Digitalkamera von Aldi Süd Schnelltest

Die Papierform beeindruckt: Die Traveler DC-8 600, diese Woche bei Aldi Süd für 259 Euro im Angebot, verspricht 8,1 Megapixel und 6-fach optischen Zoom. Das sind Werte, die sonst nur deutlich höherpreisige Kameras bieten. Doch gerade Aktionsware von Discountern überzeugte im Praxistest oft nicht. Der Schnelltest zeigt, ob die Traveler eine Ausnahme macht.

Ausstattung

Für Discounterware ist die Aldi-Kamera außergewöhnlich gut ausgestattet: zwei Akkus, Speicherkarte mit 256 MB, Netzteil, Tasche, Ladekabel fürs Auto sowie eine Docking-Station zum Laden der Kamera und Abspielen der Bilder oder Filme am PC oder Fernseher. Das Metallgehäuse vermittelt einen soliden Eindruck. Mit sieben Zentimetern Diagonale ist der Bildschirm auf der Rückseite der Kamera recht groß. Die 136-seitige Gebrauchsanleitung ist übersichtlich und mit vielen Bildern klar gegliedert.

Bedienung

Nach dem Einschalten braucht die Traveler DC-8 600 etwa zwei Sekunden, bis sie einsatzbereit ist. Das ist guter Schnitt. Beim Auslösen reagiert sie erfreulich schnell. Somit sind auch Schnappschüsse möglich. Wer sich nicht auf den Autofokus verlassen will, kann die Bilder auch manuell scharf stellen. Dabei hilft eine Software-Lupe mit einem vergrößerten Bildausschnitt. Die Kameramenüs stehen in fehlerfreiem Deutsch zur Verfügung. Einziges Manko: Die Knöpfe sind recht klein. Teilweise sind sie nur mit dem Fingernagel zu bedienen.

Auflösung

Die Auflösung der Aldi-Kamera ist ziemlich gut. An den Ecken sind Bilder fast genauso scharf wie in der Mitte. Unter günstigen Verhältnissen erreicht sie deutlich mehr als 900 Linienpaare pro Bildhöhe. Das ist mehr als bei den bisher geprüften Kameras vom Discounter. Doch die dynamischen Reserven bleiben sowohl in dunklen als auch in hellen Bereichen etwas dürftig. Feine Konturen und Farbunterschiede sind auf dem Bild nicht mehr zu erkennen. Insgesamt entsprechen die Aufnahmen eher einer Auflösung von 5 Megapixeln - nicht 8,1 Megapixeln wie im Prospekt versprochen.

Farben

Farben gibt die Traveler etwas flau wieder. Besonders bei blauen Motiven - wie zum Beispiel bei blauem Himmel oder bei Aufnahmen mit Blitzlicht - produziert die Kamera unruhige, grießelig aussehende Farbflächen. Dieses so genannte Bildrauschen tritt auch bei guten Lichtverhältnissen auf - erst recht bei der maximalen Empfindlichkeitseinstellung ISO 400.

Videofunktion

Die Traveler kann auch Videos aufnehmen und vertonen. Beim Abspielen der Videos auf der Kamera macht sich aber deren sehr einfache Mono-Qualität bemerkbar: Sprache ist mit dem kleinen Lautsprecher kaum zu verstehen. Dafür tönen Nebengeräusche umso lauter.

Test-Kommentar: Gute Kamera mit Abstrichen
Technische Daten und Ausstattung: Im Überblick

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