxin-Skandals gesperrte landwirtschaftliche Betriebe wieder freigegeben. Das Landwirtschaftsministerium in Hannover erklärte, dass von deren Lebensmittelprodukten zum jetzigen Kenntnisstand mit Sicherheit kein Risiko für die Verbraucher ausgehe. Die übrigen 1 470 Betriebe bleiben weiterhin gesperrt.

Neue Eiercodes

Nach und nach veröffentlichen die Bundesländer auch neue Codes von Eiern, die mit Dioxin belastet sein können. Wer Eier mit diesen Codes im Kühlschrank hat, sollte sie nicht essen und zum Händler zurückbringen.

Dioxin in Eiern und Geflügel Meldung

Tipp: Nutzer eines Smartphones können mit der kostenlosen Barcoo-App gleich beim Händler die Herkunft der Eier bestimmen.

Kein Dioxin in Bio-Eiern

Entwarnung gibt es dagegen für Bio-Eier: Im Öko-Landbau sind isolierte Fettsäuren, die im aktuellen Fall das Dioxin ins Futter brachten, nicht erlaubt. Unter den gesperrten Betrieben befindet sich kein Bio-Betrieb. Alexander Gerber, Geschäftsführer des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) empfiehlt: "Verbraucher können deshalb unbesorgt weiterhin Eier und Fleisch aus ökologischer Erzeugung kaufen."

Weitere Informationen: Gift im Frühstücksei Teil 1

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