Dioxin in Eiern Meldung

Der Skandal um Dioxin und das dioxinähnliche PCB in Eiern weitet sich aus. Das Internetportal www.lebensmittelwarnung.de warnt inzwischen vor belasteten Eiern, die in acht Bundesländern im Handel sind. Die betroffenen Eier stammen aus Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Sie kamen offenbar über Zwischenhändler in den überregionalen Umlauf.

[Update 17. April 2012]

Das Internetportal www.lebensmittelwarnung.de meldet, dass in weiteren Bundesländern Eier mit erhöhten Gehalten an Dioxin oder dem dioxinähnlichen PCB aufgetaucht sind. Dazu zählen Baden-Württemberg, Brandenburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Thüringen. Betroffen sind Eier aus Freilandhaltung mit folgenden Stempelnummern:

1-DE-0354451
1-DE-0354452
1-DE-0354453
1-DE-0352691
0-DE-0357661

[Update Ende]

Geschlossene Höfe

Die Eier mit den erhöhten Gehalten an Dioxin oder PCB stammen aus niedersächsischen und nordrhein-westfälischen Legehennenbetrieben. Diese Betriebe wurden bereits um Ostern gesperrt, ihre Eier – sofern noch im Handel – zurückgerufen. Doch beim Verbraucher können theoretisch noch belastete Eier zu Hause lagern. Bei einigen ist das Mindesthaltbarkeitsdatum inzwischen abgelaufen.

Ursachen noch unbekannt

Die Ursache für die Dioxinbelastungen ist noch unklar. Das Futtermittel, das früher oft Auslöser für Belastungen war, soll nach Angabe der Verbraucherministerien in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen unkritisch gewesen sein. Die Behörden fahnden jetzt nach anderen Eintragsquellen. Infrage kommen etwa die Einstreu, die Stallisolierung oder Altlasten aus dem Boden. Seit dem Dioxion-Skandal von 2011 gilt ein etwas strengerer Grenzwert für Dioxin in Eiern, die Kontrollen von Futtermitteln wurden verschärft. Bisherige Stichproben des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit an Eiern hatten keine Überschreitungen gezeigt.

Keine akute Gesundheitsgefahr

Falls jemand in den vergangenen Tagen belastete Eier verzehrt hat, muss er sich keine Sorgen machen: Es besteht den Behörden zufolge keine akute Gesundheitsgefahr. Entscheidender ist, wie viel Dioxin ein Mensch über die Jahre hinweg aufnimmt Dioxin in Lebensmitteln: 10 Fragen und Antworten. Dioxin ist in der Umwelt allgegenwärtig, aus der Umwelt gelangt es auch in Lebensmittel. Es lagert sich im Fettgewebe des Körpers ein und baut sich nur langsam ab.

[Update 13.April 2012]

Auch in Eiern von niedersächsischen Legehennebetrieben wurden erhöhte Gehalte an dioxinähnlichen PCB festgestellt. Das teilt das niedersächsische Verbraucherschutzministerium mit. Betroffen sind Eier aus Freilandhaltung mit folgenden Stempelnummern:

1-DE-0354451
1-DE-0354452
1-DE-0354453
1-DE-0352691

Dem Ministerium zufolge handelt sich um zwei Betriebe. Sie wurden inzwischen vollständig gesperrt, bereits ausgelieferte Eier wurden zurückgerufen. Wer dennoch zuhause betroffene Eier hat, sollte diese nicht verzehren. Die Ursache der Dioxinbelastung in Niedersachsen ist noch unklar. Bei den vergangene Woche geschlossenen Legehennenbetrieben in Nordrhein-Westfalen ist inzwischen klar, dass das Dioxin dort weder über das Futter noch über Wasser in die Eier gelangte. Bei einem der Betriebe wird vermutet, dass eine stillgelegte Ziegelei in der Umgebung für die die Belastung verantwortlich sein könnte. [Update Ende]

Mehr als nur ein Einzelfall

Laut Ministerium für Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen mussten seit 3. April drei Legehennenbetriebe wegen erhöhter Dioxinwerte geschlossen werden www.umwelt.nrw.de. Zu Beginn dieser Woche sprach die Behörde noch von einem Einzelfall: In Eiern eines einzelnen Biobetriebs waren drei- bis sechsfach höhere Mengen von dioxinähnlichem PCB (Polychlorierte Biphenyle) gefunden worden als erlaubt. Seit heute ist aber klar: Es gibt noch mindestens zwei weitere Betriebe in Nordrhein-Westfalen, deren Eier den Grenzwert für Dioxin überschreiten. Es handelt sich um Direktvermarkter aus Duisburg. Dem Verbraucherministerium zufolge besteht kein Zusammenhang zwischen dem Fall vom Dienstag und den heute gemeldeten Fällen.

Dieser Artikel ist hilfreich. 186 Nutzer finden das hilfreich.