Dioxin im Schwein Meldung

Der Dioxinskandal weitet sich aus: Erstmals haben niedersächsische Kontrolleure erhöhte Dioxinwerte in Schweinefleisch gemessen. Hunderte Schweine werden nun geschlachtet.

Mastschwein aus Verden

Das Schwein mit den Dioxinfunden stammt aus einem Mastbetrieb im Landkreis Verden in Niedersachsen. Sein Fleisch habe deutlich den Höchstgehalt von einem Pikogramm (billionstel Gramm) je Gramm Fett überschritten. Der betroffene Betrieb hatte Futtermittel des Herstellers Harles und Jentzsch gekauft. Nun werden alle Schweine dieses Bestands geschlachtet und verbrannt. Das gab das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung bekannt.

Spitze des Eisbergs

In einem zweiten Betrieb ermittelten Kontrolleure Dioxinwerte im Grenzbereich. Weitere Funde können folgen: Derzeit sind bundesweit noch 558 Betriebe gesperrt. Friedrich-Otto Ripke, Staatssekretär im Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung erklärte: „Jetzt haben wir die Risikobetriebe eingekreist. Für diese Betriebe bleibt nur die Entscheidung im Einzelfall, ob nach der Untersuchung auf Dioxine die Lebensmittel vermarktet werden können oder nicht."

Verzehr vermeiden

Ähnlich wie bei Eiern geht auch von dioxinhaltigem Schweinefleisch keine unmittelbare gesundheitliche Beeinträchtigung aus. So sieht es das Bundesinstitut für Risikobewertung. Trotzdem sollte jeder möglichst wenig Dioxin zu sich nehmen. Denn der Körper baut Dioxin nur sehr langsam ab. Langfristig kann Dioxin Krebs erregen, das Immunsystem stören sowie Atemwege, Schilddrüse und Verdauungstrakt schädigen. Besonders vorsichtig sollten Kinder sein: Wegen ihres geringeren Körpergewichts erreichen sie die kritische Aufnahmemenge von Dioxin schneller als Erwachsene.
Tipp: Wer trotzdem Schweinefleisch essen möchte, sollte Fett und Schwarte abschneiden. Das Gift lagert sich vor allem im Fettgewebe und in der Haut ab.

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