Digitalkamera von Norma Schnelltest

Das ist ein Angebot für Knipser: einschalten und auslösen. Viel mehr ist nicht zu machen. Die Bedienung der Kamera ist schnell erlernt. Für nur 99 Euro ist der Apparat zu haben. Im Schnelltest muss das Sonderangebot zeigen, ob es halbwegs anständige Bilder macht und sich gut bedienen lässt.

Viel Karton, wenig Inhalt

So viel Karton hätte nicht sein müssen. Die Kamera hat rund acht Zentimeter Kantenlänge. Die Verpackung misst stolze 21 mal 24 Zentimeter. Viel Zubehör ist trotzdem nicht drin: Ein USB-Kabel, Batterien, eine CD-Rom, Trageschlaufe und Tasche. Das wars. Nur ein paar Faltblätter mit Tipps zur Bedienung kommen noch hinzu.

Sympathie auf den ersten Blick

Die Kamera selbst macht auf Anhieb einen sympathischen Eindruck. Das Metallgehäuse fühlt sich solide an. Der Bildschirm auf der Rückseite ist noch etwas kleiner als bei anderen Sonderangeboten. Gut für große Zeitgenossen: Die Tasten sind so weit auseinander, dass sie sich selbst mit ziemlich dicken Fingern noch problemlos bedienen lassen.

Geduldsprobe für Fotografen

Unmittelbar nach dem Einschalten sammelt die Kamera einen ersten dicken Minuspunkt: Sie piept bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit viel zu laut und nervt damit gewaltig. Abstellen oder dämpfen lässt sich das Gepiepe nicht. Beim Fotografieren lässt sich die Kamera viel Zeit. Nach dem Einschalten vergehen erst einmal vier Sekunden, bis fotografiert werden kann. Vom Auslösen bis zur Aufnahme gibts eine Verzögerung von ziemlich genau einer Sekunde. Nach dem Auslösen sind sechs Sekunden fürs Abspeichern des Bilds einzuplanen. Das Umschalten in den Wiedergabemodus erfordert weitere vier Sekunden Zeit. Vom Auslösen bis zum Löschen einer misslungenen Aufnahme vergehen insgesamt 15 Sekunden. Da wird Fotografieren zur Geduldsprobe.

Installieren für Fortgeschrittene

Noch viel ärgerlicher: Eins unserer Testgeräte funktionierte nicht richtig. Die Übertragung von Bild-, Video- und Audiodaten zum Computer war nur mit viel Mühe und nur zu Computern mit dem Betriebssystem Windows XP in Bewegung zu bringen. Die Ursache blieb unklar. Möglich sind sowohl ein Hardwarefehler als auch ein Problem mit der Betriebssoftware der Kamera. Das zweite Testgerät funktionierte einwandfrei. Ebenfalls ärgerlich: Bei der Installation der Treiber und des Bildverarbeitungsprogramms ist einige Erfahrung erforderlich. Nicht mal das PDF-Handbuch wird ein Computeranfänger auf Anhieb nutzen können.

Wenig Schärfe, viel Rauschen

Die Bildqualität ist erwartungsgemäß schwach. Die tatsächliche Auflösung bleibt weit hinter den theoretischen Möglichkeiten von Drei-Megapixel-Chips zurück. Die Bilder wirken unscharf. Bei hoher Auflösung stört ein deutlich sichtbares Farbrauschen. Eine eigentlich einfarbige Fläche wird in zahlreiche unterschiedlich farbige Bildpunkte aufgelöst. Schwach ist die Blitzfunktion. Nur in einer Entfernung von ein bis zwei Metern schafft der Blitz eine halbwegs vernünftige Ausleuchtung. Drunter droht Überbelichtung, drüber wirds duster.

Extras ohne Beanstandung

Kleiner Trost: Als Webcam ist die Polaroid aus dem Norma-Regal ganz praktisch. Batterie verbraucht sie dabei nicht. Der nötige Strom kommt übers USB-Kabel. Allerdings: Die Bildqualität ist Webcam-typisch schlecht. Noch ein kleines Extra: Mit etwas Übung lässt sich die Kamera auch als Diktiergerät benutzen. Der Klang ist ziemlich dumpf, aber immerhin gut verständlich, wenn direkt in das Mikrophon an der Gehäuseseite gesprochen wurde.

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