Digitalkamera von Norma Schnelltest

Im Schnelltest: Polaroid i532

Im Schnelltest: Polaroid i532

Groß wurde Polaroid mit Sofortbildkameras. Seit geraumer Zeit mischt das Unternehmen auch bei der modernen Variante der Sofortbildtechnik mit und bietet Digitalkameras an. Eins der Erzeugnisse ist seit gestern bei Norma zu haben. 179 Euro sind für das fünf Megapixel-Modell i532 zu zahlen. Bisher war die Kamera in Deutschland offenbar noch gar nicht zu haben. Keine der Preissuchmaschinen im Internet kennt sie bisher. Der Schnelltest klärt, ob die Polaroid i532 scharfe und farbechte Bilder liefert und sich anständig bedienen lässt.

Wenig Ausstattung

Gleich beim Auspacken fällt die Kamera unangenehm auf: Akkus, Ladegerät und Handbuch fehlen. Letzteres gibts wenigstens als Datei auf der beiliegenden CD-Rom. Immerhin kanns sofort losgehen: 32 Megabyte Speicher sind fest in die Kamera eingebaut und zwei Batterien dabei. Die Kamera selbst macht eigentlich einen ganz netten Eindruck. Angenehm klein und leicht kommt sie daher und glänzt silbern. Bei näherem Hinsehen jedoch leidet der gute Eindruck: Gehäuse und Stativgewinde sind aus Kunststoff statt Metall und für die Kombi-Buchse zum Anschluss an Fernseher und Computer gibts keine vor Staub und Feuchtigkeit schützende Abdeckung.

Wenig Auflösung

Auch die Bildqualität ist bescheiden. Von 5 Megapixel-Qualität ist weit und breit nichts zu sehen. Besonders unsinnig: die Auflösungsstufe „8M“. Tatsächlich schafft der Sensor nämlich nur 5 Megapixel. Die zu 8-Megapixel fehlenden Bildpunkte rechnet die Kamera hoch. Auch die Stufen „5M“ und „4M“ machen kaum Sinn. Den Bildern fehlt es an Schärfe. Außerdem stört ein deutlich sichtbares Farbrauschen. Noch der beste Kompromiss ist die Einstellung von „2M“. Die Schärfe ist kaum schlechter als bei Wahl der nominell höheren Auflösungsstufen und reicht für Abzüge in Albumgröße. Das Farbrauschen nimmt ab und das Abspeichern klappt deutlich schneller. Die Farbwiedergabe ist soweit in Ordnung. Zu den Bildecken hin jedoch bekommen Details einen zunehmend starken Farbsaum.

Wenig Wartezeit

Auch die Bedienung lässt zu wünschen übrig. Die Menüpunkte sind zwar in fehlerfreiem Deutsch bezeichnet, aber die Struktur ist gewöhnungsbedürftig. Wenig Hilfe bietet die Kurzanleitung. Sie ist unübersichtlich und schlecht gegliedert. Die Wartezeit bis zur Aufnahmebereitschaft dagegen hält sich im akzeptablen Rahmen. Drei Sekunden vergehen nach dem Einschalten der Kamera und vier sind nötig, um Bilder in 5M Auflösung abzuspeichern. Das Springen von Bild zu Bild im Wiedergabemodus dauert rund eine Sekunde. Akzeptabel auch die Auslöseverzögerung: Rund eine halbe Sekunde vergeht vom Druck auf den Auslöser bis zur Belichtung. Ein Sucher fehlt völlig. Nur via Monitor lässt sich der Bildausschnitt wählen. Ziemlich nervig: Sowohl der Blitz als auch die Signaltöne lassen sich nicht dauerhaft abschalten. Bei jedem neuen Einschalten sind sie wieder aktiv. Keine Schwierigkeiten machen Audio- und Filmaufnahmen. Bild- und Tonqualität ist zwar Digitalkamera-typisch bescheiden, aber immerhin brauchbar. Das Nachvertonen von Bildern ist allerdings nicht möglich.

test-Kommentar: Wenig Schärfe für gar nicht wenig Geld
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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